CORONA-IMPFUNG

Landkreis Mühldorf: Impfwillige brauchen Geduld

Der Schlachthof hinterlässt Spuren: Alleine in Waldkraiburg wurden 71 neue Fälle in einer Woche gezählt.
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Der Schlachthof hinterlässt Spuren: Alleine in Waldkraiburg wurden 71 neue Fälle in einer Woche gezählt.
  • Josef Enzinger
    vonJosef Enzinger
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Wer sich gegen das Corona-Virus impfen will, braucht noch etwas Geduld. Trotz Probleme bei der Online-Registrierung ist eine Anmeldung aber nur über das Internet möglich. Das Landratsamt bittet darum, von Nachfragen zu Impfterminen abzusehen..

Mühldorf – Bei der Hotline des Impfzentrums Mühldorf laufen die Telefondrähte heiß: Aufgrund vermehrter Nachfragen wegen eines Impftermins von Personen, die nicht zur Priorisierungsgruppe 1 gehören, weist das Landratsamt darauf hin, dass eine Terminvereinbarung seit 11. Januar über die Plattform www.impfzentren.bayern online erfolgen muss. Nur Personen der Priorisierungsgruppe 1, die über keinen Internetzugang verfügen und Probleme bei der Anmeldung haben, können sich ausnahmsweise telefonisch über die Hotline des Impfzentrums anmelden, teilt die Pressestelle des Landratsamtes mit. Die Probleme bei der Online-Registrierung seien bekannt. An einer Lösung werde gearbeitet.

Auch Hausärzte haben jetzt Priorität

Wie das Landratsamt deutlich macht, gehören zu der Gruppe mit höchster Impf-Priorität Personen, die das 80. Lebensjahr vollendet haben sowie Bewohner von Senioren- und Altenpflegeheimen und Fachkräfte, die dort in der Betreuung oder Pflege tätig sind oder diese Tätigkeiten im Rahmen ambulanter Pflegedienste regelmäßig ausüben. Weiter aufgeschlüsselt sind in dieser Gruppe Personen, die in Bereichen medizinischer Einrichtungen mit sehr hohen Expositionsrisiko in Bezug auf das Coronavirus tätig sind (Intensivstationen, Notaufnahmen, Rettungsdienste, spezialisierte ambulanten Palliativversorgung). Dazu kommen Personen in medizinischen Einrichtungen, die Personen mit sehr hohem Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf behandeln (Onkologie, Transplantationsmedizin) betreuen.

Diese Gruppe wurde nun ergänzt, und zwar um Hausärzten und deren medizinische Fachangestellte, die regelmäßig Alten- und Pflegeheime besuchen sowie Infektsprechstunden abhalten. Aufgenommen wurden auchZahnärzte und zahnmedizinische Fachangestellte. Neu berücksichtigt werden in dieser Gruppe pflegebedürftige Menschen mit Behinderung, die in einer stationären Einrichtung leben, und die dortigen Beschäftigten sowie pflegebedürftige Menschen mit Behinderung in ambulant betreuten Wohngemeinschaftenbeziehungsweise betreuten Wohngruppen und die dortigen Beschäftigten.

Bislang wurden im Landkreis Mühldorf (Stand 15. Januar, 12 Uhr) 1991 Personen geimpft, davon 1123 in den Alten- und Pflegeheimen und 868 Personen im Impfzentrum. „Bis Ende Januar haben alle impfwilligen Bewohner und Beschäftigten in den Alten- und Pflegeheimen die erste Impfung erhalten“, lautet die Prognose aus dem Landratsamt. Bis Mitte Februar sollen die mobilen Impfteams alle Alten- und Pflegeheime für die Erst- und Zweitimpfung der Bewohner und des Pflegepersonals besucht haben.

Das Impfzentrum Mühldorf ist dazu in der Lage, rund 300 Impfungen pro Tag durchzuführen, dezentrale Impfungen durch mobile Impfteams an weiteren Standorten im Landkreis sind geplant.

Von telefonischen Nachfragen absehen

Bis ausreichend Impfstoff zur Verfügung steht, bittet das Landratsamt von Nachfragen zu Terminen über die Hotline am Impfzentrum abzusehen: „Durch die Aufnahme neuer Personen in die höchste Priorisierungsgruppe erweitert sich der Kreis der zu impfenden Personen. Dadurch entstehen längere Wartezeiten für die nachfolgenden Gruppen“, erklärt Landrat Max Heimerl.

So werden die weiteren Gruppen je nach Impf-Priorität definiert

Nach der Gruppe der höchsten Impf-Priorität (siehe oben) folgen weitere Gruppen, die im Folgenden genauer definiert werden. Zur Gruppe mit hoher Impf-Priorität gehören:

• Personen ab dem 70. Lebensjahr

• Personen mit Trisomie 21, mit Demenz oder geistiger Behinderung und nach Organtransplantation.

• Enge Kontaktpersonen von über 80-Jährigen, von Bewohnern von Alten- und Pflegeheimen sowie von Schwangeren.

• Personen, die in stationären Einrichtungen für geistig behinderte Menschen tätig sind oder diese im Rahmen ambulanter Pflegedienste regelmäßig behandeln, betreuen oder pflegen.

• Personen, die in Bereichen medizinischer Einrichtungen mit einem hohen oder erhöhten Expositionsrisiko in Bezug auf das Coronavirus tätig sind, Ärzte und sonstiges Personal mit regelmäßigem Patientenkontakt, Personal der Blut- und Plasmaspendedienste und in Corona-Testzentren.

• Polizei- und Ordnungskräfte, die im Dienst, etwa bei Demonstrationen, einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt sind.

• Personen im öffentlichen Gesundheitsdienst und in relevanten Positionen der Krankenhausinfrastruktur.

• Personen, die in Flüchtlings- und Obdachloseneinrichtungen leben oder tätig sind.

Zur Gruppe der erhöhten Impf-Priorität gehören:

• Personen ab dem 60. Lebensjahr.

• Personen mit folgenden Krankheiten: Adipositas, chronische Nieren- bezihungsweise Lebererkrankung, Immundefizienz oder HIV-Infektion, Diabetes mellitus, Herzerkrankungen, Schlaganfall, Krebs, COPD oder Asthma, Autoimmunerkrankungen und Rheuma.

• Beschäftigte in medizinischen Einrichtungen mit niedrigen Expositionsrisiko (Labore) und ohne Betreuung von Patienten mit Verdacht auf Infektionskrankheiten.

• Personen in relevanter Position in Regierungen, Verwaltungen, Verfassungsorganen, Streitkräfte, Polizei, Feuerwehr, Katastrophenschutz, THW sowie Justiz.

• Personen in relevanter Position in Unternehmen der kritischen Infrastruktur, Apotheken, Pharmawirtschaft, öffentliche Ver- und Entsorgung, Ernährung, Transportwesen, Informationstechnik und Telekommunikation.

• Personen, die im Lebensmitteleinzelhandel tätig sind.

• Erzieher und Lehrer

• Personen, mit prekären Arbeits- oder Lebensbedingungen.

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