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Plogginggruppe macht sauber

„Eine Schande“: 28.000 Kippen und zehn Kilo Müll auf dem Stadtplatz Mühldorf eingesammelt

Hässliches Ergebnis der Sammelaktion: 28000 Zigarettenstummel, 10,6 Kilogramm Restmüll und 3,1 Kilogramm Altmetall – gefunden auf dem Stadtplatz.
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Hässliches Ergebnis der Sammelaktion: 28000 Zigarettenstummel, 10,6 Kilogramm Restmüll und 3,1 Kilogramm Altmetall – gefunden auf dem Stadtplatz.
  • Markus Honervogt
    VonMarkus Honervogt
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45 Müllsammler, 28000 Kippen, 10 Kilo Müll: Die jüngste Sammelaktion der Ploggingruppe Mühldorf zeigt, wie viel in Mühldorf weggeworfen wird. Dabei gibt es 420 Mülleiemer im Stadtgebiet.

Mühldorf – Wie stark die Müllsammelbewegung in Mühldorf inzwischen geworden ist, zeigte die jüngste Aktion auf dem Stadtplatz. 45 Menschen trafen sich, um Mühldorfs Gute Stube zu reinigen. Eine wichtige Initiative, die inzwischen breite Unterstützung findet und auf die sich nicht nur die Stadt verlässt.

Akribisch suchten die Plogger auch die kleinsten Müllreste zusammen. Ahn

Stadtplatz Mühldorf, 9.30 Uhr, die Sonne scheint: Direkt hinter der Bushaltestelle entsteht ein Infostand. Die Veranstalter hängen eine „Girlande der Schande“ auf, leere Trinkpäckchen zieren sie. Die Stellwände informieren über Abfall in der Umwelt. Kunstwerke aus Müll zeigen kreative Möglichkeiten des Recyclings.

Mit einem Eintrag auf Facebook fing alles an

Immer mehr Menschen sammeln sich dort. Es sind alle Altersklassen, von Schulkindern bis zu Seniorinnen und Senioren, dabei. Viele kennen sich. Sie ziehen Warnwesten an, die meisten druckfrisch und mit einem Hinweis der Facebook-Gruppe „Plogging Mühldorf“. Sie bringen Handschuhe mit, schnappen sich Eimer und Greifer.

28000 Zigarettenstummel in drei Stunden

Drei Stunden später werden 28 000 Zigarettenstummel, über zehn Kilogramm Restmüll und drei Kilogramm Altmetall auf einem Haufen auf dem Mühldorfer Stadtplatz liegen, eingesammelt von einer Mühldorfer Gruppe Müllsammler.

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Routine ist zu erkennen. Und in der Tat ist es für viele nicht das erste Mal, dass sie bei einer solchen Aktion mitmachen. Seit Anfang 2020 sammeln Bürger, organisiert von der Bürgerinitiative „Plogging Mühldorf“, Müll vom Straßenrand. Mal Einzelne, dann kleine Gruppen oder, wie auf dem Stadtplatz, mehrere Dutzend gleichzeitig. Das Wort Plogging stammt aus dem Schwedischen und vereint das schwedische Wort Plocka, deutsch pflücken, mit Jogging. Gerade einmal sechs Jahre zählt die Methode des Umweltschutzes, sie gilt als Sportart.

Dank von Passanten fürs Müllsammeln

Nach einer kurzen Ansprache von Initiator Roland Scherer beginnen alle, den Müll auf dem Stadtplatz einzusammeln. Rasch sind die Plogger auf dem gesamten Stadtplatz verteilt. Ruhig arbeitet jeder vor sich hin. Hier und da unterhalten sich zwei. „Vielen Dank, dass Sie hier den Müll aufräumen“, sagt eine Passantin. Ein Auto wartet geduldig, bis ein Müllsammler einen Parkplatz freigibt.

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„Das fing mit einem Facebook-Eintrag an und nun wird fast wöchentlich Müll gesammelt“, berichtet Scherer, der die Initiative zusammen mit seiner Frau gestartet hat. Hatten sie anfangs Freunde und Verwandte unterstützt, zählt die Facebook-Gruppe inzwischen 160 Mitglieder. Im vergangenen Jahr sammelten 24 Helfer am Wold Cleanup Day in Mühldorf. Bei der Sammelaktion heuer sind es schon 45, die mitmachen.

Jugendliche und ganze Schulklassen machen mit

Dabei bleibt die Müllsammelei nicht auf die Erwachsenen beschränkt. Schulklassen schließen sich an und führen eigene Aktionen in der Stadt oder dem Landkreis durch. „Ich habe vom Müllsammeln aus dem Internet erfahren und dann geschaut, ob es auch in Mühldorf eine Gruppe gibt“, berichtet eine Helferin, während sie unter einer Bank eine Zigarettenkippe aufsammelt.

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Volksmusik erklingt; einige Trachtengruppen treffen sich am Stadtplatz und eine Hochzeit findet mit ebensolcher Musik statt. „Ich sammle schon lange Müll in meiner Freizeit“, erzählt eine andere. „Ich finde, es entspannt total. Daher mache ich es eigentlich alleine.“

Auch die Stadt sammelt Müll von den Straßen

Die Stadt setzt schon länger auf den Einsatz der Freiwilligen zur Müllbeseitigung, obwohl auch sie selbst nach Angaben aus dem Bauamt in diesem Bereich sehr aktiv ist. So sammelten die Mitarbeiter des Bauhofs nach Angaben von Stadtsprecherin Monika Pingitzer im vergangenen Jahr 55 Tonnen Restmüll. Der stammt aus den 410 Abfalleimern im Stadtgebiet oder wird von Mitarbeitern der Straßenreinigung aufgehoben.

Besuch vom Bürgermeister

Seit einiger Zeit verteilt die Stadt auch Taschenaschenbecher, um darauf hinzuweisen, dass Zigarettenkippen nicht auf die Straße gehören.Weil trotzdem noch sehr viel liegen bleibt, ist Bürgermeister Michael Hetzl (UM) über die Müllsammler, die er bei ihrer Aktion besucht hat. „Ich danke der Plogginggruppe für ihren unermüdlichen Einsatz“, betont er und zollt der Gruppe „allerhöchsten Respekt“.

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