Jetzt aussuchen, Weihnachten abholen

Mühldorf: Preise für Christbäume sind gestiegen

Helmut Schmid mit einem seiner Bäume
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Helmut Schmid mit einem seiner Bäume
  • Markus Honervogt
    vonMarkus Honervogt
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  • Karlheinz Jaensch
    Karlheinz Jaensch
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Jetzt aussuchen, später holen: Von einem neuen Trend beim Weihnachtsbaumkauf spricht Helmut Schmid aus Unterscherm, einem Weiler im Landkreis Mühldorf. Und: Die Christbäume sind in diesem Jahr teurer.

Der 48-Jährige ist der Vorsitzende des Gartenbauvereins Niedertaufkirchen. Er hat beobachtet: „Manche kommen manche schon im November, und suchen sich ohne Stress den passenden Baum aus, den sie dann kurz vorm Fest mitnehmen.“ Dann baumeln an den künftigen Christbäumen kleine Schilder mit den Namen der künftigen Besitzer.

So viel Arbeit steckt in einem Weihnachtsbaum

Schmid hat ein Feld, auf dem etwa 20 Baumsorten gepflanzt sind. Die jungen Nordmanntannen aus dem Kaukasus, die er im Herbst „in der richtigen Mondphase“ immer einsetzt, müssen im ersten Frühjahr gut gegossen werden. „Weil auf meinem Feld keine Monokultur herrscht, sind die Christbäume praktisch frei von Schädlingen, die in Plantagen vorkommen können. Auch, weil ich keinen Kunstdünger streue“, erklärt er.

Acht bis zehn Jahre brauchen die Bäume bis sie Zimmerhöhe haben. „Anfangs schütze ich die Pflanze durch einen Zaun vor Verbiss, den gleichmäßigen Wuchs erreiche ich durch gezielte Schnitte.“

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Das ist nicht die einzige Pflege, die er seinen Bäumen angedeihen lässt. Der 48-jährige Gießereimeister achtet auch darauf, dass der Gras- oder Unkrautbewuchs nicht Einfluss auf das Wachstum nehmen, und dass der Boden gerade anfangs gelockert wird. „Jegliches Unkraut wird bei uns mechanisch entfernt. Auch da verwenden wir keine Unkrautvertilger.“, betont er seinen Bioanbau.

Heimische Bäume nadeln weniger schnell

Wie kann man erreichen, dass die Bäume nicht gleich nach den Feiertagen nadeln? Bis Heilig Drei König oder länger wollen viele Familien den Baum im Zimmer haben.

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„Es ist vorteilhaft mit gutem Gewissen einen Baum im Wohnzimmer zu haben, der nicht durch halb Europa transportiert wurde. Viele Christbäumen werden importiert und haben durch den Transport eine weite Reise hinter sich, so kommt es zu einer schlechten CO² Bilanz. Das Beste ist, und so praktiziere ich es seit Jahren, den Baum solange wie möglich - bis kurz vor Weihnachten - stehen lassen und frisch geschnitten abholen.

So viel kostet ein Weihnachtsbaum 2020

Wer einem Christbaum kaufen will, muss heuer definitiv mehr zahlen als im vergangenen Jahr. Der Verband der Weihnachtsbaumerzeuger gibt als Preisspanne für Nordmanntannen 20 bis 27 Euro an, für Blautannen 12 bis 16 und für Fichten 9 bis 12 Euro. Zum Vergleich; Nordmanntannen kosteten im vergangenen Jahr 18 bis 23 Euro. BU: Helmut Schmid mit einem seiner Bäume

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