Mettenheims Bürgermeister Josef Eisner ist ein Bürgermeister für alle Fälle

Sieht sich verwaltungstechnisch noch als Lehrbub: Bürgermeister Josef Eisner (rechts) vertraut auf die Fachkompetenz von Geschäftsstellenleiter Markus Krause.
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Sieht sich verwaltungstechnisch noch als Lehrbub: Bürgermeister Josef Eisner (rechts) vertraut auf die Fachkompetenz von Geschäftsstellenleiter Markus Krause.

Als typisches Sternzeichen Waage ist Josef Eisner ein ausgeglichener Mensch mit Sinn für Gerechtigkeit. Eigenschaften, die sich bewährt haben, seitdem der 45-jährige Landwirt vor rund 100 Tagen das Amt des Bürgermeisters von Mettenheim übernommen hat.

Mettenheim – Denn abgesehen von der umfangreichen Verwaltungsarbeit und anstehenden Bauprojekten musste das neue Gemeindeoberhaupt mit Ereignissen oder Entwicklungen umgehen, die zuvor überhaupt niemand auf dem Schirm hatte. Corona – als alles überschattendes Thema – habe überall Spuren hinterlassen und für Verunsicherung gesorgt, so Josef Eisner. Als Bürgermeister steht man eben ganz vorne und hat nicht nur Rede und Antwort zu stehen, sondern am besten auch noch für schnelle Lösungen zu sorgen.

Konstruktive Zusammenarbeit

Lösungen, die er beispielsweise mit Blick auf den Schulbetrieb selbst noch nicht anbieten kann, da derzeit wenige Informationen oder Vorgaben aus München fließen. Man schaue sich an, wie es in anderen Bundesländern läuft. „Anfang September wissen wir mehr!“

Dann wird auch wieder der Gemeinderat zusammenkommen. Und der habe nach einer turbulenten Anfangsphase im Zuge der hauchdünn für Josef Eisner ausgegangenen Stichwahl und der Ämterverteilung, mit der nicht jeder glücklich war, eine harmonische und konstruktive Arbeit aufgenommen. Man habe einfach miteinander telefoniert und gemeinsame Lösungen gefunden. Miteinander reden. Auf der Basis laufe es auch in der Verwaltung sehr gut. „Es ist gewaltig, welche Aufgaben die rund zehn Mitarbeiter im Rathaus stemmen. Und obendrein hilft mir mein fachlich bestens geschultes Personal, in die Aufgaben einer Gemeindeverwaltung hineinzufinden.“

„Noch-Lehrbub“ kann sich auf seine Verwaltung verlassen

Momentan betrachtet sich Josef Eisner noch als „Lehrbub“. Auf die Verwaltung könne er sich voll und ganz verlassen. Das bestätigt auch der Mann im Nebenzimmer: Markus Krause, der seit eineinhalb Jahren die Geschäftsstellenleitung der Gemeinde innehat, freut sich, dass sein „Chef“ so offen ist. „Anfangs waren wir alle ganz aufgeregt und neugierig auf den jungen Bürgermeister“, erzählt der 47-jährige gebürtige Berliner, den es nach seiner langen Verwaltungstätigkeit in München gerade deswegen auf das Land gezogen hat, weil er hier „direkt an den Menschen dran“ arbeite. Und mit Josef Eisner klappt das auch.

Apropos Bürgernähe. Die war für den neuen Bürgermeister coronabedingt erst einmal schwierig. Es blieb das Telefon, das auch mal spät abends oder sonntags klingelte. Man kennt sich eben im Ort. Und auch jetzt bei der Bürgersprechstunde geht es in Mettenheim eher locker zu. „Es ist mir ganz recht, wenn mich die Leute vorher anrufen und mir sagen, wo der Schuh drückt. Dann schaue ich mir gleich vor Ort an, worum es geht.“

Unkomplizierte, schnelle Wege

Es jedem recht machen, das könne Josef Eisner freilich nicht. Besonders wenn – wie es in diesem Sommer schon öfters vorgekommen ist – Bürger wegen ihres Pools im Garten anrufen und um Hilfe bitten; die Feuerwehr zum Auffüllen zu schicken, weil „zu wenig Druck auf der Leitung“ sei, das sei nun nicht seine Aufgabe. Solche Vorfälle nimmt Josef Eisner mit Humor.

Aufgeregter sei er schon vor seiner ersten Hochzeit im Rathaus gewesen. Insgesamt waren es bereits drei. „Es ist eine Freude, überhaupt gefragt zu werden!“ Geburtstage, Jubiläen, aber auch Beerdigungen: Als Bürgermeister nimmt er Anteil an den Schicksalen seiner Gemeinde.

Das Bürgermeisteramt ist ein Ehrenamt, das Josef Eisner rund um die Uhr beschäftigt. Je nach Termin pendelt er zwischen seinem Hof mit Biogasanlage, auf dem er trotz neuem Vollzeitmitarbeiter immer noch kräftig mit anpackt, und dem, fünf Minuten entfernten, Rathaus hin und her. „Es kommt schon vor, dass ich mich am Tag mehrmals umziehe“, sagt der dreifache Familienvater mit einem Lächeln. Seine verständnisvolle Familie unterstütze ihn nach Kräften. Und auch dafür ist Josef Eisner dankbar. Ohne Verständnis für seine neue Verantwortung sei es schwierig. „Eigentlich wollte ich mit meiner Frau und den drei Jungs am Gardasee Urlaub machen. Den haben wir zum Bedauern aller kurzfristig abgesagt.“ Nicht auszudenken, wenn sich wenige Tage vor Schulbeginn jemand anstecken würde.

Gemeindeleben wiederbeleben

Dennoch: Den Jungen in der Gemeinde etwas bieten, darum hat sich Josef Eisner trotz Pandemie-Krise bemüht. Turnhalle und Sportplätze konnten mit Auflagen genutzt werden; auch das Ferienprogramm wurde nicht abgesagt. „Das Problem lag eher in der mäßigen Nachfrage“, gibt der Bürgermeister zu bedenken.

Die Menschen später wieder heraus in ein geselliges Gemeindeleben zu holen, Vereinsleben und Feste wiederzubeleben, das liegt dem 45-Jährigen besonders am Herzen. Doch das werde wohl dauern. Zumindest der Weihnachtsmarkt direkt vor dem Rathaus werde wohl in diesem Jahr ausfallen. Das ist ein Tagesordnungspunkt der nächsten Gemeinderatssitzung Anfang September, verrät Eisner. Genauso wie die Ausschreibung zum Neubau der geplanten Kinderkrippe und weitere Bauprojekte. Denn – und das bewertet Josef Eisner absolut positiv mit Blick auf die ersten Monate – die anstehenden Aufgaben, die werden in Mettenheim zügig und mit gemeinsamer Kraftanstrengung angepackt.

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