Knappe Abstimmung im Verkehrs-Ausschuss

Mühldorf: Für ein Jahr Spielstraße - neue Verkehrsregelung am Cegledring – Anwohner gespalten

Aus Tempo 30 wird Schrittgeschwindigkeit: Am Cegledring in Mühldorf unternimmt die Stadt einen einjährigen Probeversuch.
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Aus Tempo 30 wird Schrittgeschwindigkeit: Am Cegledring in Mühldorf unternimmt die Stadt einen einjährigen Probeversuch.
  • Markus Honervogt
    vonMarkus Honervogt
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Die Anwohner sind sich nicht einig, etwa die Hälft fordert eine Spielstraße, ein Teil ist dagegen, der Rest hat sich nicht gemeldet: Jetzt wird der Cegled-Ring in Mühldorf Nord zu Spielstraße. Fraglich ist, ob es dabei bleibt.

Mühldorf – Der Cegledring in Mühldorf wird für ein Jahr zur Spielstraße. Mit sechs zu fünf stimmte der Verkehrs-Ausschuss für die befristete Einführung dieser Regelung, danach soll die Akzeptanz und Wirksamkeit erneut überprüft wird.

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Im Vorfeld der Sitzung hatte die Stadt Anwohner um ihre Meinung gebeten, wie sie zur Einführung einer Spielstraße im Cegled-Ring. Bürgermeister Michael Hetzl (UWG) sagte: „Die Hälfte ist dafür, ein gewisser Teil dagegen, einige haben sich nicht geäußert. Wir müssen diskutieren: Reicht die hauchdünne Mehrheit, das zu machen?“ Hetzl sagte, dass es dort keinen Durchgangsverkehr gebe, weil der Ring nirgendwo hinführe. Das zulässige Tempo 30 sei auf Grund der Straßenführung kaum zu erreichen. „Einige parken auf der Straße, das würde durch die Regelung ausgeschlossen“, sagte Hetzl

Anwohner nicht noch weiter spalten

Stefan Schörghuber (CSU) fürchtet, dass sich die Spannungen unter den Anwohnern verstärken, wenn eine Spielstraße eingerichtet wird. Er regte Verengungen und die Regelung der Straße als Einbahnstraße an.

Nach Ansicht von Dr. Matthias Kraft (Grüne) gehe es in einer Spielstraße nicht darum, dass dort gar nicht geparkt werden dürfe. Parkbereiche müssten aber ausgewiesen werden. „Wir reden von einer halben Minute Zeitverlust, wenn wir dort eine Spielstraße machen.“ Er regte eine Mediation unter den Anwohnern an, um sie ins Gespräch zu bringen. Zugleich sprach er sich dagegen aus, dass im Zweifelsfall immer für das Auto entschieden werde.

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Zacharias Spörl (Grüne) nannte die Einschränkungen relativ gering, mit denen aber viel für Kinder erreicht werden könne. Spörl bezifferte die Zahl der Kinder, die entlang der Straße wohnen, auf 30.

Für eine Testphase für ein Jahr sprach sich Claudia Hungerhuber (SPD) aus. „Vielleicht erweist sich in dieser Zeit, dass eine Tempo-30-Zone ausreichen würde.“

Autofahrende Anwohner sind die schlimmsten

CSU-Fraktionssprecher Stefan Lasner und Oskar Stoiber (beide CSU) betonten, dass auf dieser Straße ausschließlich Anwohner unterwegs seien, „das sind die schlimmsten“, sagte Lasner und warnte vor allzu vielen Nachfolgewünschen in anderen Straßen. Mehrere Redner wiesen darauf hin, dass es in unmittelbarer Nähe einen großen Spielplatz gebe.

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Bürgermeister Hetzl warnte, dass Schritttempo nicht zu kontrollieren sei. „Das könnte auch eine vermeintliche Sicherheit geben.“

Mit knapper Mehrheit führte der Ausschuss die Spielstraßen-Regelung ein, nach der Kinder auf der Straße spielen dürfen und Autos maximal Schrittgeschwindigkeit fahren dürfen. Die Regelung ist zunächst auf ein Jahr befristet.

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