Ausschreibung im Frühjahr

Mit Wasserstoff betriebene Loks sollen vom Bahnhof Mühldorf aus ab 2024 unterwegs sein

Die Dieselloks am Mühldorfer Linienstern soll durch Loks mit Wasserstoff ersetzt werden.
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Die Dieselloks am Mühldorfer Linienstern soll durch Loks mit Wasserstoff ersetzt werden.
  • Josef Bauer
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Wasserstoff statt Diesel soll es ab 2024 bei der Südostbayernbahn rund um den Linienstern Mühldorf heißen. Die Dieselloks sollen auf den nicht elektrifizierten Strecken mit dem klimafreundlichen Wasserstoff betrieben werden. Die Ausschreibungen werden im nächsten Jahr vorbereitet

München/Mühldorf – Wasserstoff statt Diesel soll es ab 2024 bei der Südostbayernbahn rund um den Linienstern Mühldorf heißen. Lokomotiven sollen auf den nicht elektrifizierten Strecken mit dem klimafreundlichen Wasserstoff betrieben werden. Ausgedehnt werden soll der Einsatz von Wasserstoffzügen in Deutschland zunächst im Norden, wo die Züge seit 2018 im Testbetrieb Bremerförde, Cuxhaven, Bremerhaven und Buxtehude verbinden. Ab 2022 sollen in dem 100 Kilometer langen Netz 14 der Wasserstofftriebwagen zum Einsatz kommen.

Ministerium bereitet vor

Nach Informationen des Bayerischen Verkehrsministeriums wird die Ausschreibung der Schienenpersonennahverkehrs-Leistungen (SPNV) auf dem Netz des sogenannten „Linienstern Mühldorf“ derzeit von der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG) im Auftrag des Ministeriums vorbereitet.

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Es ist geplant, dass die Ausschreibung im ersten Quartal 2021 veröffentlicht wird. Der Zuschlag im Verfahren ist nach jetzigem Stand für Dezember 2021 vorgesehen. In der Leistungsbeschreibung ist vorgegeben, dass auf den Strecken Mühldorf–Burghausen und Mühldorf–Passau Züge mit Brennstoffzellenantrieb zum Einsatz kommen müssen.

Nach derzeitiger Sachlage sollen die Wasserstoffzüge dann zum Fahrplanwechsel im Dezember 2024 ihre Premiere im regulären Einsatz bestreiten.

Wasserstoff zuerst zwischen Mühldorf und Burghausen

Sobald die Strecke Mühldorf–Burghausen elektrifiziert ist und darauf elektrische Züge verkehren können, sollen die Wasserstoffzüge dann auf einer anderen Strecke in diesem Netz eingesetzt werden.

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Für Bayerns Verkehrsministerin Kerstin Schreyer (CSU) sei es ein wichtiges verkehrs- und klimapolitisches Ziel, dass die Züge im bayerischen Schienenpersonennahverkehr perspektivisch lokal emissionsfrei und damit ohne Diesel fahren.

Der Einsatz von mit Brennstoffzellen betriebenen Zügen auf Wasserstoffbasis sei dabei eine interessante Variante, insbesondere für bis dato langlaufende Dieselverbindungen, wo in absehbarer Zukunft nicht mit einer Streckenelektrifizierung zu rechnen sei. „Der bisherige Testbetrieb mit den beiden Wasserstoffzug-Prototypen der Firma Alstom in Niedersachsen hat gezeigt, dass diese Technik stabil und zuverlässig ist. Deswegen macht es Sinn, dass jetzt auch zunehmend reguläre Verkehrsverträge mit solchen Zügen abgeschlossen werden, wie nun auch im Raum Mühldorf geplant“, so Schreyer.

Wichtig fürs Klima

Erfreulich findet die Ministerin, dass nun auch die DB und der bayerische Fahrzeughersteller Siemens jüngst eine Kooperation für ein Wasserstoffzug-Pilotprojekt in Baden-Württemberg vereinbart haben, denn „Konkurrenz belebt das Geschäft, und Wasserstoffzüge sind samt der hierfür notwendigen Infrastruktur noch sehr, sehr teuer“. Bahnsprecher Michael Klein erklärt: „Das Ganze ist Teil eines Ausschreibungsverfahrens.“ Deshalb wollte er sich nicht äußern.

Für Bayerns Verkehrsministerin Kerstin Schreyer (CSU) sei es ein wichtiges verkehrs- und klimapolitisches Ziel, dass die Züge im bayerischen Schienenpersonennahverkehr perspektivisch lokal emissionsfrei und damit ohne Diesel fahren. Der Einsatz von mit Brennstoffzellen betriebenen Zügen auf Wasserstoffbasis ist dabei eine interessante Variante, insbesondere für bis dato langlaufende Dieselverbindungen, wo in absehbarer Zukunft nicht mit einer Streckenelektrifizierung zu rechnen ist.

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