Im Maskenbad

Sie erinnern sich? Freibad, das war früher der erste, halb nackte Körperkontakt zum anderen Geschlecht mittels Untertauchen im Nichtschwimmerbecken.

Das waren tropfnasse Menschenschlangen vor Rutsche und Pommes-Bude, Babys, die im Planschbecken übereinander kugelten. Frauen, die schon morgens und selbst bei Nieselregen dicht nebeneinander und ratschend ihre Bahnen zogen, leicht bauchige Männer in Ministrings, die fröhlich miteinander am Weißbier nippten.

Früher.

Jetzt verschärfen dort Maskenpflicht und Abstandsregeln alle Probleme, die Corona mit sich bringt: Jugendliche verpassen den wichtigsten Schritt ihrer pubertären Entwicklung, Babys den Kontakt mit Gleichaltrigen, Frauen die neuesten Nachrichten. Und Männer greifen voll Verzweiflung zum stillen Wasser auf der heimischen Terrasse.

All das könnten die Schneiderinnen aus Mühldorfs Altstadt verhindern, die „The Masked Singer“ bei Pro Sieben ausgestattet haben. Ihr neues Projekt: „The Masked Swimmer.“ Sehr spektakulär. Und so sieht man dank eingearbeiteten Schnorchels schon bald Drachen untertauchen, Chamäleons ihre Bahnen ziehen oder Wuschels zufrieden am Biertisch hocken. Auf geht‘s in die Maskenbäder.

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