Arbeitskreis will durch „Mitfahrbankerl“ Mobilität rund um Buchbach schaffen

Ein Beispiel aus Oberfranken. So könnte das „Mitfahrbankerl“ aussehen. Auf dem Schild ist das jeweilige Ziel angegeben, wohin der Nutzer des „Mitfahrbankerls“ hinfahren möchte. Da könnte dann beispielsweise Ranoldsberg, Schwindegg oder Oberbergkirchen draufstehen.Oberfranken Offensiv e.V.

„Wenn alle mitziehen, dann schlagen wir auch die Taktung des MVV“. So euphorisch äußert sich Emanuel Rachl, der Initiator des Projektes „Mitfahrbankerl“, nach einem ersten Treffen des entsprechenden Arbeitskreises.

Buchbach – Er wollte die Idee eigentlich erst einmal für die Marktgemeinde Buchbach umsetzen, um so eine Verkehrsverbindung von Buchbach nach Ranoldsberg und zurück zu schaffen.

Doch Bürgermeister Thomas Einwang hatte auch bei den Bürgermeisterkollegen der umliegenden Gemeinden umgehört und sei hier auf ungeteiltes Interesse gestoßen. Deshalb hält Emanuel Rachl es für denkbar, dass es eine Verbindung zwischen Ampfing, Schwindegg, Buchbach, Ranoldsberg und Oberbergkirchen geben kann.

Nachbargemeinden mit ins Boot holen

Beim nächsten Treffen des Arbeitskreises sollen die Bürgermeister der umliegenden Gemeinden eingeladen werden, um „die Nachbargemeinden gleich von Anfang an einzubinden und mit ihnen ein gemeinsames Konzept zu erarbeiten“, hofft Initiator Rachl.

Dabei ist er sich bewusst, dass das Thema „Mitfahrbankerl“ auch erst einmal „in die Köpfe der Bevölkerung kommen muss“. Wenn die Akzeptanz passt, dann sei es möglich, ein gutes Streckennetz mit vielen Fahrern zu schaffen, ist er überzeugt. „Wir müssen hier übergreifend denken, denn die unzureichennde Anbindung ist ja kein buchbach-spezifisches Problem. Hier brauchen wir ein wirkliches Netzwerk“, so Emanuel Rachl.

Die Idee des „Mitfahrbankerls“ ist eigentlich ganz simpel: An ausgewählten Standorten wird eine Bank aufgestellt. An der Bank ist ein Schild, das anzeigt, wohin gefahren werden soll. Wenn also jemand beispielsweise von Buchbach nach Ranoldsberg möchte, setzt er sich auf das entsprechende „Mitfahrbankerl“ und wartet darauf, dass jemand, der ebenfalls nach Ranoldsberg muss, vorbeikommt und ihn mitnimmt.

Das „Mitfahrbankerl“ soll eine Ergänzung zum öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) sein, der ja bei den Isentalgemeinden sowieso nur eingeschränkt nutzbar ist. Dabei hat die Mobilität in der heutigen Zeit einen immer höheren Stellenwert. Doch wenn man auf den ÖPNV angewiesen ist, ist die Beweglichkeit gleich deutlich eingeschränkt.

Hilfe für Senioren und junge Menschen

Betroffen sind davon oftmals Senioren, aber auch jüngere Menschen, die noch keinen fahrbaren Untersatz haben. Abhilfe kann hier das „Mitfahrbankerl“ schaffen. Bei der Sitzung des Arbeitskreises wurden für Buchbach bereits drei unterschiedliche Standorte ausgemacht: der Marktplatz sowie der Ortsteil Steeg und Ranoldsberg.

Emanuel Rachl machte noch einmal deutlich, dass das „Mitfahrbankerl“ neben seinem Beitrag zur Mobilität auch eine ökologische und gesellschaftliche Komponente hat. So ist es sinnvoll, wenn ein Auto mit mehreren Personen unterwegs ist und nicht nur Luft transportiert wird.

Zum anderen können, so Rachl, natürlich auch soziale Kontalte entstehen, wenn ein Autofahrer einen Mitfahrbankerl-Nutzer mitnimmt, den er nicht kennt. „Man lernt neue Leute kennen und der Zusammenhalt innerhalb der Gemeinde wird gefördert“, so Emanuel Rachl.

Neben dem Versuch, beim nächsten Treffen auch die Nachbargemeinden mit ins Boot zu holen, soll dort auch das Thema „Sicherheit“ zur Sprache kommen. Schließlich soll das „Mitfahrbankerl“ nicht deswegen nicht genutzt werden, weil die Bürger Angst haben. Deshalb schwebt Initiator Emanuel Rachl vor, dass sich Autofahrer, die jemand mitnehmen wollen, bei der Gemeinde registrieren und dafür eine Plakette oder Ähnliches bekommen, die sich in ihrem Auto anbringen und so signalisieren, dass sie verlässliche Partner sind. Das wäre dann ein Kriterium in Sachen Qualitätsstandard. Auch mögliche oder notwendige Versicherungen müssen abgeklärt werden.

Scheitern der Idee wäre schade

Das Schlimmste, was passieren kann, wäre, dass die „Mitfahrbankerl“ nicht genutzt werden. Wobei das Bürgermeister Thomas Einwang eher pragmatisch sieht: „Und wenn das Mitfahrbankerl nicht angenommen wird, dann haben wir wenigstens eine zusätzliche Sitzgelegenheit“.

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