Maximaler Gewinn ist längst nicht alles

Mühldorf - Zum 17. Mal veranstaltet das Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft das Planspiel «Play the Market». Daran nehmen auch Gymnasiasten aus dem Landkreis Mühldorf teil.

Mit Erfolg: Julia Wichmann, Isabella Raida und Daniela Eixenberger aus Waldkraiburg haben es in die Zwischenrunde geschafft.

Entlassungen sind keine leichte Sache, auch wenn sie nur virtuell sind. «Wir haben lange diskutiert, ob wir das machen», meint Waltraud Rottach. Zusammen mit Aglaia Neumann (17) und Verena Bauer (18) leitet die 18-Jährige die Firma «Barona», die den Rucksack «Andenfuchs» herstellt.

Ihre Waldkraibuger Konkurrentinnen Barbara Misthilger (16), Andrea Mittermaier (15) und Marina Andresen (15) von der BAM-AG, ebenfalls Produzentinnen des «Andenfuchs», standen vor der gleichen Entscheidung: «Wir haben versucht, Entlassungen zu vermeiden, aber einmal ging es nicht.» Beide Unternehmen sind Teams im Rahmen des Planspiels «Play the Market», das heuer zum 17. Mal stattfindet.

Rund 1650 Schüler haben in der virtuellen Marktwelt die Gelegenheit, sich mit ökonomischen Gegebenheiten aus der Perspektive eines Unternehmers vertraut zu machen. Auf jedem der 20 Märkte befinden sich bis zu 25 Teams als imaginäre Firmen im Wettstreit. In drei großen Runden soll das beste Team ermittelt werden - es gewinnt eine Reise nach New York.

Chancen auf den Hauptgewinn haben nur noch Julia Wichman (16), Isabella Raida (16), und Daniela Eixenberger (16) vom Gymnasium Waldkraiburg. Sie haben mit ihrer «Funny Paket AG» als einziges Team aus dem Landkreis die erste Runde überstanden und stellen sich an diesem Wochenende den Herausforderungen in Runde zwei.

Erfolg zu haben ist dabei nicht nur eine Frage des größtmöglichen Gewinnes. Auch das Image der Firma spielt eine Rolle, und das bemisst sich danach, wie umweltfreundlich ein Unternehmen produziert - und wie sozial. «Man muss das Volkswirtschaftliche und das Betriebswirtschaftliche in die Waage bringen», meint Aglaia Neumann. Unter dem Strich geht es dann aber wieder nur um den finanziellen Erfolg: «Wie im richtigen Leben».

Doch kann ein virtuelles Spiel überhaupt den realen Markt nachahmen? «Eine Finanzkrise kann man nicht simulieren», räumt Aglaia Neumann ein. Die drei Zwölftklässlerinnen haben vom Leiter ihres Wirtschaft-Leistungskurses von «Play the Market» erfahren. «Ich denke, wenn wir einmal in einem Unternehmen anfangen, sind die Erfahrungen hier sehr nützlich», glaubt Verena Bauer.

Den Kolleginnen aus der zehnten Gymnasiumsklasse geht es mehr um die neue Erfahrung. «Es hat sich einfach interessant angehört», erzählt Barbara Misthilger. Immer montags hatten sich die drei Mädchen während der Vorrunde zusammengesetzt und neue Entscheidungen für ihre Firma getroffen. Dabei konnten sie sich an Marktdaten und Firmenimage orientieren. In die nächste Runde vorgerückt sind diese beiden Teams aber nicht. Platz neun hat «Barona» immerhin erreicht, die BAM-AG ist sogar auf Platz sechs gelandet. Entmutigen lassen wollen sie sich dadurch aber nicht: «Nächstes Jahr machen wir auf jeden Fall wieder mit» sagt Barbara Misthilger, «vielleicht bringen wir es dann besser hin.»

Für die drei Mitglieder der «Funny-Paket AG» wird es in Hersbruck bei Nürnberg an diesem Wochenende in der Zwischenrunde ernst. Ziel ist der Einzug ins Finale in München, wo dann die besten zehn Teams aus Bayern gegeneinander antreten. Die Strategie: «Wir werden versuchen, den Unternehmensgewinn zu maximieren, aber trotzdem das Image nicht vergessen.» lea/mk

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