Bilanz im Jugendhilfeausschuss

Der Landkreis Mühldorf will die Akteure der Jugendarbeit besser vernetzen

Carolin Puffer stellte den Mitgliedern des Jugenhilfeausschusses die aktuelle Situation in der Jugendarbeit vor und wird mit den anderen Kollegen nun ein landkreisweites Netzwerk aufbauen
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Carolin Puffer stellte den Mitgliedern des Jugenhilfeausschusses die aktuelle Situation in der Jugendarbeit vor und wird mit den anderen Kollegen nun ein landkreisweites Netzwerk aufbauen
  • vonPeter Becker
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Mit einem Strategieplan will der Landkreis die Interessen von Jugendlichen stärker berücksichtigen. Der Jugendhilfeausschuss hat dazu die Ausarbeitung eines Strategieplans für die Jugend beschlossen. Damit sollen zunächst die Akteure der Jugendarbeit im Landkreis besser vernetzt werden, um den Interessen der jungen Menschen besser begegnen zu können.

Mühldorf –Nicht nur, wenn man bedenkt, dass mit Rechten in der Regel auch Pflichten verbunden sind, eine wenig zufriedenstellende Erkenntnis. Dass es daher noch „Luft nach oben“ gibt, ist für die Kreisjugendpflegerin klar. Zwar gibt es im Landkreis zum Beispiel die Jugendzentren in Mühldorf und Waldkraiburg sowie neuerdings auch den Jugendtreff in Haag, wo junge Menschen sich unter fachlicher Betreuung treffen und selbst organisieren können. Darüber hinaus agiert in Buchbach und Schwindegg eine mobile Jugendhilfe aus dem Nachbarlandkreis Erding.

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Quartier für Medienbildung

Trotzdem sei es beispielsweise nicht einfach, Jugendliche für gesellschaftliche Aufgaben zu begeistern – egal ob in einem Verein oder sogar der Kommunalpolitik. „Das liegt vielleicht auch an der fehlenden Anerkennung“, erinnerte sich Kreisrätin Stefanie Pollmann(CSU) an ihre Zeit als Vorsitzende des Waldkraiburger Jugendparlaments. Damit sich aktive Jugendliche im Landkreis künftig nicht mehr übervorteilt vorkommen, machte Landrat Maximilian Heimerl(CSU) klar: „Ich freue mich auf jede Einladung!“.

Um den Strategieplan besser erarbeiten zu können, wollen die Verantwortlichen herausfinden, was für die Jugendlichen im Landkreis interessant ist. Hierzu sollen die Herausforderungen in der Zukunft sowohl mit Jugendarbeitern, als auch mit Jugendlichen selbst diskutiert werden.

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Um diesem Dialog einen jederzeit erreichbaren Raum zu geben, will das Landratsamt zusammen mit Studierenden am „Quartier für Medienbildung“ des Campus Mühldorf eine Webplattform entwickeln, die sowohl Jugendliche, als auch Ehrenamtliche, Fachkräfte in der Jugendarbeit und die kommunalen Vertreter aus dem Landkreis anspricht und diesen nicht nur Informationen bietet, sondern auch die Beteiligung, Vernetzung und Zusammenarbeit verbessern soll. BiU:

Vorbereitend hatte die Kreisjugendpflegerin Carolin Puffer in den letzten Monaten in den Kommunen Gespräche geführt. Was die Zahl der ehrenamtlichen Jugendbeauftragten betrifft, „haben wir einen sehr guten Schnitt“, erklärte die Sozialarbeiterin, die seit August für das Landratsamt tätig ist: nur zwei der 31 Landkreisgemeinden haben noch keinen benannt, manche dafür sogar gleich Mehrere.

Recht auf Gesundheit

Um den Mitgliedern des Ausschusses den dringenden Handlungsbedarf zu erläutern, zog Puffer in der Sitzung den „Kinderrechte-Index“ des deutschen Kinderhilfswerks heran. Bayern schneidet in dieser bisher einmaligen Studie aus dem Jahr 2019 nur durchschnitt-lich ab. Zwar haben Kinder im Freistaat dem Vergleich zufolge ein vorbildliches „Recht auf Gesundheit“, weil auch junge Menschen hierzulande einen guten Zugang zum Gesundheitssystem, zu Prävention und zur Gesundheitsförderung haben. Auch beim „Recht auf einen angemessenen Lebensstandard“ und den „Rechten auf Ruhe und Freizeit, Spiel und aktive Erholung“ kommen bayerische Kinder im deutschlandweiten Vergleich keinesfalls zu kurz.

Schlechter steht es hingegen um das „Recht auf Bildung“: mangelnde Chancengleichheit und fehlende Bildungsinhalte und -ziele begründen die bestenfalls mediokre Beurteilung Bayerns in diesem Punkt. Schier erschreckend sei die Situation aber beim „Recht auf Beteiligung“, wo Bayern zu den Schlusslichtern in Deutschland gehört. „Bei der Frage nach den Menschenrechten landeten die bayerischen Eltern auf dem vorletzten und die Kinder sogar auf dem letzten Platz“, so die kommunale Jugendpflegerin.

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