„Langeweile gibt es bei mir nicht“: Erika Höpfinger aus Kraiburg feierte 80. Geburtstag

Auch im hohen Alter bastelt Erika Höpfinger leidenschaftlich gern.
+
Auch im hohen Alter bastelt Erika Höpfinger leidenschaftlich gern.

„Langeweile – die gibt es bei mir nicht, das ist ein Fremdwort für mich“, lacht Erika Höpfinger. Wer die Kraiburgerin kennt, weiß, dass sie immer beschäftigt ist. Nun feierte die Rentnerin ihren 80. Geburtstag.

Kraiburg – „Wachsstöckl“, Klosterarbeiten oder Krippen tragen die Handschrift von Erika Höpfinger. „Vor etwa 40 Jahren habe ich mit dem Fertigen von Wachsstöckl angefangen.“ In Ensdorf hatte sie einen Kurs besucht. Die Leidenschaft habe sie immer weiter ausgebaut und später selbst Kurse gegeben, sagt die begeisterte Bastlerin. Ebenso lange beschäftigt sie sich mit der Anfertigung von Krippen.

Auch beim Krippenweg hilft sie mit

Derzeit gestaltet sie am Marktplatz in einem Schaufenster die über 100 Jahre alte „Fetzer-Krippe“. In der Adventszeit ist diese dann auf dem Kraiburger Krippenweg zu bewundern. Als 60-Jährige begann Erika mit den Klosterarbeiten.

Zudem hat die Jubilarin viele Jahre zusammen mit anderen den Fronleichnams-Blumenteppich in der Marktpfarrkirche mitgestaltet. Sie war vier Jahrzehnte die Haushälterin des Kraiburger Pfarrers Josef Hamberger, um den sie sich bis zu seinem Tod gekümmert hat.

Kripperl zieht mit Frosch und Tiger um

Erika Höpfinger kam als geborene Sieber am 27. Oktober 1940 in Bratelsbrunn, Kreis Nikolsburg/Südmähren auf die Welt. Mit neun Geschwistern verbrachte sie auf dem kleinen Bauernhof der Eltern wenige Jahre, ehe die Familie 1946 vertrieben wurde. Mit den acht jüngeren Kindern kam ihre Mutter nach Taufkirchen/Pettenham.

Im Kino und in der Handschuhfabrik gearbeitet

Nach ihrer Taufkirchner Schulzeit besuchte sie die dortige Landwirtschaftsschule und anschließend die Hauswirtschaftsschule in Mühldorf. Dazu arbeitete sie bei den Bauern und in den früheren Kinos „Scala“ und „Union Theater“ in Waldkraiburg. Danach war sie sieben Jahre bei einer Handschuhfabrik tätig.

Mit Hans Höpfinger, den sie aus der Nachbarschaft und dem „Deutschen Haus“ kannte, trat sie am 4. Februar 1961 in der Kirche Waldwinkel vor den Traualtar, wo sie auch ihre „Goldene“ feierten. Drei Töchter gingen aus der Ehe hervor. 1967 bezog die Familie ihr Eigenheim. 1990 bauten sie ihr jetziges Haus.

Sieben Enkel und fünf Urenkel

Ihr Mann Hans ist nach langer Krankheit vor vier Monaten verstorben. Bis zuletzt hat sie ihn liebevoll gepflegt.

Freude hat die Jubilarin an ihren sieben Enkelkindern und fünf Urenkeln, das sechste ist unterwegs. „Kinder, Tiere und das Basteln sind das Wichtigste in meinem Leben“, erzählt die Jubilarin.

Erika Höpfinger freute sich über zahlreiche Gratulanten und Glückwünsche von Pfarrei, Gemeinde, Landrat und Ministerpräsident Söder. bac

Kommentare