Mühldorf führt im Herbst Ganztagesbetreuung für Grundschulkinder ein

Noch heißt es an der Grundschule Mühldorf Hausaufgabenbetreuung, die auch in Corona-Zeiten Kindern eine feste Anlaufstelle gibt – natürlich auf Abstand. Klaudia Nemeth betreut die achtjährige Sarah Maria, Lara Maria (10) und Cihan (9). Ab Herbst soll es das Angebot für alle Grundschulkinder geben. HOnervogt

Die Stadt will die gesetzlich ab 2025 zugesagte Ganztagesbetreuung an Grundschulen schon zum Herbst anbieten. Das erklärte Bürgermeisterin Marianne Zollner bei ihrer letzten Stadtratssitzung. Die Teilnahme an einem Modellprojekt macht dieses frühzeitige Angebot möglich.

Mühldorf – Die Vorarbeiten und Gespräche mit der Staatsregierung für das Modellprojekt „Ganztragesbetreuung an Grundschulen“ liefen schon seit langen, sagte Zollner. Die Stadt folgt damit auch einem Antrag der SPD-Fraktion, die eine Ganztagesbetreuung an Grundschulen gefordert hat.

„Die Schullandschaft verändert sich“, erklärte Verwaltungsleiter Walter Springer vor dem Stadtrat. Die Stadt nehme ab Herbst am Modellprojekt „Kooperative Ganztagesbetreuung“ des Freistaats für Grundschulen teil. Eltern wünschten immer häufiger eine Betreuung der Kinder bis 18 Uhr und für die Ferien. Da dieses Modell auch für Kinderkrippen und -gärten vorgesehen sei, gebe es nach der Umsetzung in Mühldorf noch maximal 30 Tage im Jahr ohne Betreuungsabgebote.

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Derzeit gibt es ein Nachmittagsbetreuungsangebot an den Grundschulen durch die Volkshochschule. Laut Springer werde durch die „Kooperative Ganztagesschule“ diese Betreuung ausgeweitet und die pädagogische Ausrichtung gestärkt. Springer betonte, dass die Stadt Geld investieren müsse, schon im September sei die Einstellung von Mitarbeiterinen nötig. Neben 4,5 Stellen für Fachkräfte gebe es Arbeit für drei sogenannte Ergängzungsmitarbeiter. Die Anstellung sei finanziell im derzeitigen Rahmen machbar, sagte Springer. Die zusätzlichen Personalkosten bezifferte er auf 300 000 Euro, die Sachkosten auf 50 000 Euro. Die Einnahmen von Elternbeiträgen und die Förderung durch das Ministerium führe zu einem höheren Deckungsgrad als bei der regulären Betreuung in Kindergärten- und krippen.

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„Die Einnahmen sollten das einbringen“, betonte Springer. Dr. Reinhard Wanka (UWG) würdigte die Leistung der Stadt, Ganztagesbetreuung bereits fünf Jahre vor Eintreten des Rechtsanspruchs anzubieten.

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