Leichter Anstieg der Arbeitslosigkeit

Im Landkreis Mühldorf ist die Zahl der Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vormonat um 159 Personen (acht Prozent) gestiegen. 2177 Menschen waren damit im Juli ohne Arbeit. Der Kundenkreis der Agentur für Arbeit zählte 1015 Personen (Vormonat: 861), das Jobcenter Mühldorf betreute 1162 arbeitslose Menschen (Vormonat: 1157). Die Arbeitslosenquote betrug 3,7 Prozent (Vormonat: 3,4 Prozent).

Pfarrkirchen/Mühldorf - Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Arbeitslosigkeit um 16 Personen (ein Prozent), die Arbeitslosenquote betrug damals ebenfalls 3,7 Prozent.

Gegenüber dem Vorjahr meldeten sich weniger Menschen arbeitslos, gleichzeitig konnten jedoch auch weniger Menschen die Arbeitslosigkeit beenden. 715 Arbeitslosmeldungen (46 Personen bzw. sechs Prozent weniger im Vergleich zum August 2011) und 553 Abmeldungen aus Arbeitslosigkeit (46 Personen bzw. acht Prozent weniger als im August 2011) wurden gezählt.

600 Menschen waren im August länger als ein Jahr ohne Beschäftigung und damit langzeitarbeitslos, dies sind 16 Personen (drei Prozent) mehr als im Vormonat. Gegenüber August 2011 ist jedoch ein Rückgang um 67 Personen oder zehn Prozent in dieser Personengruppe zu verzeichnen. Ihr Anteil an der Gesamtzahl aller Arbeitslosen beträgt 28 Prozent, der weitaus überwiegende Teil der Langzeitarbeitslosen (513 Personen) wird vom Jobcenter Mühldorf betreut.

Die Zahl der Arbeitslosen, die 50 Jahre und älter sind, stieg im August leicht an. 730 ältere Arbeitnehmer waren ohne Job, dies sind 47 (sieben Prozent) und 25 (vier Prozent) mehr als im August 2011. Die Älteren stellen weiterhin einen hohen Anteil (34 Prozent) an der Gesamtarbeitslosigkeit. "Es muss nach wie vor alles daran ge-setzt werden, auch ältere Arbeitnehmer in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Hier gilt unser Appell nicht zuletzt den Arbeitgebern", betont Jutta Müller.

Die Jugendarbeitslosigkeit ist gegenüber dem Vormonat erwartungsgemäß und deutlich gestiegen. 300 junge Menschen unter 25 Jahren waren im August ohne Arbeit, dies sind 98 Personen (49 Prozent) mehr als im Vormonat. Der Anteil der Jüngeren an der Gesamtarbeitslosigkeit ist dadurch von zehn auf 14 Prozent gestiegen.

Agenturchefin Jutta Müller erläutert: "Der Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit ist für die Jahreszeit üblich: In den Sommermonaten melden sich regelmäßig eine Reihe von Schulabgängern und Ausbildungsabsolventen arbeitslos, die im Herbst eine Berufsausbildung, eine weiterführende Schule oder ein Studium beginnen". Der Ver-gleich zum Vorjahr zeigt, dass sich der Anstieg im Rahmen bewegt - im letzten Jahr waren lediglich 10 Jugendliche (drei Prozent) weniger von Arbeitslosigkeit betroffen.

Der Bestand an offenen Stellen ist im Landkreis Mühldorf leicht gesunken. Mit 530 an der Zahl waren es um 37 Stellen (sieben Prozent) weniger als im Vormonat und 25 Stellen (fünf Prozent) weniger als August des Vorjahres. 218 Stellenangebote wurden im Berichtsmonat neu gemeldet. Dies sind 20 (zehn Prozent) mehr als im Vormonat, jedoch 41 (16 Prozent) weniger als vor einem Jahr. Die Stellenangebote kamen überwiegend aus dem verarbeitenden Gewerbe, der Dienstleistungsbranche sowie dem Gesundheitsbereich.

"Der Arbeitsmarkt zeigt sich nach wie vor robust. Die Anzahl der neu gemeldeten Stellen stieg im Vergleich zum Juli 2012 wieder an. Leichte Schwankungen wie das geringfügige minus im aktuellen Stellenbestand sind im Jahresverlauf durchaus üblich", erläutert Agenturchefin Jutta Müller.

In einigen Branchen können vakante Stellen für Fachkräfte nach wie vor nicht ohne Weiteres besetzt werden. Jutta Müller appelliert an die Betriebe, vermehrt alternative Wege zur Mitarbeitergewinnung in Betracht zu ziehen: "Unternehmen sind gut beraten, auch älteren Arbeitnehmern, Personen mit formal geringerer Qualifizierung oder Menschen mit Handicap eine Chance zu geben. Diese Menschen stellen ein Potential dar, dem mit Blick auf den wachsenden Fachkräftebedarf mehr Aufmerksamkeit zukommen muss." sb

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