Männer-Quote unter Durchschnitt

Die Männer-Quote in den Kitas hat zugelegt. Der Kreis Mühldorf liegt deutlich unter dem Bundesdurchschnitt.
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Die Männer-Quote in den Kitas hat zugelegt. Der Kreis Mühldorf liegt deutlich unter dem Bundesdurchschnitt.

Mühldorf. – Mehr Männer in die Kinderbetreuung zu bringen, ist seit Jahren der politische Wunsch: 6,6 Prozent Männer gehören heute bundesweit zum pädagogischen Kita-Personal.

2011 waren es 3,8 Prozent; Zuwachs ist also da. Der Landkreis Mühldorf liegt nach Angaben des Statistischen Landesamts aber eher am Ende der Entwicklung.

Laut der Statistik liegt der Anteil im Landkreis bei 2,7 Prozent. Damit kletterte er um 0,3 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr. In der Bundesliga der Kindergärtner belegt der Kreis Mühldorf damit den 344. Platz unter 402 bundesweit erfassten Städten und Landkreisen. Die niedrigste Quote weist der Kreis Schwandorf in Bayern auf: 0,8 Prozent. Spitzenreiter ist Flensburg mit 15,9 Prozent.

Selbst wenn, wie in Flensburg, rund jede sechste Frau inzwischen durch einen Mann abgelöst wurde, sind Männer weiterhin eher Exoten in Kindergärten. Auch im Landkreis zeigte der Ruf nach mehr Männern durchaus gewissen Erfolg: So erhöhte sich die Männer-Quote von 0,7 (im Jahr 2011) auf 2,7 Prozent (2019). Bundesweit kletterte der Anteil dagegen deutlich stärker von 3,8 auf 6,6 Prozent. Im Bayern hat sich die Quote von 2,6 auf 4,7 Prozent entwickelt.

Experten halten eine stärkere Beteiligung von Männern schon lange für wichtig. Sie verhalten sich nach Ansicht der Fachleute anders als Frauen und können die Kinderbetreuung bereichern; soweit der allgemeine Konsens.

Die OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung), die die PISA-Studie veranlasste, hat in der Studie „Gute Strategie für gute Berufe in der frühen Bildung“ festgestellt: „Es wird zunehmend anerkannt, dass die Beschäftigung männlicher Fachkräfte in der frühen Bildung das Potenzial hat, die Entwicklung und das Lernverhalten der Kinder zu verbessern.“ Sprich Kinder profitieren, wenn sie auch von Männern erzogen werden.

„Niedriglöhne, ein geringes Ansehen, fehlende öffentliche Anerkennung, schlechte Arbeitsbedingungen und begrenzte berufliche Entwicklungsmöglichkeiten führen dazu, dass die Personalgewinnung und -bindung sich häufig schwierig gestalten“, fasst die OECD ihre Erkenntnisse zusammen.

Sie zählt in ihrem 60-seitigen Bericht eine ganze Reihe von Maßnahmen auf, die Männer in die Kitas bringen könnte: Höhere Ausbildungsanforderungen und Berufsabschlüsse, um den Status des Berufsfeldes frühkindliche Erziehung zu heben. Höhere Gehälter, um es attraktiver zu machen. Denn die Konkurrenz ist groß und der Lehrermangel ebenfalls. Was das miteinander zu tun hat?

Wer sich vorstellen kann, im Kindergarten zu arbeiten, kann sich meist auch vorstellen, in der Schule zu arbeiten, ergab eine OECD-Umfrage im Rahmen der PISA-Studie unter 15-Jährigen. Und Männer gehen dann lieber in die Schule als in den Kindergarten. zs

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