Landwirtschaftsministerin Kaniber macht Landwirtschaftsschule Töging Hoffnung

Gespräch über die Landwirtschaftsschule Töging im Landratsamt Altötting von links.: Landrat Erwin Schneider, Staatssekretär und Heimatabgeordneter Stephan Mayer, Staatsministerin Michaela Kaniber, MdL sowie Landrat Max Heimerl.
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Gespräch über die Landwirtschaftsschule Töging im Landratsamt Altötting von links.: Landrat Erwin Schneider, Staatssekretär und Heimatabgeordneter Stephan Mayer, Staatsministerin Michaela Kaniber, MdL sowie Landrat Max Heimerl.
  • Josef Bauer
    vonJosef Bauer
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Landwirtschaftsschule in Töging könnte doch bleiben. Bei einem Treffen mit den politischen Vertretern der Landkreise Altötting und Mühldorf im Landratsamt in Altötting machte Ministerin Kaniber der Region zumindest Hoffnung.

Töging/Altötting/Mühldorf – Alle oberbayerischen Landwirtschaftsschulen kommen noch einmal auf den Prüfstand. Dies sagte die Bayerische Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber bei einem Gespräch am Montag (13. Juli) im Landratsamt Altötting zu, das Staatssekretär Stephan Mayer initiiert hatte. Erst nach dem Gespräch, zu dem alle Beteiligten der betroffenen Landkreise eingeladen werden, wird entschieden, welche Schule geschlossen wird.

Kritik an Entscheidung des Landwirtschaftsministeriums

Vergangene Woche hat die bayerische Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber bekanntgegeben, dass ein Zweig der Landwirtschaftsschule in Töging geschlossen werden soll. Die hatte Kritik nach sich gezogen, unter anderem durch Tögings Bürgermeister, Dr. Tobias Windhorst.

Das sagt Ministerin Kaniber

Das Landwirtschaftsministerium gegenüber den OVB-Heimatzeitungen: „Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber hat bei einem Gespräch mit Stephan Mayer (MdB) sowie den regionalen, politischen und berufsständischen Vertretern und den Vertretern im Landratsamt Altötting über die neue Struktur der Landwirtschaftsschulen, Abteilung Landwirtschaft, diskutiert. 

Schule in Töging im bayerischen Kontext sehen

Die Ministerin hat zugesichert, die Grundlagen für die von einer Schließung betroffenen Standorte nochmals zu überprüfen. Gleichzeitig betonte sie aber, dass es keine kurzsichtigen Einzelfallentscheidungen geben werde, sondern immer die Gesamtschau der Standorte zu berücksichtigen sei. Bei der Entscheidung für die Schulstandorte wurde besonderer Wert darauf gelegt, dass auch mit Blick auf zukünftige Entwicklungen bayernweit und regional ein stabiles und hochqualitatives Schulangebot gesichert ist. 

Ziel: Planungssicherheit für Schüler

Es sei keine zukunftsfähige Lösung, Wege zu gehen, die dann in zwei oder drei Jahren nachträglich zu weiteren Schulschließungen führen könnten. Jeder Schulstandort ist wichtig, dürfe aber nicht isoliert betrachtet werden, sondern es müsse immer das Gesamtbild mit den umliegenden Standorten betrachtet werden. Ziel der neuen Ämter- und Schulstruktur ist vor allem, den Schülern persönliche Planungssicherheit zu geben. Sie sollen nicht von Jahr zu Jahr bangen müssen, ob ihre Wunschschule auch tatsächlich die notwendige Mindestanzahl von Anmeldungen erreicht, um ein Semester eröffnen zu können.“

Werden für die Schule kämpfen

BundestagsabgeordneterMayer: „Ich habe angekündigt, für den Fortbestand der Landwirtschaftsschule in Töging zu kämpfen. Gemeinsam mit meinen Landtagskollegen, den Landräten und den Vertretern des Bauernverbandes konnte ich die Ministerin überzeugen, die Entscheidung nochmals zu überdenken.“

Zahlen rechtfertigen keine Schließung

Im Laufe der Konferenz trugen der Staatssekretär, die Landtagsabgeordneten Dr. Martin Huber und Staatsminister a.D. Dr. Marcel Huber, die Landräte Erwin Schneider und Max Heimerl, Bürgermeister Dr. Tobias Windhorst, Kreisobmann Anton Föggl (Altötting), stv. Kreisobmann Gerhard Langreiter (Mühldorf) sowie die Kreisbäuerinnen Anna Senftl (Mühldorf) und Maria Reichenspurner (Altötting) unisono vor, dass auch die berichtigten Zahlen im Vergleich zu den Standorten Erding und Pfarrkirchen die Schließung der Landwirtschaftsschule Töging nicht rechtfertigen.

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Ganz im Gegenteil wurde ein Zuzug von Landwirtschaftsschülern nach Töging aus anderen Landkreisen (wie Erding) festgestellt. Es gebe sogar aktuelle Initiativen von Schülern aus den Landkreisen Erding und Landshut, die sich für den Fortbestand in Töging einsetzen.

Das sagt der Mühldorfer CSU-Landtagsabgeordnete 

Dr. Marcel Huber: „Wir haben unser Argumente der Ministerin vorgetragen und betont, dass die Schule aufgrund ihres Ansehens und ihrer Qualität hoch anerkannt ist. Dies hat zur Folge, dass Schüler aus anderen Landkreisen diese Schule besuchen. Die Schule ist auch aufgrund des Liniensterns Mühldorf und der Autonbahn sehr gut erreichbar. Wir in der Region werden mit diesen Argumenten weiter für die Landwirtsschule Töging werben.“

Bauernverband äußert sich

„Alle Vertreter der Region haben sich mit sachlichen Argumenten gegen die Schließung der Landwirtschaftsschule in Töging ausgesprochen und der Ministerin vor Augen geführt, welche Bedeutung die Schule für die Region hat“; sagte Gerhard Langreiter, stellvertretender BBV-Kreisobmann aus dem Landkreis Mühldorf.

Hohe fachliche Qualität in Töging

Dies liege, so die Mandatsträger und Verbandsvertreter, an der überregional bekannten hohen fachlichen Qualität der Schulausbildung in Töging mit besten Ergebnissen bei den Abschlussprüfungen, an der hervorragenden Anbindung über Autobahn und Schiene, an der Infrastruktur im Verbund des Grünen Zentrums, den Parkplätzen und der Kantine. Dies wurde von der Staatsministerin bestätigt, die die ursprünglich falsch berechneten Zahlen bedauerte.

Videokonferenz mit den Mandatsträgern

Auch die von einem Vertreter des Ministeriums in Feld geführte bessere Erreichbarkeit anderer Standorte für Schüler aus den Landkreisen Altötting und Mühldorf ließ Landrat Erwin Schneider nicht gelten. Mühldorf/Töging liege zentral zwischen Landshut und Rosenheim, München und Passau. Ministerin Michaela Kaniber wird die Mandatsträger der Landkreise zu einer Videokonferenz einladen.

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