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„In Ampfing wurd‘s entschieden!“

17.000 Besucher erleben gigantische Inszenierung – 1322 ist ein großartiger Erfolg geworden

Abklatschen: Tobias Huber (links) einer der Intendanten mit Matthias Ettinger (rechts) und Sebastian Sax (Mitte).
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Abklatschen: Tobias Huber (links) einer der Intendanten mit Matthias Ettinger (rechts) und Sebastian Sax (Mitte).
  • Rita Stettner
    VonRita Stettner
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Wer hätte das noch vor etwa drei Jahren gedacht, dass ein Stück wie „1322“ so gut durchführbar ist? Jetzt, zwölf Aufführungen später, die so beliebt waren, dass manche Aufführungen doppelt mit Zuschauern besetzt hätten werden können, zeigt sich, wie gut alles gelaufen ist. Eine Bilanz.

Ampfing – Teilweise spielten sich vor dem Eingang Szenen ab, die man sonst nur von großen Konzerten kennt. Menschen mit Schildern, auf der Suche nach Eintrittskarten. Als der letzte Vorhang fiel, gab es eine riesige After-Show-Party für die Beteiligten. Und so endete die letzte Aufführung, der langjährige Arbeit vorausgegangen ist. Viele Emotionen zeigten sich da- in den zweigeteilten Herzen der „22er“, wie sich das Ensemble selbst bezeichnete. Angefangen von Erleichterung bis hin zu Trauer. Tränen, Umarmungen, und das Wissen, dass beim Freilichtspiel rund um die Schlacht von 1322 der Slogan „Ein Dorf miteinander“ voll aufgegangen ist.

Proben zwischen Hoffen und Bangen

„Zwischen Hoffen und Bangen begannen die Proben“, so Moritz Katzmair, Tobias und Dr. Dominikus Huber. Die Vorbereitungen hatten sich seit 2019 immer weiter gesteigert. Das war eine lange Zeit. Entsprechend groß waren die Emotionen bei Regisseur Moritz Katzmair, als das Stück vor der Premiere offiziell an die Schauspieler übergeben wurde. „Für mich“, so Katzmair, „ein komisches und zugleich schönes Gefühl.“

Eine Augenweide: die Tänzerinnen im Freilichtspiel.

Viele sind an ihre Grenzen gekommen

Rückblickend berichtet Tobias Huber: „In der Zeit vor der Premiere sind viele an ihre Grenzen gekommen. Wenig Schlaf, große Anspannung und die Ungewissheit, ob die Pläne aufgehen, haben an den Nerven gezerrt. Klappen die Einsätze und Effekte? Sind alle Darsteller gesund? Ist genügend Platz im Lager? Haut das mit Verpflegung und Toiletten hin? Was machen wir bei unsicherem Wetter?“ Und Dominikus Huber sagt: „Ich glaube, wir können für alle 22er sprechen, wenn wir sagen, dass uns bei der Premiere ein riesiger Stein vom Herzen gefallen ist. Die Leute waren begeistert und haben Bühnenspektakel und Lagerorganisation gleichermaßen gelobt.“ Ein Erfolg für alle Beteiligten. Auch ist er voll des Lobes über Moritz Katzmair: „Gottseidank ist Moritz ganz nah am Theater drangeblieben.“ „Anders, als für Regisseure üblich, war er bei jeder einzelnen Vorstellung aktiv dabei“, so Huber. Katzmair sprang sogar für einen erkrankten Schauspieler spontan ein.

Katzmair: „1322 ist in jeder Hinsicht einzigartig!“

Die Zeit bei 1322 ist für viele Beteiligte eine ganz besondere Zeit in ihrem Leben, die sie nachhaltig prägt und vorangebracht hat. Das trifft auch auf Katzmair und die beiden Hubers zu. Auf die Frage, ob sie noch einmal so etwas in Angriff nehmen würden, gibt Moritz Katzmair lachend zu: „Wenn mich jemand wieder fragt, vielleicht schon. Aber ernsthaft, so etwas ist schwer zu sagen, weil 1322 in jeder Hinsicht einzigartig ist.“ Ein anderes Projekt habe andere Herausforderungen. Er hatte auf jeden Fall riesig Spaß dran und gelernt haben alle sehr viel in den vergangenen Jahren.

Söldner ziehen in die Schlacht

Für die beiden Hubers bleibt 1322 eine einmalige Sache

Für Dominikus und Tobias Huber ist klar: „Das 1322, wie wir es jetzt erlebt haben, ist für uns eine einmalige Sache. Egal, was in der Zukunft daraus wird, das müssen andere in die Hand nehmen und etwas Neues daraus machen.“ Tatsächlich seien sehr viele Dinge, die sie geplant haben, sehr gut aufgegangen. „Wenn auch manchmal ganz anders als gedacht“, so Dominikus Huber. Viele Entscheidungen erscheinen im Nachhinein klar, waren es zum jeweiligen Zeitpunkt aber nicht. Huber: „Noch vor einem halben Jahr hätte keiner sagen können, ob das mit Corona klappt und zum Lockdown haben uns viele für verrückt erklärt, dass wir einfach weitermachen.“ 

Intendanz hat die Spaltung von 1322 verhindert

Die Intendanz habe damals die Spaltung der 22er verhindert, darauf seien sie besonders stolz. „Da kann ich nur zustimmen“, sagt Moritz Katzmair. „Ich denke, wir könnten heute einige Entscheidungen schneller treffen, weil wir jetzt wissen, was die Grundvoraussetzungen für gewisse Dinge sind. Aber auch wenn’s manchmal ein bisschen gedauert hat, glaube ich, dass wir letztlich meistens nicht so falsch gelegen sind.“

Bernhard Kneißl (Bildmitte) verkörperte hervorragend den Schweppermann.

Jetzt ist für die Drei und alle 22er die Zeit gekommen, in der wieder soziale Kontakte gepflegt werden, Urlaub gemacht wird, Bücher gelesen werden und vieles mehr ansteht. Bei Moritz wird etwa eine heimische Baustelle beendet. Trotzdem sind sich alle einig: „Der Schlussapplaus nach der letzten Vorstellung und die Feier mit den 22ern hat enorm viel Energie zurück gegeben.“

Viele weitere Artikel und Hintergrundberichte zum Freilichtspiel rund um das Jahr 1322 finden sie hier.

Businen, extra für 1322 hergestellt, empfangen den König lautstark.

Auch Ampfings Bürgermeister Josef Grundner spricht über 1322 von einem riesigen Erfolg: „Alle 22er haben ihren Anteil dazu erbracht. Die Zielstrebigkeit, die perfekte Einbringung jedes Talentes und das Durchhaltevermögen jedes Einzelnen auf dem langen Weg der Planung, Organisation und Durchführung des Projekts 1322 – Die Schlacht bei Ampfing, waren die Garanten für diesen Erfolg. Ich ziehe den Hut vor allen Beteiligten.“ Grundner war selbst in einer Rolle als Reiter mit dabei.

Slogan: „Ein Dorf miteinander!“

Das sehr gute Miteinander zwischen Verwaltung, Bauhof, den Hilfsorganisationen, der Festspielleitung und der 22er Mannschaft waren die wichtigsten Eckpfeiler. „Unser Slogan ,Ein Dorf miteinander‘ hat sich mehr als erfolgreich bewahrheitet.“,so Grundner. „Das Gelände von 1322 wird in den nächsten Wochen erst mal zur Ruhe kommen. Es fällt schwer, aber generell ist die komplette Räumung in den kommenden Monaten geplant.“

War bei seiner letzten Begrüßung sichtlich gerührt: Bürgermeister Josef Grundner kämpfte mit den Tränen.

Matthias Ettinger alias König Ludwig: „Bin unfassbar dankbar!“

„Die Gemengelage an Gefühlen und Emotionen wird in diesen Tagen vielfältiger kaum sein können. Zu viel hat diese intensive Zeit, die hinter uns liegt, mit sich gebracht, um gestern, heute oder in den nächsten Wochen einfach so wieder aus dem Jahr 1322 auftauchen zu können“, fasst Matthias Ettinger, der den König Ludwig verkörpert hatte, seine Eindrücke zusammen.

Freude und Euphorie, Traurigkeit und Wehmut – alle Facetten sind dabei

„Freude und Euphorie, Traurigkeit und Wehmut – alle Facetten sind dabei, alles darf, kann und soll sein. Raus damit. Jeder von uns wird an vielen Stellen, zu jeder Zeit und immer wieder von den positiven, von den ausnahmslos unfassbar positiven Rückmeldungen erreicht. Das ist unser aller verdienter Lohn – der, der von außen kommt!“

Was für ihn persönlich doch viel mehr wiegt, sei das, was sich alle Beteiligten selbst als Lohn beschert hätten. „Nämlich, das große Gemeinsame, was durch jeden Einzelnen von uns entstanden ist!“ Mit dem Ziel, ein Freilichttheater irgendwo auf eine nasse Wiese im Isental zu pflanzen, habe alles begonnen.

Große Gemeinschaft voller Tatendrang und Kreativität

„Und dabei parallel etwas entstehen lassen, was Seinesgleichen sucht. Eine große Gemeinschaft, voller Tatendrang und Kreativität, voller Energie und voller Durchhaltevermögen, voller Emotion, Menschlichkeit und Liebe, voller Leidenskraft und Leidenschaft, voller Wertschätzung, Wahnsinn und Verrücktheit!“

Ein Kompliment, welches man die Tage und Wochen oft aus vielen Ecken des Geländes gehört hat: Alle sind gleich, keiner ist mehr oder weniger wert! Freundschaften seien entstanden. „Und das alles in einer Zeit, die von Krisen geprägt alles andere als optimal für ein Vorhaben wie unseres sein konnte. Wir haben es trotzdem geschafft, oder vielleicht erst recht. Was will man mehr?“

Nicht wenige sind über sich hinaus gewachsen

Ohne den Geist der ‚22er‘ wäre das alles nicht möglich gewesen, dessen ist sich Ettinger sicher. Nicht wenige seien in diesen vergangenen Monaten gewachsen, über sich hinausgewachsen.

„Ich bin unfassbar dankbar, dass ich hier einen Platz in dieser großen Gemeinschaft finden durfte, dass ich die Chance bekommen habe, einen Teil zum großen Wahnsinn beizutragen und Momente geschenkt bekommen habe, die ich aufsaugen konnte – es waren unzählige. Jeder von uns wird das, was hier geschehen ist für immer abspeichern“, so Ettinger weiter.

Ein nachdenklicher Matthias Ettinger (König Ludwig), der nach dem imposanten Finale seine emotionalen Gedanken in Worte zusammengefasst hat.

Komplette Bandbreite an Emotion und Reaktion erzeugt

Er meint damit Momente der harten Arbeit, der vielen Proben, der unzähligen Arbeitsstunden, der Diskussionen und Gespräche, der Feiern und Aufführungen, die Spannung und Anspannung, die Entspannung und Aufregung, auch der Ärger und die Verzweiflung, die Erfolge und Freuden, die Überraschungen.

„Und die Momente, wenn wir alle hautnah erleben durften, dass das, worauf wir so lange hingearbeitet haben, perfekt funktioniert und bei all den 17.000 Besuchern die komplette Bandbreite an Emotion und Reaktion erzeugt hat, die man sich nur denken kann!“

Nur ein Beispiel der faszinierenden Inszenierung von „1322“: Andreas Bublak begeisterte mit seiner Feuershow.

Zahlen zum Freilichtspiel

Über 17 000 Besucher wurden in zwölf Vorstellungen gezählt. Neben den über 50 Schauspielern in den Sprechrollen wirkten weitere 150 Komparsen, 40 Bogenschützen, 80 Schaukämpfer und 30 Reiter zu Pferd bei „1322 – Die Schlacht bei Ampfing“ mit.

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