Landkreis Mühldorf pflegt „Eh-da-Flächen“

„Eh-da-Flächen“ gibt es in jeder Gemeinde im Landkreis Mühldorf.
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„Eh-da-Flächen“ gibt es in jeder Gemeinde im Landkreis Mühldorf.

Rund 12000 Euro an Kosten – Kreisstraßen stehen im Mittelpunkt – Das Begleitgrün der Kreisstraßen soll mit Saatmischungen des Obertaufkirchners Georg Hans in Blühflächen umgewandelt werden. Damit will der Landkreis Mühldorf einen Beitrag zu Erhalt der Artenvielfalt leisten.

von Josef Bauer

Mühldorf – „Eh-da-Flächen“ sind meist kleinere straßenbegleitende oder nur schwierig zu pflegende Flächen, die aufgrund ihrer Größe, ihrer Lage oder ihrer sonstigen Beschaffenheit in der Regel keiner landwirtschaftlichen Nutzung unterliegen. Die Flächen werden regelmäßig von der Straßenmeisterei des Landkreises gemäht, sodass sie nicht mit Büschen zuwachsen und verwildern. Einstimmig hat der Ausschuss für Umwelt, Nahverkehr, Natur und Tourismus jetzt beschlossen, diese Flächen im Landkreis Mühldorf aufzuwerten. Die Kosten dafür betragen rund 12 000 Euro.

.Flächen werden nicht zu Gehölzen

„Die Eh-da-Flächen bieten eine gute Möglichkeit, die Anzahl der Insekten zu erhöhen, aber auch deren Vielfalt zu stärken“, sagte Landrat Maximilian Heimerl (CSU) vor dem Ausschuss. „Diese Flächen sind überall in der Landschaft verbreitet und können durch ihre Aufwertung wichtige Vernetzungsfunktionen einnehmen. In jedem Fall aber, wird der Lebensraum durch eine angemessene Bewirtschaftung und Pflege aufgewertet.“

Werden die artenarmen „Eh-da-Flächen“ durch eine neue Aussaat oder Mähgutübertragung gestaltet und die bereits mit einer soliden Ausgangsbasis ausgestatteten „Eh-da-Flächen“ zukünftig durch eine optimierte Pflege aufgewertet, so könne ein wichtiger Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt geleistet werden.

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Die Pflege der Flächen soll künftig durch extensive Mahd mit verzögertem Abtransport das Mähguts durchgeführt werden. Optimal sei es, die Umsetzung mit tierschonenden Werkzeugen und Maschinen durch zuführen.

Insgesamt besitzt der Landkreis Mühldorf 53 Kreisstraßen mit einer Gesamtlänge von rund 300 Kilometern. Zum gesamten Kreisstraßennetz gehören rund 320 000 Quadratmeter „Begleitgrün“ in Form von Böschungen.

Doch nicht alle dieser Flächen können umgewandelt werden: „Langfristig gesehen könnte man rund 50 000 bis 60 000 Quadratmeter entlang des Kreisstraßennetzes zu Blühflächen machen.

12 000 Euro an Kosten

Die Flächen werden mit dem Bund Naturschutz und dem Landschaftspflegeverband Mühldorf noch abgestimmt, festgelegt und aufgewertet. Das Saatgut soll von Saatguterzeuger Georg Hans aus Obertaukirchen gekauft werden“, sagte der Landrat. Der Landkreis plant, rund 9000 Quadratmeter „Eh-da-Flächen“ in Blühflächen umzuwandeln. Die jährlichen Gesamtkosten für Pflege und Unterhalt der Blühflächen würde den Landkreis rund 12 000 Euro kosten. Der Ausschuss hat auch beschlossen, die Mittel für die Herstellung und den Unterhalt der Flächen im Hauhalt 2021 einzuplanen. Zudem wurde die Verwaltung beauftragt, in enger Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde sukzessive jährlich weitere „Eh-da-Flächen“ in ähnlicher Größenordnung als Blühflächen anzulegen.

Die Zuschusshöhe liegt bei 70 Prozent der Gesamtkosten. Dass die Pflege dieser Flächen überhaupt bezuschusst wird, ist ein Verdienst des ehemaligen Bürgermeistersprechers des Landkreises Mühldorf, Dr. Karl Dürner (CSU): Er hat sich in der Vergangenheit dafür beim Umweltminister eingesetzt und die Zusage der Förderung erreicht.

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