Medienerziehung soll sinnvoll genutzt werden

Jonas Schwarzenböck, Samira Löwenberg, Julian Duschl und Niklas Rott (von links) probierten im Rahmen der Medienerziehung auch eine „Toniebox“ aus.
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Jonas Schwarzenböck, Samira Löwenberg, Julian Duschl und Niklas Rott (von links) probierten im Rahmen der Medienerziehung auch eine „Toniebox“ aus.

Ampfing –An einem Modellversuch „Medienkompetenz in der Frühpädagogik“ beteiligte sich die Kinderkrippe „Isenzwergerl“ Ampfing als eine von 100 Modellkitas in Bayern.

Über zwei Jahre wurden sie durch einen Mediencoach und das Staatsinstitut für Frühpädagogik begleitet.

Bestandteilder Bildungsarbeit

In einer von Medien geprägten Welt müsse Medienerziehung als Bestandteil der Bildungsarbeit gesehen werden – und die beginne bereits in den Kinderkrippen. Kinder wachsen heute in eine digitale Welt hinein. Das Leben ist von digitalen Medien und Informations- und Kommunikationstechnik geprägt. Kinder erkennen früh, welche Bedeutung mobile und digitale Medien für ihre Eltern und Geschwister haben und wollen diese auch selbst erfahren. Viele verfügen daher schon über Medienerfahrungen, wenn sie in die Kita kommen.

Vor diesem Hintergrund gewinnt der Medienbildungsauftrag von Kindertageseinrichtungen, wie er bereits im Bayerischen Bildungs- und Erziehungsplan verankert ist, an Bedeutung und Gewicht. Es ist eine Kita-Aufgabe, die Lebenswelten von Familien und Kindern in die pädagogische Arbeit einzubeziehen und sich der Verantwortung, Kinder auf einen eigenverantwortlichen Umgang mit Medien vorzubereiten, zu stellen.

Die UN-Kinderrechte auf Zugang, Bildung und Schutz in der digitalen Welt müssen eingehalten werden. Das heißt sowohl die Chancen, die im Mediengebrauch liegen, zu nutzen wissen, als auch die Risiken zu kennen und diesen präventiv zu begegnen.

Im Rahmen des Modellversuchs wurden vom Ampfinger Krippenteam viele verschiedene Funktionen, Apps und Medien ausprobiert. Einige hätten sich bewährt und würden künftig im Team, aber auch mit den Kindern weiterverwendet. Zum richtigen Umgang wurden durch das Krippenteam Regeln zum Datenschutz sowie zum Umgang digitaler Medien mit Kindern erarbeitet. Bei jedem Bildungsangebot im Bereich der Medien stehe das Gespräch zwischen den Kindern und den Pädagogen im Vordergrund. Im Anschluss wird gemeinsam reflektiert und das Erlernte wiederholt. Der entwicklungsgemäße Medieneinsatz unterstützt und stärkt zugleich die Kreativität, sprachliche Entwicklung, Problemlösefähigkeit und die Denkentwicklung des Kindes. Das Team achtet auf den Einsatz der digitalen Medien als Werkzeug und als Ergänzung zu den weiteren anderen pädagogischen Angeboten. Beispielsweise kann im Morgenkreis das Bild eines seltenen Tieres gesucht werden und im Anschluss ein Lied zu diesem Tier gesungen werden. Medien sollen direkte sinnliche Erfahrungen und körperliche Aktivitäten nicht ersetzen, sondern diese bereichern. Sie stellen eine zusätzliche Ausdrucksform dar, derer sich die Kinder bedienen können. Medien können als Chance gesehen werden, die kindliche Wahrnehmung zu erweitern und neue Möglichkeiten zum kreativen Handeln bieten. Außerdem können die Kinder sie als Werkzeuge einsetzen, die sie beim Lernen durch Spielen, Entdecken und Ausprobieren unterstützen. stn

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