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Prozess geht weiter

Dutzende Messerstiche: 48-Jähriger nach Blutbad in Mühldorf wieder in Traunstein vor Gericht

In diesem Haus in Mühldorf hatte sich die Bluttat abgespielt. 38 Stiche, unter anderem in Kopf und Hals, überlebte das 57-jährige Opfer nicht.
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In diesem Haus in Mühldorf hatte sich die Bluttat abgespielt. 38 Stiche, unter anderem in Kopf und Hals, überlebte das 57-jährige Opfer nicht.
  • vonMonika Kretzmer-Diepold
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Der zwölfte von 38 Messerstichen führte bei einem 57-jährigen Mühldorfer zum Tod durch Verletzung der Kopfschlagader. Der mutmaßliche Täter, ein 48-jähriger Hilfsarbeiter und Nachbar des Opfers, muss sich ab Donnerstag (27. Mai) erneut wegen Totschlags vor einem Traunsteiner Schwurgericht verantworten.

Traunstein/Mühldorf – Die Fünfte Strafkammer hatte den Angeklagten im Juli 2020 zu 14 Jahren Haft verurteilt. Das Strafmaß überprüft jetzt die Siebte Strafkammer mit Vorsitzender Richterin Christina Braune auf Weisung des Bundesgerichtshofs (BGH). Verteidiger Axel Reiter hatte das oberste deutsche Strafgericht angerufen.

BGH bemängelt: Strafmaß ist zu hoch

Der BGH hatte zwar nichts an den Feststellungen des Ersturteils auszusetzen, doch schien ihm die Freiheitsstrafe zu hoch. Das bedeutet zum Beispiel, dass die Siebte Strafkammer in der anstehenden Verhandlung keine Zeugen mehr anhören muss.

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Der Angeklagte hat 20 Vorstrafen, unter anderem wegen Drogen-, Alkohol- und Körperverletzungsdelikten. Der Tat am Abend des 19. November 2019 in der Wohnung des 57-Jährigen war ein schwieriges Verhältnis zwischen den Nachbarn vorausgegangen. Eine Rolle spielte eine jüngere Frau, ab Frühjahr 2019 die Freundin des Angeklagten.

Während der Beziehung suchte sie nach Schlägen des 48-Jährigen öfter Unterschlupf bei dem späteren Opfer. Alle drei konsumierten häufig Alkohol. Der Nachbar behauptete offenbar zu Unrecht, mit der Frau ein Verhältnis zu haben. Nach neuerlichen Schlägen beendete die Zeugin die Beziehung mit dem Angeklagten.

Eifersüchtiger Ex-Freund droht mit Gewalt

In einem Chatverkehr mit ihr drohte der eifersüchtige Ex-Freund an, dem Neuen etwas anzutun. Wenig später machte er gemäß Staatsanwaltschaft die Drohungen wahr. Mit einem Klappmesser ging der Angeklagte mit 2,7 Promille Alkohol im Blut ins Nachbarhaus. Nach einem kurzen Kampf brachte der 48-Jährige das Opfer zu Boden und fügte ihm dann mehrere Dutzend Stiche und Schnitte zu.

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Die Frau, die zufällig im Haus war, verständigte die Polizei. Das Leben des 57-Jährigen war nicht mehr zu retten. Nach der Festnahme erkundigte sich der Angeklagte, ob der andere tot sei. Mit einem erhobenen Daumen reagierte er auf die Todesnachricht.

Verteidiger beantragt Unterbringung in Entziehungsanstalt

Der Vertreter der Staatsanwaltschaft hatte im ersten Prozess wegen Totschlags in besonders schwerem Fall auf eine lebenslange Freiheitsstrafe plädiert. Verteidiger Axel Reiter plädierte auf Totschlag in minderschwerem Fall und forderte eine Haftstrafe von zehn bis elf Jahren. Weiter beantragte Reiter nach etwa fünf Jahren Gefängnis die Unterbringung seines Mandanten in einer Entziehungsanstalt.

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