Lohnt sich eine Ausweitung des MVV in den Landkreis Mühldorf? Eine Studie soll Klarheit bringen

Der Landkreis Mühldorf grenzt unmittelbar an den MVV-Bereich an. Eine Studie soll jetzt Aufschluss darüber geben, unter welchen Rahmenbedingungen der Kreis unter das MVV-Dach schlüpfen könnte. Grafik: Klinger

Der Landkreis Mühldorf beteiligt sich an der Grundlagenstudie zur Vorbereitung eines möglichen Beitritts zum MVV. Sie soll zum einen als Entscheidungsgrundlage für die politischen Gremien dienen, ob ein Beitritt wirtschaftlich und sinnvoll ist. Zum anderen ist sie Teil des neuen ÖPNV-Konzepts im Landkreis.

München/Mühldorf – Der offizielle Zuwendungsbescheid wurde im Bayerischen Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr von Staatsminister Dr. Hans Reichart an Landrat Georg Huber übergeben.. Der Freistaat übernimmt 90 Prozent der Kosten des Landkreises Mühldorf. Nach Abzug der Förderung durch den Freistaat Bayern von rund einer Million Euro, verbleibt beim Landkreis Mühldorf ein Eigenanteil der Kosten von rund 115 000 Euro, verteilt auf die Jahre 2020 bis 2023. Ziel der Staatsregierung ist es, den Öffentlichen Personennahverkehr zu stärken und insbesondere im ländlichen Raum Verbundlücken möglichst schnell zu schließen.

Neun weitere Landkreis sind beteiligt

Neben dem Landkreis Mühldorf nehmen noch neun weitere Landkreise und kreisfreie Städte an der Studie teil –unter anderem die Stadt und der Landkreis Rosenheim. Dabei werden die Verkehrssituation analysiert, Fahrgastzählungen durchgeführt und die Kosten für den Beitritt ermittelt. Die Studie soll als Entscheidungsgrundlage für die politischen Gremien dienen, ob ein Beitritt wirtschaftlich und sinnvoll ist.

Vor allem im westlichen Landkreis Mühldorf wird seit Jahren ein Betritt zum MVV gefordert, da hier kein direkter Bahnanschluss Richtung München vorhanden ist und somit die Tarifstruktur bei Umstiegen unpraktisch ist. Für eine Fahrt nach München mit Bus, Bahn und anschließender MVV Nutzung können bis zu drei Fahrscheine erforderlich sein. Mit einer einheitlichen Verbundstruktur gäbe es künftig nur noch ein Ticket und das auch noch zu einem günstigeren Tarif als bisher.

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Die Teilnahme an der MVV-Studie ist ein Baustein in der Gesamtstrategie des Landkreises Mühldorf. Als Beitrag zum Klimaschutz aber auch zur Schaffung von gleichwertigen Lebensverhältnissen auf dem Land, arbeiten die Verantwortlichen im Landkreis bereits seit längerem daran, den Öffentlichen Personennahverkehr auszubauen und attraktiver zu gestalten. Ausgangspunkt ist das ÖPNV Gesamtkonzept. Der vom Kreistag beschlossene Nahverkehrsplan sowie das definierte Zielnetz legen ein Landkreis übergreifendes Liniennetz mit Achsen im Stunden- und Zweistundentakt fest. Auch die bedarfsorientierte Flächenerschließung wird im Konzept berücksichtigt.

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So soll ein angebotsorientiertes Liniennetz für alle Bürgerinnen und Bürger im ländlichen Raum nach und nach umgesetzt werden. Die Linien werden zudem sowohl aufeinander als auch auf den Schienenverkehr abgestimmt.

Stundentakt zwischen Haag und Mühldorf

Die erste Verbindung im Stundentakt wird im Jahr 2020 von Haag nach Mühldorf geschaffen. Weitere Umsetzungsschritte für die sieben geplanten Linienbündel im Landkreis sind für die Jahre 2023, 2025 und 2027 geplant. Möglich macht die konkrete Umsetzung des ÖPNV-Gesamtkonzepts der Beschluss des Kreistages, finanzielle Mittel für die Ausweitung der Linienführung und Taktung zur Verfügung zu stellen. Derzeit verkehrt ein Großteil der Busse im Landkreis Mühldorf noch eigenwirtschaftlich. Das heißt, der Verkehrsunternehmer trägt bislang das Risiko, bestimmt den Fahrplan und das Fahrtenangebot und erhält hierfür keine zusätzlichen finanziellen Mittel vom Landkreis.

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