TSV Mühldorf fordert weitere Schulturnhalle: Zehn Millionen für Neubau nicht zu stemmen

Wenn der Sohn die Mama ehrt:TSV-Vorsitzender Stefan Schörghuberdankt seiner Mutter Elfriede für 55-jährige Mitgliedschaft. Rath

Der TSV 1860 Mühldorf wächst und wächst. Genau 1784 Mitglieder hatte Mühldorfs größter Sportverein Ende 2018. Zum Vergleich: 2012 waren es fast 300 weniger gewesen. Entsprechend erfreut zeigte sich TSV-Vorsitzender Stefan Schörghuber auf der Jahreshauptversammlung im TSV-Stüberl, auf der es einmal mehr um das Thema Turnhallen-Neubau ging.

Mühldorf – .In ihren Ämtern bestätigt wurden neben Stefan Schörghuber auch Stellvertreter und Sportwart Rainer Preß, Geschäftsführerin Cathrin Rost, Kassenwart Erika Hora und Schriftführerin Simone Rösler.

Über 1780 Mitglieder beim TSV Mühldorf

Die Mitgliederzahl des TSV könnte laut Schörghuber in absehbarer Zeit noch steigen, eventuell werde der Versehrtensportverein eingegliedert. Dies würde in etwa 300 Mitglieder mehr bedeuten.

In Sachen Sportstättenplanung erläuterte Schörghuber, dass die aktuelle Baumaßnahme am Laufen sei: Die Arbeiten für Umkleiden und Gastronomie im Tennisbereich seien im Soll. Es läuft gerade die Ausschreibungs- und Angebotsphase. An Gesamtkosten sind 650 000 Euro zu erwarten, wovon die Stadt 270 000 Euro übernimmt.

In nächster Zukunft plant der TSV Mühldorf zudem den Bau einer neuen Turnhalle. Die bestehende Halle ist 45 Jahre alt, die sanitären Anlagen bedürften einer dringenden Sanierung, so Stefan Schörghuber. Der Hallenboden sei bedenklich, die Heizung mache es nicht mehr lange. Auch energetisch sei die Halle katastrophal. Die Raumkapazitäten reichten nicht mehr aus, die Zuschauertribüne diene zum Beispiel schon der Rhythmischen Sportgymnastik und den Freizeitboxern. Vor allem mehr Gymnastikräume wären nötig. Optimal wäre der Bau einer Dreifachturnhalle, deren geschätzte Kosten von zehn Millionen Euro der TSV nicht stemmen könne, so der Vorsitzende weiter. Immerhin: Der Schimmelalarm in der Turnhalle stellt sich als falsch heraus.

Schörghuber sieht für die Zukunft nur eine Lösung: Die Stadt baut eine Schulturnhalle, der TSV könnte dann deren freie Kapazitäten ab dem Nachmittag nutzen. In das selbe Horn stieß auch Landratskandidat Max Heimerl, der als Schulleiter des Beruflichen Schulzentrums kein Problem sieht, dass bei den immensen Kosten eine Turnhalle auch ausgelastet ist.

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Mühldorfs zweite Bürgermeisterin Ilse Preisinger-Sontag sieht das ebenso, sie betonte auch, dass die Stadt Mühldorf den Sport immer unterstützt habe und dies auch in Zukunft tun werde. Sie werde sich auch im Kreistag für den Turnhallenbau einsetzen.

Abschließend warb Stefan Schörghuber für eine deutliche Erhöhung der Zuschüsse durch die Stadt und eine Erhöhung der Rücklagen für Investitionen. Wünschenswert wäre auch ein städtischer Mitarbeiter, der sich hauptamtlich um die Sportvereine kümmert. Bürgermeisterin Marianne Zollner betonte, dass die Stadt die Jugendförderung um zwei Euro pro Kind und Jugendlichen erhöht habe, was dem TSV sehr zugute komme.

Es folgte ein Rückblick auf die Aktivitäten der einzelnen Abteilungen: viele Bilder, kurze Filmeinlagen und eine eingängige Musik vermittelten einen guten Einblick, wie vielfältig der TSV Mühldorf aufgestellt ist. Unter anderem haben die Schäffler eine überragende Tanzsaison hingelegt. Ihr Vorsitzender Thomas Linhart berichtete, dass die 45 Tänzer 14 Trainingsabende absolviert und an 17 Tanztagen 144 Auftritte hingelegt hätten. Die Einnahmen für den TSV lagen bei 12 000 Euro.

Turnvater Werner Klöpper geehrt

Stefan Schörghuber nahm anschließend zwei persönliche Ehrungen für Werner Klöpper und Daniela Bruckner vor: Werner Klöpper konnte krankheitsbedingt nicht anwesend sein. Daher nahm der Vereinschef die Laudatio per Smartphone auf und sandte sie Klöpper. Dieser ist seit 40 Jahre Trainer beim TSV und leitet das Kunstturnleistungszentrum. Er habe, so Stefan Schörghuber, den Namen des Vereins und der Stadt in die Welt hinausgetragen und durch Auftritte in Fernsehsendungen wie „Wetten Dass?“ bekannt gemacht. Daniela Bruckner repräsentiere in außergewöhnlicher Form die Volleyballabteilung. Ihr Vater sei der erste Übungsleiter gewesen, sie übe diese Funktion nun selbst aus und ihre Kinder spielen auch Volleyball. So gebe es zum ersten Mal beim TSV Volleyball in der dritten Generation.

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