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Landkrankenhäusern droht immer noch der Corona-Tod

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  • Markus Honervogt
    vonMarkus Honervogt
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Durchschnaufen und Bilanz ziehen: Seit dieser Woche ist die Corona-Klinik Mühldorf wieder ein ganz normales Krankenhaus. Fast jedenfalls. Denn die Pandemie hat Spuren hinterlassen.

Kommentar – Es ist verständlich, dass nicht alles glatt gelaufen ist. Corona hat alle Menschen weltweit kalt erwischt und vor nicht gekannte Herausforderungen gestellt. Dass es im Landkreis gelungen ist, sie weitgehend zu beherrschen, hat viele Gründe. Glück gehörte natürlich dazu, wie der Vergleich der Infektionszahlen mit Mühldorfs Nachbarlandkreisen zeigt.

Darüber hinaus ist es gelungen, durch innovative Konzepte und den großen Einsatz der Mitarbeiter, eine gute medizinische Versorgung zu garantieren. Die Entscheidung, eines der beiden Akut-Krankenhäuser des Inn-Klinikums in ein Covid-19-Haus umzuwandeln, und die Einrichtung der Notfallpraxis auf dem Volksfestplatz zur Entlastung der niedergelassenen Ärzte sind die beiden entscheidenden Eckpfeiler.

Medizinische Versorgung sichergestellt

Sie haben wesentlich dazu beigetragen, die medizinische Versorgung auf – wenn auch reduziertem Niveau – sicherzustellen und Kranken die notwendige Hilfe zu geben. Eng verbunden damit war großer persönlicher Einsatz. Vor allem für das Personal im Krankenhaus war es eine einschneidende Zeit. Das zeigen allein die Infektionszahlen der Mitarbeiter.

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Auch wenn die vergleichsweise niedrig sind, haben Ärzte und Pflegerinnen neben der Arbeitsbelastung ein hohes persönliches Risiko für ihre Gesundheit getragen. Natürlich sind auch die Opfer zu beklagen, allen voran jene 54 Corona-Patienten, die in der Klinik gestorben sind.

Was sind die finanziellen Auswirkungen der Coronakrise?

Die Krise ist nicht vorbei. Das wird die Bilanz nach dem Durchschnaufen zeigen. Denn die finanzielle Situation des Inn-Klinikums dürfte sich massiv verschlechtert und das ohnehin vermutete Defizit stark erhöht haben. Diese schwerwiegende Corona-Folge aber können die Gesundheitseinrichtungen im Landkreis bei aller Innovations- und Arbeitsbereitschaft nicht auffangen. Dazu brauchen sie dringend die Unterstützung der Regierungen in München und Berlin.

Sonst sterben die Landkrankenhäuser einen späten Corona-Tod.

markus.honervogt@ovb.net

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