Aus dem Stadtrat

Grünes Licht für Doppel-Villen am Stadtwall in Mühldorf – Bauherr will Klage zurückziehen

So könnten die Häuser am Stadtwall aussehen, wenn man sie vom Krankenhaus aus betrachtet.  Bachmaier
+
So könnten die Häuser am Stadtwall aussehen, wenn man sie vom Krankenhaus aus betrachtet. Bachmaier
  • Markus Honervogt
    vonMarkus Honervogt
    schließen

Der langjährige Streit um den Bau von Häusern im sensiblen Gebiet des Stadtwalls unterhalb des Krankenhauses in Mühldorf könnte Geschichte sein. Der Stadtrat hat dem Bau von drei Doppelhaus-Villen grundsätzlich zugestimmt. Der Bauherr kündigte eine Reaktion an, die für Frieden im Streit sorgen soll.

Mühldorf – Nach dem Bauausschuss hat auch der Mühldorfer Stadtrat dem dem Bau von drei Doppelhausvillen unterhalb des Krankenhauses zugestimmt. Ein fraktionsübergreifender Antrag hatte die erneute Beschäftigung mit den Plänen eines Investors nötig gemacht.

Nicht das Gericht soll entscheiden

Stadtbaumeisterin Birgit Weichselgartner warb für die Planung, die aus ihrer Sicht in den Hang oberhalb des Stadtwalls und zur Umgebung passt. Es gebe zwar einige Überschreitungen der Vorgaben im Bebauungsplan, so würden die Gebäude breiter oder länger als vorgesehen

Auch interessant: Zu groß, zu hoch: Wohnblock erneut abgelehnt.

Trotz dieser Überschreitung seien sie aber deutlich niedriger als die Giebel der derzeitgen Häuser. Die sinds laut Weichselgartner ebenfalls in den Hang gebaut. Ein Grundstückstausch im Zusammenhang mit dem Bauvorhaben werde der Stadt zusätzliche Grünflächen bringen.

Bürgermeister spricht von gutem Kompromiss

Bürgermeister Michael Hetzl (UM) wies auf eine Klage vor dem Verwaltungsgerichtshof hin, die der Investor gegen den Bebauungsplan angestrengt hat: „Es ist ein guter Kompromiss, um den Gerichtsprozess zu beenden und städtebaulich verantwortbar.“ Die Entwicklung des Stadtwalls durch den Wegfall der Gärtnerei und der Garagenanlage habe sich der Stadtwall ohnehin gut entwickelt.

Auf dem mittleren Bauplatz stünde derzeit kein Haus, Kraft wertete das als früheren Verzicht auf einen weiteren Eingriff in den Hang. Der werde jetzt genehmigt. Kraft und Katrin Enzinger (Grüne) fürchteten, dass die Stadt den Plänen zustimme, um den Rechtssteit zu beenden, statt ihn zu Ende zu führen.

Auch interessant: Viel zu viele Menschen – Anwohner Altmühldorfs lehnen geplante Bebauung des Wintererhofs ab

Bürgermeister Hetzl wies darauf hin, dass im Rahmen des Gerichtsverfahrens ein für die Stadt ein sehr schlechtes Urteil herausspringen könnte: Die Erlaubnis, neue Häuser an den Mehrfamilienhäusern rechts und links orientieren zu dürfen. Die könnten wesentlich höher und größer werden als das, was jetzt geplant sei.

Große Mehrheit für Bebaung

Johann Bachmaier, dessen Unternehmen die Häuser bauen will, ist die Entscheidung des Stadtrats richtig, auch um eines friedlichen Miteinander willens. „Wenn ich eine Baugenehmigung bekomme, werde ich meine Klage zurückziehen“, versprach er. Diese Baugenehmigung erteilt allerdings das Landratsamt, die Stadt kann nur ihre Zustimmung oder Ablehnung kund tun.

-

Mit der Klage hatte Bachmaier reagiert, als die Stadt ihm vor einigen Jahren untersagt hatte, unterhalb der Klinik größere Wohnblocks zu bauen. Damit wollte er das Baurecht durchsetzen, dass ihm nach seiner Meinung im Bereich ohne Bebauungsplan zugestanden hätte. Obwohl Bachmaier mit der jetzigen Lösung weit unter dem bleibt, was er ursprünglich an dieser Stelle bauen wollte, spricht er von einem guten Kompromiss. „Die Stadt will es jetzt zum Abschluss bringen, ich habe nachgegeben, damit wieder Friede einkehrt.“

Deutliche Mehrheit für den Bau

18 Stadträte und Bürgermeister Hetzl stimmten für die Bebauung, sechs Stadträte sprachen sich gegen die Bebauung aus: Kraft, Enzinger, Dr. Georg Gafus, Zacharias Spöhrl (alle Grüne), Claus Debnar (Linke) Rudi Salfer (CSU). Nach der Zustimmung durch den Stadtrat muss jetzt das Landratsamt entscheiden, ob der Bau im Rahmen des gültigen Bebauungsplans zulässig ist.

Kommentare