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Verurteilter legt Berufung ein

39-jähriger Ungar nach Einbruch im Mühldorfer Finanzamt zu Haftstrafe verurteilt

Das Mühldorfer Finanzamt hatten sich im vergangenen Jahr Einbrecher zum Ziel genommen. Einer der Täter stand vor Gericht und muss nun ins Gefängnis.
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Das Mühldorfer Finanzamt hatten sich im vergangenen Jahr Einbrecher zum Ziel genommen. Einer der Täter stand vor Gericht und muss nun ins Gefängnis.
  • Hans Rath
    vonHans Rath
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Ein Laptop, Zigaretten und Parfüms – große Beute machten die unbekannten Einbrecher im Mühldorfer Finanzamt imMai vergangenen Jahres nicht. Der Sachschaden lag sogar um einiges höher. Acht Monate später stand nun einer der mutmaßlichen Täter vor Gericht.

Mühldorf – Ein obdachloser 39-jähriger Ungar soll mit einer weiteren, unbekannten Person in das Mühldorfer Finanzamt eingebrochen sein. Staatsanwalt Thomas Peter warf ihn laut Anklageschrift besonders schweren Diebstahl vor, bei dem es um eine Beute von 1340 Euro geht. Ein Laptop im Wert von 900 Euro, Geld und Zigaretten aus einem aufgebrochenen Automaten (400 Euro) und zwei Parfüms im Wert von 40 Euro nahmen die Täter mit. Doch es entstand auch ein großer Sachschaden: Der brachial aufgebrochene Zigarettenautomat hatte Totalschaden und der gesamte Schaden belief sich auf 1600 Euro.

Nicht mehr genau zu klären war, wie die Täter in das Gebäude eingedrungen waren. Einbruchsspuren am Haupteingang belegten zwar den Versuch, ob dieser erfolgreich war, oder ob das Einbrecherduo über ein Fenster eindrang, konnte nicht mehr geklärt werden. Ein Polizist sagte hinsichtlich dessen vor Gericht aus, dass er mit einem Kollegen am Montagmorgen unverzüglich zum Tatort gefahren sei, doch der Betrieb im Finanzamt war schon angelaufen. Auch gab es zu dieser Zeit wegen eines Umbaus eine Baustelle.

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Die Polizei Mühldorf stellte bei ihren Ermittlungen mehrere Gegenstände sicher. Darunter war eine Flasche Mineralwasser, die nach Aussage ihrer Besitzerin nicht mehr an ihrem vorherigen Platz gestanden ist und geöffnet worden war. Auf der Flasche fand die Spurensicherung in Traunstein DNA-Material und Fingerabdrücke, die die Polizei auf die Spur auf den Ungarn brachte.

Der Angeklagte, vertreten von der Pflichtverteidigerin Gabriele Sachse, wies alle Vorwürfe von sich. Er habe sich nicht weiter als 150 Meter vom Bahnhof Mühldorf entfernt, des Weiteren verlangte er nach Videoaufnahmen und Augenzeugen, ließ er über eine Dolmetscherin mitteilen.

Für mehrere Diebstähle in Budapest verantwortlich

Richter Florian Greifenstein reagierte ungehalten auf diese Äußerungen des Angeklagten. Da der Einbruch in der Nacht über die Bühne gegangen sei, würde man wohl kaum Augenzeugen finden.

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Der Einbruch im Finanzamt wäre nicht der erste Gesetzesverstoß. Staatsanwalt Peter hatte einen übersetzten Auszug aus dem ungarischen Strafregister dabei, wo Diebstähle in Budapest aufgelistet waren. Bis zuletzt stritt der Angeklagte alle Vorwürfe ab. Er verlangte nach weiteren Beweisen und ließ seine Dolmetscherin sogar noch erklären, die ungarische Mafia hätte die Flasche Mineralwasser am Tatort deponiert.

Für den Staatsanwalt hingegen gab es keine Zweifel. In seinem Plädoyer erklärte er, dass die sichergestellte Wasserflasche den Einbruch des 39-Jährigen beweise. Negativ bewertete er die Höhe von Beute und Schaden, sie liege im mittleren bis höheren Bereich. Auch sei der Mann seit 2012 durchgehend strafrechtlich in Erscheinung getreten. Peter forderte eine Haftstrafe von einem Jahr und vier Monaten. Eine Bewährung kam für ihn nicht infrage, weil der Angeklagte schon des Öfteren im Gefängnis gewesen ist, der Mann daraus aber keine Lehren gezogen habe. Dass er ohne Familie, obdach- und arbeitslos ist, begünstige es nicht.

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Pflichtverteidigerin Gabriele Sachse konnte in ihrem Plädoyer angesichts der Sachlage kaum etwas entgegenhalten. Sie bat das Gericht um ein möglichst mildes Urteil.

Richter Florian Greifenstein verhängte eine Haftstrafe von einem Jahr und vier Monaten ohne Bewährung. Darüber hinaus wurde der Ungar zum Einzug von Wertersatz verurteilt, das heißt, er muss den angerichteten Schaden wiedergutmachen und die 1340 Euro zurückzahlen. Dieser Teil des Urteils „ist das Papier nicht wert, auf dem es niedergelegt wurde“, sagte der Richter.

Der Angeklagte kündigte Berufung an.

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