Mehr Anschlüsse nötig?

Marktgemeinde Buchbach will in die zentrale Wärmeversorgung einsteigen, wünscht sich aber Förderung

In der Schulstraße sollen Schule, Kulturhaus, Turnhalle und Pfarrheim zentral beheizt werden. Ein neues Förderprogramm eröffnet die Möglichkeit, dass noch mehr Interessenten angeschlossen werden können.
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In der Schulstraße sollen Schule, Kulturhaus, Turnhalle und Pfarrheim zentral beheizt werden. Ein neues Förderprogramm eröffnet die Möglichkeit, dass noch mehr Interessenten angeschlossen werden können.
  • Harald Schwarz
    vonHarald Schwarz
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Die Marktgemeinde möchte in die zentrale Wärmeversorgung einsteigen. Das ist eigentlich nichts Neues, das hat sie bereits seit vielen Jahren vor. Das erste Konzept scheiterte daran, dass sich zu wenig Interessenten fanden, die Wärme von der Gemeinde abnehmen wollten.

Buchbach – Das zweite, abgespeckte, Konzept sah eine Versorgung von Grund- und Mittelschule, Kulturhaus, Kindergarten- und -krippe, Sporthalle sowie Pfarrheim vor. Dazu hatte ein Ingenieurbüro bereits ein Konzept erarbeitet. Vorgabe war, dass die Heizung mit Hackschnitzel beheizt werden soll, die von regionalen Erzeugern kommen.

BioKlima oder Wärmenetz 4.0?

Als im Marktgemeinderat die Frage nach Fördermitteln auftauchte, machte sich die Verwaltung auf die Suche und fand das Programm „BioKlima“. Marktgemeinderat Franz Bauer (CSU/FWB) machte auf ein weitergehendes Förderprogramm – „Wärmenetz 4.0“ – aufmerksam, das aber für das geplante Projekt nicht greift. Dazu müssen unter anderem mehr Anschließer gefunden werden. Etwas, was die Gemeinde schon ohne Erfolg versucht hatte.

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Mit dem Förderprogramm wird das ganze Projekt gefördert

In der November-Sitzung stellte Elias Bettrich vom Ingenieurbüro Ratioplan das Förderprogramm – „Wärmenetz 4.0“ dennoch vor. Er hob hervor, dass mit diesem Förderprogramm nicht nur eine einzelne Maßnahme gefördert wird, sondern das ganze Projekt. Bettrich ergänzte, dass das Projekt „Zentrale Wärmeversorgung“ aber auch einen gewissen Grad an Innovationen brauche und mindestens 100 Abnehmer gefunden werden müssten, damit Fördermittel fließen. Das bedeutet, so der Planer, dass man versuchen müsse, die Wärmeversorgung auf den gesamten Ortskern auszuweiten.

Der Planer stellte die einzelnen Verfahrensschritte ausführlich vor und sagte, dass es bis zum 2022 möglich ist, den Antrag für das Förderprogramm zu stellen. Insgesamt habe man vier Jahre Zeit, das Projekt umzusetzen.

Projekt ist schon einmal an den hohen Anschlusskosten gescheitert

Salih Akyildiz (CSU/FWB) bekam bestätigt, dass bei dem Programm „BioKlima“ lediglich das Heizgebäude gefördert werden würde, bei dem Programm „Wärmenetz 4.0“ allerdings das gesamte Projekt. Sonja Thalmeier (Grüne/Unabhängige) fragte nach einer Deckelung der Fördermittel. Doch hier gab Elias Bettrich Entwarnung. Alleine für das erste Modul – die Machbarkeitsstudio – stehen rund 600 000 Euro zur Verfügung. Für die anschließende Umsetzung sogar rund 15 Millionen Euro. Er ergänzte, dass sich das Projekt am Ende selber tragen soll, weil die Kosten auf die Anschließer umgelegt werden.

Preis soll mit anderen Anbietern konkurrieren können

Hier hakte Karl-Heinz Kammerer (CSU/FWB) nach und erinnerte daran, dass das Projekt bereits einmal an den hohen Anschlusskosten gescheitert ist. Deshalb wollte er wissen, wann man eine Aussage über die Kosten für die einzelnen Anschließer machen könne. Dazu sagte Bettrich, dass dies nach der Machbarkeitsstudie, die sehr umfangreich ist, möglich ist.

Josef Genzinger (Umlandliste Buchbach) gab zu bedenken, dass sich das Projekt in seiner Umsetzung „ziemlich kompliziert anhört“. Er wollte wissen, ob es für Verbraucher preislich auch attraktiv ist. Elias Bettrich sagte, dass „zumindest der gleiche Preis“ wie bei einem herkömmlichen Anbieter herauskommen soll.

Joachim Schöngut (Grüne/Unabhängige) wollte wissen, wie lange die Leitung sein kann, damit die Wärmeverluste nicht zu groß sind. Dazu sagte der Planer, dass nicht die Länge der Leitung, sondern die Anschlussdichte entscheidend sei.

Projekt kann jederzeit abgebrochen werden

Bürgermeister Thomas Einwang (Wahlvorschlag Ranoldsberg) fragte nach den Kosten für das erste Modul und Elias Bettrich meinte, ein mittlerer bis höherer fünfstelliger Betrag werde hier fällig. Gleichzeitig führte er aus, dass eine Förderung bis zu 60 Prozent möglich sei. Zudem könne die Marktgemeinde das Projekt jederzeit abbrechen, wenn es sich als nicht realisierbar herausstellen sollte.

Philipp Rinberger (Umlandliste Buchbach) wollte wissen, wie es mit den Folgekosten nach dem Bau ausschaut. Die werden in den Preis miteingerechnet, informierte Elias Bettrich.

Projektskizze als Einstieg in das neue Förderprogramm

Am Ende stimmte der Marktgemeinderat gegen die Stimme von Franz Eglsoer (Wahlvorschlag Ranoldsberg) dafür, die „Möglichkeit einer Umsetzung im Rahmen des Förderprogrammes „Wärmenetz 4.0“ näher zu betrachten“. In einem ersten Schritt ist das Büro Ratioplan mit einer Projektskizze beauftragt worden.

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