Landtag entscheidet über Mühldorfer Haus

Die Zeit der Spitzgiebelneigt sich dem Ende: Jetzt darf in der Kaiser-Ludwig-Straße ein Haus mit Walmdach entstehen. Der Landtag will es so. Honervogt
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Die Zeit der Spitzgiebelneigt sich dem Ende: Jetzt darf in der Kaiser-Ludwig-Straße ein Haus mit Walmdach entstehen. Der Landtag will es so. Honervogt

– Am Ende gab der Petitionsausschuss des Bayerischen Landtags den Ausschlag: An der Kaiser-Ludwig-Straße darf ein Investor ein Haus bauen, das Nachbarn und der Bauausschuss des Mühldorfer Stadtrats bislang als zu groß und unpassend angesehen haben.

Ein Nachbar hatte sich an den Petitionsausschuss des Landtags gewandt, um den Bau in der vorgesehenen Form zu verhindern. Ein „Fremdkörper in homogener schätzenswerter Umgebung“, so hatte der Bauausschuss das Wohnhaus bewertet und damit auch die Ansicht vieler Nachbarn vertreten.

Doch schon das Landratsamt widersprach dieser Einschätzung und stimmte dem Antrag des Bauherrn zu. Das tat jetzt auch der bayerische Landtag, der gegen die Petition entschied: Was der Bauherr vorhat, ist zulässig und genehmigungsfähig.

Die Pläne sehen den Bau eines dreistöckigen Hauses mit Walmdach vor, obwohl es in der Umgebung vor allem spitzgieblige zweistöckige Häuser gibt. Der Bauausschuss Mühldorf wollte dieses Ensemble in der Nähe der Kirche St. Peter und Paul nicht durch die neue und höhere Bauform stören.

Weil sich Landratsamt und Petitionsausschuss gegen diese Einschätzung stellten, blieb dem Bauausschuss jetzt nur noch die Zustimmung, weil er sonst offenkundig gegen die rechtliche Entscheidung höherer Behörden verstoßen hätte. Ausgewirkt hätte sich die Ablehnung ohnehin nicht. Das Landratsamt kann die fehlende Zustimmung der Stadt ersetzt, wie es im Behördendeutsch heißt. hon

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