Landschaftspflegeverband koordiniert Kiebitz-Projekt

Kiebitze sind Bodenbrüter. Ihre Nester sind auf Wiesen oder Ackerflächen zu finden. WOlf

Mühldorf –. Mit akrobatischen Luft-Kunststücken und typischem „Kiwitt-Ruf“ sieht man die „Himmelsgaukler“ zurzeit über die Felder fliegen.

Durch ihre beeindruckenden Balzflüge grenzen die auffällig schwarz-weiß-gefärbten Vögel mit dem leicht metallisch schimmernden Gefieder und der charakteristischen Federholle auf dem Kopf ihre Brutreviere ab. Bereits Mitte Februar sind die ersten Kiebitze aus ihren Überwinterungsgebieten in Westfrankreich oder Spanien zurückgekommen, um nun – als sehr brutortstreue Vögel – auf ihren angestammten Feldfluren dem Brutgeschäft nachzugehen.

Kiebitze sind so genannte Wiesenbrüter. Da ihre ursprünglichen Brutgebiete, extensiv genutzte, oft feuchte Wiesen, jedoch seltener werden, weichen die Tiere immer häufiger auf Ackerflächen aus, welche zu Beginn der Brutzeit – etwa ab Mitte März – noch brachliegen. Solche Bedingungen bevorzugen die Bodenbrüter, denn sie brauchen freie Rundumsicht, um nahende Fressfeinde wie den Fuchs rechtzeitig erkennen zu können. Ihre Gelege bestehen aus einer flachen Mulde, welche nur sehr spärlich mit ein paar Halmen ausgekleidet wird. Die braun gesprenkelten Eier sind auf dem Boden hervorragend getarnt. Der neu gewählte Brutplatz auf dem Acker birgt jedoch Gefahren, denn viele Feldbearbeitungsvorgänge fallen genau in die Brutzeit der Vögel. Da die Nester so gut getarnt sind, werden sie bei der Feldbearbeitung häufig übersehen und so unbeabsichtigt zerstört.

Die Kiebitze im Landkreis Mühldorf haben großes Glück. Bereits seit einigen Jahren werden hier einfache, aber erfolgreiche Gelege-Schutzmaßnahmen für die stark gefährdeten Feldvögel durchgeführt. Dazu sind im gesamten Landkreis mehrere ehrenamtliche Kiebitz-Helfer unterwegs, um nach Neststandorten Ausschau zu halten. Wurde ein Gelege lokalisiert und ist der Landwirt einverstanden, so werden die Nester mit Stangen jeweils drei Meter vor und nach dem Gelege in Fahrtrichtung markiert. So ist das Kiebitznest bei der weiteren Feldbearbeitung gut zu erkennen und kann entsprechend umfahren werden.

Seit diesem Jahr koordiniert der Landschaftspflegeverband (LPV) Mühldorf das gemeinsam vom Landesbund für Vogelschutz – der Kreisgruppe Mühldorf, dem Bayerischen Bauernverband, der Wildland-Stiftung Bayern und der Unteren Naturschutzbehörde initiierte Kiebitz-Projekt. Damit unterstützt der LPV eine weitere gefährdete Tierart unserer heimischen Natur.

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