Bilanzsumme stieg um 500.000 Euro

Stadtwerke Mühldorf: Das Hallenbad bleibt das Sorgenkind

Ein neues Hallenbad hat noch lang keine Vorfahrt: Die Zukunft des maroden Gebäudes bereitet den Stadtwerken zunehmend Sorgen. Genau wie der Bau eines neuen, das vermutlich zwischen 25 und 30 Millionen Euro kosten wird.
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Ein neues Hallenbad hat noch lang keine Vorfahrt: Die Zukunft des maroden Gebäudes bereitet den Stadtwerken zunehmend Sorgen. Genau wie der Bau eines neuen, das vermutlich zwischen 25 und 30 Millionen Euro kosten wird.
  • Markus Honervogt
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Die Stadtwerke Mühldorf haben Corona bis jetzt gut überstanden. Das liegt daran, dass vor allem die Unternehmen, die von den Stadtwerken Strom beziehen, gut durch die Krise gekommen sind. Sorgen bereitet den Stadtwerken etwas ganz anderes.

Von Markus Honervogt

Mühldorf – Die Stadtwerke, das traut sich Geschäftsführer Alfred Lehmann schon heute zu sagen, sind gut durch die erste Corona-Welle gekommen. „Wir hätten es schlimmer erwartet“, betont er und bezieht sich damit auf das, was offensichtlich für viele Mühldorfer Firmen gilt. Die Corona-Pandemie hat bisher zu keinen großen Pleiten oder Ausfällen geführt.

Stadtwerke profitieren von guter wirtschaftlicher Lage in der Region

Und davon profitieren natürlich auch die Stadtwerke, deren Kunden nicht nur Privatleute, sondern eben auch viele Firmen sind. „Unsere Kunden zahlen noch“, für Lehmann ein Zeichen, dass es noch keine bevorstehenden Insolvenzen gibt.

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Dieser Bereich ist für die Stadtwerke besonders wichtig, erwirtschaften sie doch den größten Teil ihres Gewinns aus dem Verkauf von Strom. Der lief auch im Vorjahr gut, sodass die Stadtwerke ein Ergebnis von über einer Million Euro erwirtschaften konnten. Die Bilanzsumme stieg um eine halbe Million Euro auf 20,5 Millonen Euro.

Stadtwerke wollen Geld zurück

Wie viel davon den Stadtwerken bleibt, ist offen. Denn als 100-prozentige Tochter der Stadt überweist das Unternehmen den Gewinn an den Kämmerer.

Lehmann hofft auf 200.000 Euro für Sanierungen

Davon fließen dann durchschnittlich 200 000 Euro für Investitionen zurück an die Stadtwerke. In den letzten Jahren gab es zusätzliches Geld zur Sanierung von Wasserleitungen. Lehmann hofft, dass es auch heuer 200 000 Euro gibt, darüber entscheidet der Stadtrat voraussichtlich im November.

Wasserleitungssanierung läuft weiter

Die Sanierung der Wasserleitungen steht kurz vor dem Abschluss 2003 haben die Stadtwerke damit begonnen, jetzt sind laut Lehmann noch 4,5 Kilometer der ältesten Leitungen übrig. Doch auch danach werden die Stadtwerke weiter in diesem Bereich aktiv sein müssen. Um das Leitungsnetz zu erhalten sollen jährlich zwei bis drei Prozent erneuert werden. Geschieht das nicht, drohen wie in den vergangenen Jahren viele Leitungsbrüche mit hohem Wasserverlust. „Diese Rohrbrüche sind weitgehend zurückgegangen“, betont Lehmann.

Verluste haben die Stadtwerke in diesem Corona-Sommer vor allem im Freibad gemacht, in das nur etwa die Hälfte der Besucher gekommen ist. Für Lehmann trotzdem ein gutes Ergebnis. 50 000 Besucher nennt er angesichts der Einschränkungen „nicht schlecht“ und spricht von einem Defizit von voraussichtlich mehr als 100 000 Euro. „Ausschlaggebend ist allerdings die Kostenseite.“ Und die war durch zusätzliche Hygienemaßnahmen und Personal teurer als zuvor. Gut angelaufen sei dagegen die Hallenbadsaison, „es läuft wider Erwarten gut“. Auch die Sauna werde besucht, allerdings lassen die Stadtwerke nicht mehr als 35 oder 40 Schwitzfreunde ein.

Weiter warten auf das Wasser-Gutachten

Was aus Sauna und Hallenbad wird, ist weiter ungewiss. Fakt ist, ein neues Bad können die Stadtwerke nicht finanzieren. Es kostet nach Lehmanns Schätzung zwischen 25 und 30 Millionen Euro. „Die Frage, die der Stadtrat beantworten muss, ist: Wollen wir uns das leisten?“ Lehmann weist darauf hin, dass die Entscheidung nicht auf Dauer rausgeschoben werden könne, da das bestehende Bad immer baufälliger werde.

Noch kein Durchbruch bei Wasserförderung

Noch immer keinen Durchbruch gibt es bei der Zukunft der Wasserversorgung. Das Gutachten über die gemeinsame Nutzung des Wassers im Mühldorf Hart durch die Mettenheimer Gruppe und die Stadtwerke Waldkraiburg lässt weiter auf sich warten. Nach Lehmanns Angaben gab es dort sechs Probebohrungen und einen Pumpversuch, um die Wasserqualität zu erkunden. „Wir hoffen, dass wir nächstes Jahr im Sommer ein Gutachten haben, mit dem wir ins Schutzgebietsverfahren gehen können“, sagt Lehmann und schränkt ein: „Aber das sage ich schon seit Jahren.“

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Die Wasserversorgung der Stadt durch die Mettenheimer Gruppe über die Brunnen in Mößling sei aber gesichert. „Das Grundwasser geht zwar zurück, das ist für uns aber nicht bedrohlich.“

Unverändert 40 Mitarbeiter beschäftigen die Stadtwerke, davon 26 in der Netzagentur. Fünf der Mitarbeiter sind Auszubildende, fünf im technischen Bereich, eine in den Freizeitbetrieben.

Die nächste Eiszeit

Ende November sollte die Eisbahn eröffnen, ob sie das tatsächlich tun wird, ist völlig offen. Das erklärte Stadtwerkechef Alfred Lehmann jetzt. Zwar gibt es ein Hygiene- und Abstandskonzept, das getrennte Ein- und Ausgänge trennen, zwei Kassierstellen und geschlossene Umkleidekabinen vorsieht. Lehmann ist trotzdem skeptisch, dass die Einschränkungen anfang Dezember einen Betrieb ermöglichen. Eine Entscheidung könnte aber erst fallen, wenn die Regel für Dezember bekannt seien.

Gute Nachrichten für Kunden

Heuer wird es keine Erhöhung des Strompreises geben und voraussichtlich auch 2021 nicht. Damit stellen sich die Stadtwerke nach Angaben von Geschäftsführer Alfred Lehmann gegen viele andere Anbieter. Zuletzt hoben die Stadtwerke im Juni 2019 die Preise an. Weil sie heuer Restmengen preiswert eingekauft hat und es Senkungen bei den Abgaben gab, könnte der Preis stabil bleiben, sagt Lehmann: „Wie es jetzt aussieht, müssen wir 2021 nichts machen.“ Allerdings sei noch nicht die Höhe aller staatlichen Abgaben bekannt.“

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