Malavia-Verein Schwindegg: Zwei Brunnen sind nicht genug

Wie überall auf der Welt:der Unterricht ist zu Ende, die Kinder stürmen aus dem Schulgebäude (hinten).

Der Malavia-Verein Schwindegg hat in Ngala zwei Brunnen bohren lassen. Doch für den Vorsitzenden Konrad Ess wären für eine langfristige Zusammenarbeit und zur Entwicklung der Gemeinde Ngala, drei wesentliche Themen wichtig: Trinkwasser, Bildung, Gesundheitswesen.

Schwindegg – Die zwei neuen Handpumpen-Brunnen in den Ortsteilen Bobu und Kamteke wurden von der Bevölkerung freudig in Empfang genommen. Deshalb möchte Ess, je nach Spendenaufkommen, im kommenden Jahr dort bis zu drei Brunnen folgen lassen.

Eine Herzensangelegenheit ist für Ess die Bildung. Das Schulsystem beginnt mit sechs Jahren an der Primary School, wie in Deutschland in der Grundschule. Der Unterricht ist kostenlos. Bis zum Alter von zwölf Jahren lernt man dort lesen, schreiben, rechnen, Englisch und Fachkunde.

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Jedoch fehlt es an der Primary School in Ngala an Schulräumen, Schulmaterial und anderen wichtigen Dingen. Deshalb hatte Ess bereits im August den Bedarf an der Schule ermittelt: Aktuell befinden sich 1800 Schüler in zwölf Klassenräumen, das sind 150 Schüler pro Klassenzimmer.

Es wären mindestens zwei neue Schulgebäude mit je zwei Klassenräumen nötig, um die Klassengrößen für einen besseren Regelunterricht auf 100 Kinder zu reduzieren. Ein Schulgebäude kostet derzeit rund 22 000 Euro. In drei bestehenden Schulräumen muss die Elektrifizierung fertiggestellt werden; die Kabel sind schon eingezogen, es fehlt aber das Geld für Lampen und vor allem für den Netzanschluss.

Schule: Neue Lehrer-Wohnungen

An der Schule sind 17 Lehrer beschäftigt, derzeit wohnen sieben neben der Schule, die anderen sind als Untermieter untergekommen und weit verstreut. Deshalb wären Lehrerwohnungen am Schul-Campus hilfreich. Renovierungsarbeiten in Klassenräumen und im Lehrerzimmer sind ebenfalls notwendig. Die Tafeln sind verwittert und bräuchten eine neue Farbschicht. Für den nächsten Besuch im Mai 2020 wird Ess einige Laptops für die Lehrer-Fortbildung mitbringen, damit diese IT-Grundlagen erlangen und an die Schüler weitergeben können. Zudem wird Ess auch wieder Schulmaterial (Blei-, und Farbstifte, Kulis, Lineale, Spitzer, Radiergummis und Scheren) mitbringen. Diese werden von „Stifte-stiften Stiftung“ in Rottenburg gestiftet. Freude würde es Ess bereiten, wenn es gelingen würde, eine Schulpatenschaft zwischen einer Schule im Landkreis Mühldorf und der Grundschule in Ngala zu etablieren. Als Rahmen dafür würde sich das deutschlandweite Programm „1000 Schulen für unsere Welt“ anbieten, eine Gemeinschaftsinitiative der kommunalen Spitzenverbände in Deutschland.

Schulgeld für die Secondary School

Die Secondary School entspricht der deutschen Realschule und hat zwei Stufen, zwei oder vier Jahre. Sie ist in Malavia nicht kostenlos. Wer die Abschlussprüfung der Primary School besteht, kann weiter lernen, allerdings müssen die Eltern das Schulgeld aufbringen. Die Gebühren liegen pro Jahr zwischen 170 und 430 Euro (Internat), das Durchschnittseinkommen bei etwa 325 Euro. Deshalb gibt es Bedarf an Schuldgeld-Patenschaften für die Secondary School von durchschnittlich 30 Euro pro Monat. Spender müssten sich hierfür mindestens vier Jahre verpflichten, sonst würde dem Kind der Schulabbruch drohen. Für zwei Kinder wurden bereits Patenschaften vermittelt, somit können ein Junge und ein Mädchen weiterlernen. Die Vorstandschaft hofft, dass der Verein, mit vielen Spendern, weiter in Ngala unterstützen kann. Sollte die Spendenfreudigkeit noch zwei Jahre lang anhalten, dann könnte man staatliche Hilfen beantragen und damit den „Turbo“ schalten.

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