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Partnerschaftsverein wird 25 Jahre alt

Opfer des eigenen Erfolgs? Städtepartnerschaft Waldkraiburg - Sartrouville kämpft ums Überleben

Sigmund Hümmrich-Welt (links) und sein Vize Julian Helfrich wollen die Partnerschaft reaktivieren.
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Sigmund Hümmrich-Welt (links) und sein Vize Julian Helfrich wollen die Partnerschaft reaktivieren.
  • Jörg Eschenfelder
    VonJörg Eschenfelder
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Vor 25 Jahren wurde die Städtepartnerschaft Waldkraiburg – Sartrouville besiegelt. Womit der Waldkraiburger Partnerschaftsverein heute kämpft und wie er die deutsch-französische Freundschaft wiederbeleben möchte.

Waldkraiburg – Am 20. September 1997 gab es im Waldkraiburger Haus der Kultur einen großen Festakt: Bürgermeister Jochen Fischer und Sartrouvilles Bürgermeister Pierre Fond unterzeichneten die Urkunde für die Städtepartnerschaft. Doch jetzt, 25 Jahre später, scheint das, was damals besonders war, Opfer des eigenen Erfolges zu sein. „Die Euphorie ist inzwischen vorbei“, stellt Sigmund Hümmrich-Welt, Vorsitzender des Partnerschaftsvereins Waldkraiburg-Sartrouville, nüchtern fest.

Grenzenloses Europa erscheint normal

Das grenzenlose, friedliche Europa ist inzwischen normal. „Die jungen Menschen merken gar nicht, wenn sie über eine Grenze fahren. Wir denken nicht mehr in Nationen, wir denken europäisch“, so der 71-Jährige. „Mein Großvater hat im Ersten Weltkrieg noch gegen Frankreich gekämpft. Heute ist das unvorstellbar. Was wir erreicht haben, ist beeindruckend.“

Die Jugend fahre heute selbstverständlich nach Neuseeland und Australien, habe mit Au-Pair, Work & Travel ganz andere Möglichkeiten, die Welt kennenzulernen. „Wir müssen immer wieder zeigen, dass das aber nicht selbstverständlich ist“, ergänzt Julian Helfrich. Er ist der 19. stellvertretende Vorsitzende des Vereins und verweist dazu auf den Ukraine-Krieg.

Corona-Folgen spürbar

Der Verein leidet aber auch unter den Folgen von Corona. Der Schüleraustausch und vieles mehr sind eingeschlafen, die persönlichen Begegnungen fehlen. Telefonate und Videokonferenzen sind eben, so Hümmrich-Welt, „nicht das, wie wenn man sich zusammensetzt.“

Und noch ein Punkt kommt hinzu: die unterschiedliche Kultur und Struktur zwischen Deutschland und Frankreich. Während Hümmrich-Welt hier vieles mit anderen Vereinen schnell und unbürokratisch klären und entscheiden kann, durchläuft es im zentralistischen Frankreich erst viele Instanzen. Hümmrich-Welt: „In Frankreich steht über jedem Briefpapier République Française. Das ist ein ganz anderes Staatsverständnis.“

Verein stellt sich den Herausforderungen

Und so stehen Hümmrich-Welt und sein Vize Helfrich 25 Jahre nach der Gründung vor der Herausforderung, das Interesse an der deutsch-französischen Freundschaft und den Austausch zwischen Waldkraiburg und Sartrouville neu zu beleben. Mit einem Verein, dessen Mitgliederzahlen schrumpfen. Hümmrich-Welt: „Wir sind eben kein Geselligkeitsverein.“

Sie geben aber nicht auf: „Wir werden weiterhin Begegnungen veranstalten.“ Jetzt, nach den Ferien, wollen sie wieder anfangen. Dann ist auch das Partnerschaftskomittee in Sartrouville aus dem Sommer zurück und wieder ansprechbar.

Am 20. September 1997 unterzeichneten die Ersten Bürgermeister Pierre Fond (links) und Jochen Fischer die Städtepartnerschaft Waldkraiburg–Sartrouville.

Helfrich möchte für das Jugendparlament, dessen Mitglied er ist, einen Austausch auf die Beine stellen. Auf dem Waldkraiburger Stadtplatz soll am Wochenende wieder Boule gespielt werden. „Jeder, der vorbeikommt und Interesse hat, kann mitspielen und wird integriert“, verspricht Helfrich, der auch an Vorträge und kleinere Angebote denkt. „Wir wollen den französischen Alltag zeigen und näherbringen.“

2023 wird es dann selbstverständlich auch die wegen Corona verschobenen Feiern zum 25-jährigen Jubiläum der Städtepartnerschaft geben. Ein Viertel-Jahrhundert nach der Unterschrift, wollen Hümmrich-Welt und Helfrich „neue Wege abstecken und die deutsch-französische Freundschaft wieder mit Leben erfüllen.“

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