Max-Seelos-Orchester: Wie der Vater, so der Sohn

Annika Fischer und Björn Busslersteckten das Publikum mit ihrer Fröhlichkeit an.
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Annika Fischer und Björn Busslersteckten das Publikum mit ihrer Fröhlichkeit an.

Ausverkauft - natürlich, denn wenn ein Seelos zu einem Konzert in das Kulturzentrum Kantine lädt, lassen sich die Töginger nicht lange bitten. Das Max-Seelos-Orcheser gastierte unter der Leitung des Sohnes vom legendären Töginger Bandleader Ambros Seelos hier zum ersten Mal.

Töging – Und so war die Spannung recht groß, was die Besucher erwarten würde. Max Seelos selbst stand – allerdings in einer ganz anderen Formation – bereits in Töging auf einer ganz anderen Bühne: Im Silo gastierte er mit einer Punk-Band. Aber statt Punk startete das Konzert mit „In The Mood“, dem wohl bekanntesten Stück der Big-Band und Swing-Ära, mit dem Glenn Miller berühmt wurde. Damit brachten die neun Musiker viel Schwung in den Saal und legten die musikalische Latte hoch, der sie mit ihrer bunten Auswahl der Musikstücke mehr als gerecht wurden.

Neben den klassischen Stücken wie „Sail along Silvery“ von Max Greger, „Route 66“ von Chuck Berry und „Beyond the Sea“ von Jack Laurence wanderten sie nicht nur durch die unterschiedlichen Zeitepochen, sondern überraschten immer wieder mit unterschiedlichen Musikgattungen, wie zum Beispiel einem Udo-Jürgens-Schlager-Medley, bei dem das Publikum so richtig mitging.

Und auch ein Gesangsduo gehörte zur Gruppe: Annika Fischer und Björn Bussler begleiteten die meisten Stücke. Mal solo, mal im Duo strahlten beide auf der Bühne um die Wette und gaben dem Konzert nicht nur eine ganz besondere locker-charmante Note, sondern steckten das Publikum mit ihrer Fröhlichkeit richtig an.

Im zweiten Teil nach der Pause legte das Orchester mit Gitarre, Schlagzeug, Keyboard und dem Kernstück, einem Bläser-Quintett, noch einmal nach und wurde fetziger, souliger, bluesiger und popiger. „When your smiling“ von Frank Sinatra, oder „Keep on Running“ von der Spencer Davis Group brachten den Saal genauso zu kochen, wie die legendäre Bluesnummer „Everybody needs somebody to love“, einem Stück, das aus dem Blues-Brothers-Film bekannt ist und auch die Rolling Stones spielen.

Mit „It´s Rainig Man“ von den Weather Girls konnte Annika Fischer aus voller Kehle endlich zeigen, was stimmlich in ihr steckte und legte gleich noch einmal in Tina-Turner-Manier mit „Simple the best“ hingebungsvoll nach, was mit langem Applaus und stehenden Ovationen vom Publikum belohnt wurde. Mit der Zugabe und eher ruhigen Nummer „Up where we bolong“ sollte das Konzert eigentlich enden, doch die Besucher ließen nicht locker und forderten einen musikalischen Nachschlag.

Damit schien die Band nicht gerechnet zu haben und musste sich erst einmal einige Minuten absprechen bis sie schließlich das Konzert mit „I did it my Way“ von Fank Sinatra ausklingen ließen.

Hat das Orchester um Max Seelos es nun in seiner Weise gespielt, wie sie es im Abschluss besangen oder ähnelten sie mehr dem großen Vorbild der Ambros Seelos Band? Nun, wahrscheinlich eine Mischung aus beidem, viele Songs wurden nach dem Arrangement des Vaters gespielt und schließlich um neuere frischere Songs und Arrangements ergänzt.

Der große Unterschied zu der Band seines Vaters war allerdings das Alter der Musiker, die deutlich jünger sind. Und, dass sich das Publikum sehr lange fragen musste: „Wer ist denn nun der Max“. Der stand nämlich nicht im Vordergrund, sondern bediente im Hintergrund das Schlagzeug und wurde erst zum Schluss den Besuchern vorgestellt. Die schienen sich beim anschließend beim Hinausgehen einig zu sein: „Schön, dass es diese Musik gibt. Und dass es einen Seelos gibt“. reu

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