74 Schüler müssen zu Hause bleiben

Mit der CO2-Ampel durch den Unterricht: Mettenheims Umgang mit der Quarantäne

Das LED leuchtet grün, die Kohlendixid-Konzentration befindet sich im grünen Bereich: Sogenannte CO2-Ampeln zeigen an, wann Klassenräume gelüftet werden sollten. Der Vorteil liegt für Mettenheims Bürgermeister Josef Eisner auf der Hand: Es muss nicht ständig gelüftet werden, die Klassenräume kühlen nicht aus.
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Das LED leuchtet grün, die Kohlendixid-Konzentration befindet sich im grünen Bereich: Sogenannte CO2-Ampeln zeigen an, wann Klassenräume gelüftet werden sollten. Der Vorteil liegt für Mettenheims Bürgermeister Josef Eisner auf der Hand: Es muss nicht ständig gelüftet werden, die Klassenräume kühlen nicht aus.
  • Josef Enzinger
    vonJosef Enzinger
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40 Corona-Fälle zählte man am Montag in der Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber in Mettenheim. Die positiven Testergebnisse haben auch Auswirkungen auf den Schulbetrieb an der Grundschule in Mettenheim. Dort ist man auf Homeschooling vorbereitet, man nutzt Telefon und Online-Plattformen.

Mettenheim – Dort wurden am Montag gleich drei Klassen in die Quarantäne geschickt, nachdem sich unter den positiv getesteten Bewohnern der Asylbewerberunterkunft auch vier Kinder befinden, die die Jahrgangsstufen eins und zwei sowie die Kombiklasse 1/2 besuchen. Sie alle wurden am Dienstag am Testzentrum an der Schwimmhalle in der Franz-Liszt-Straße in Waldkraiburg einer Reihentestung unterzogen, wie ein Elternteil am Nachmittag mitgeteilt hat.

74 Schüler in Quarantäne

Die Rede ist von 74 Schülern, die ab sofort im Homeschooling betreut werden. Nach den Erfahrungen des ersten Lockdowns in diesem Jahr trifft das die Schule nicht unvorbereitet. „Es gibt verschiedene Kanäle, über die die Grundschüler jetzt beschult werden. Über Telefon, online, oder die Schüler erhalten die entsprechenden Arbeitsblätter ausgehändigt“, erklärt Schulamtsdirektorin Gabriele Rottmüller und zeigt sich dabei relativ gelassen. Sie betont, dass täglich mindestens einmal persönlich Kontakt mit den Kindern aufgenommen werde.

„Gerade in den ersten und zweiten Klassen ist die Bindung zur Lehrkraft nämlich sehr wichtig.“ Im Online-Bereich nutze man die Plattform BigBlueButton, ein Webkonferenzsystem, um in persönlichen Kontakt mit den Kindern und Eltern zu treten.

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Technische Voraussetzungen nicht überall gleich

Wie in anderen Gemeinden ist man aber auch in Mettenheim damit konfrontiert, dass nicht jeder Schüler zu Hause über die technischen Voraussetzungen verfügt. Hier ist die Gemeinde schon vor einigen Monaten tätig geworden, hat über ein Förderprogramm Tablets angeschafft, die sie Familien bei Bedarf als Leihgeräte zur Verfügung stellen kann. „Und wir werden auch weitere Förderprogramme in Anspruch nehmen, um die Schule gut auszustatten“, teilt dazu der Geschäftsführer im Rathaus Mettenheim, Markus Krause mit.

Zehn Leihgeräte zur Online-Beschulung

Für die Quarantäne-Fälle stehen zehn Tablets zur Verfügung, wie Schulleiterin Andrea Zankl mitteilt. Seit Montag früh ist sie in Kontakt mit den Eltern, bespricht sich mit ihnen, stellt Arbeitsmaterialien zur Verfügung, „die wir auf eine Online-Pinnwand hochladen“.

In erster Linie läuft die Kommunikation beziehungsweise die Weitergabe an Aufgaben über die Eltern. „Die Schüler der ersten und zweiten Klassen sind fast noch zu klein, um sie online zu beschulen. Die sitzen mit großen Augen vor den Bildschirmen, trauen sich aber nicht, etwas zu sagen.“ Das Verständnis der Eltern sei groß, „die 14 Tage werden wir schon gemeinsam schultern“, ist Zankl zuversichtlich. Freilich verbunden mit der Hoffnung, dass keine weiteren positiven Fälle hinzukommen und die älteren Jahrgangsstufen weiterhin vor Ort beschult werden können.

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Eltern zeigen sich verständnisvoll

Dafür leistet auch die Gemeinde Mettenheim ihren Beitrag, ist darum bemüht, beste Bedingungen zu schaffen, damit der Präsenzunterricht so lange wie möglich fortgeführt werden kann. „Wir haben sogenannte CO2-Ampeln angeschafft, mit denen die einzelnen Klassenzimmer ausgestattet werden“, berichtet Mettenheims Bürgermeister Josef Eisner. Die Geräte kontrollieren den Kohlendioxid-Gehalt in den Räumen, funktionieren dabei wie eine Ampel. Das heißt: Steigt die CO2-Konzentration, wechselt die Farbe von Grün auf Gelb, bei einem weiteren Anstieg springt sie schließlich auf Rot. „Spätestens dann sollte gelüftet werden, um die Kohlendioxid-Konzentration zu vermindern und damit auch die Infektionsgefahr durch Aerosole in der Luft!“, erklärt Eisner.

Die Pandemie beschäftigt die Gemeinde auch in der nächsten Woche. Die Corona-Situation in Mettenheim steht bei der Gemeinderatssitzung am nächsten Dienstag (19 Uhr) ganz oben auf der Tagesordnung.

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