Maßnahmen gegen den Autobahnlärm diskutiert

Grünen-Landtagsmitglied Andreas Krahl regte eine Petition im Landtag an, um dem Lärm der neuen A 94 zu Leibe rücken zu können. Sutherland

Auch die Grünen im Landkreis haben die Beschwerden über den Lärm des neu eröffneten Teilstücks der A 94 erreicht. Im voll besetzten Wirtshaus Pointvogl-Jodl sammelte Kreissprecherin Judith Bogner zunächst einige Eindrücke der Betroffenen ein.

Obertaufkirchen – So ist bei Rattenkirchen die Oberfläche der Fahrbahn so rau, wie sonst nirgends. Daher sind die Reifengeräusche dort sehr laut zu hören, äußerte ein Anwohner. Im Außenbereich von Obertaufkirchen, bei Ebering, sind es die Dehnungsfugen, die den Lärm mit verursachen. Mitterrimbach leidet ebenfalls unter dem Lärm. Hier sind es Glasschallschutzwände, die keinen Schutz darstellen. Stierberg habe nicht einmal diese bekommen, beklagte ein Anwohner. Auch aus Buchbach waren Bürger gekommen, die zwar vom Lärm der A 94 nicht betroffen sind, jedoch von einer B 15 neu betroffen wären. Sie äußerten sich besorgt wegen der Zustände an der A 94. Andreas Krahl (MdL, Grüne), sagte, um die Beschwerden politisch umzusetzen, müssten sie auf eine offizielle Ebene gehoben werden. Ein Problem mit den Messungen sei, dass der Schall schwankt und so einen Dauerzustand des Grenzwertes von 64 Dezibel nicht erreiche. Krahl sagte, die Aussicht, dass der Bund nachbessere, sei damit gering. Die Opposition müsse sich an die Grenzwerte halten. Wenn man an der Regierung ist, könne man die Grenzwerte ändern. Er empfahl, über Dr. Marcel Huber (MdL, CSU) einzuwirken, dass objektive, staatliche Messungen gemacht werden. Das Mittel, das ihm zur Verfügung stünde, um noch vor den Wahlen Gehör zu finden, sei eine Petition. „Das muss von euch kommen“, sagte er.

Hermann Hager, Gemeinderat in Schwindegg, brachte die Idee ein, offizielle Messungen vorab zu sondieren. Er konnte Geräte und Messvorgehen empfehlen. Er wies darauf hin, dass für Wohngebiete die Lärmwerte bei 57 Dezibel liegen und dass sie bei Gewerbegebieten und Außengebieten am höchsten angesetzt sind.

Krahl versprach, einen Antrag für den Landtag auszuarbeiten für ein Tempolimit. Die besten Chancen hätte es, wenn es auf ein halbes Jahr beschränkt sei. Es sollte die Maximalforderung von 60 Kilometer pro Stunde für Lastwagen und gleichzeitig ein Überholverbot für Lastwagen beinhalten.

Die Fraktionssprecherin der Grünen im Kreistag, Cathrin Henke, kam auf die Resolution zu sprechen, die im Gemeinderat von Obertaufkirchen einstimmig verabschiedet worden war. Eine ähnliche Resolution war zuvor in Dorfen beschlossen worden. Sie empfahl, es wäre gut, wenn alle betroffenen Gemeinden wortgleich diese Resolution verabschieden würden. Peter Huber, Fraktionsvorsitzender der UWG im Kreistag, ergänzte, hier solle eine namentliche Abstimmung für die Resolution gefordert werden, um die Aufregung der Geschädigten möglichst schnell unterzubringen, damit eine breite Masse des Kreistages mit ihnen fühlt. Seine Eingabe sei bereits an den Landrat gegangen. Wichtig war Cathrin Henke, dass das Thema am 13. Dezember in der Kreistagssitzung behandelt wird. Kreissprecherin der Grünen Judith Bogner schloss, „egal welche Farbe dahintersteht, das Problem geht uns alle an.“ sn

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