Ladesäulen für Pendler am Ampfinger Bahnhof: Grüne scheitern mit Antrag im Gemeinderat

In der Schweppermannstraße bestehen bereits zwei Ladepunkte, die laut Gemeindeverwaltung nicht ausgelastet sind.
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In der Schweppermannstraße bestehen bereits zwei Ladepunkte, die laut Gemeindeverwaltung nicht ausgelastet sind.

Ein Antrag der Grünen, am Ampfinger Bahnhof Ladesäulen für Pendler zu erichten, ist im Gemeinderat gescheitert. Die Mehrheit folgte der Einschätzung der Verwaltung, das Projekt sei weder wirtschaftlich noch notwendig.

Ampfing – Am Ampfinger Bahnhof soll im Zuge des Ausbaus der Kreisstraße MÜ 38 ein Park and Ride-Parkplatz entstehen. Die Fraktion der Grünen hat nun den Antrag gestellt, dort Pendlerladesäulen zu errichten. Wer mit dem Zug in die Arbeit nach München fährt, kann das Elektroauto in dieser Zeit aufladen.

Als weitere Argumente führten die Grünen an, dass die Fahrzeuge tagsüber betankt werden und regenerativ erzeugter Strom zur Verfügung stehe. Nicht alle Eigentümer von E-Autos hätten die Möglichkeit, ihr Elektrofahrzeug zu Hause zu laden und seien somit auf öffentliche Ladesäulen angewiesen.

Fast alle Pendler kommen aus dem näheren Umkreis

Die Gemeindeverwaltung wandte ein, dass dieses Projekt nicht wirtschaftlich sei. Am Bahnhof Ampfing stelle die Gemeinde bereits vier Lademöglichkeiten zur Verfügung. Weitere Ladesäulen machten keinen Sinn, da die Fahrzeuge überwiegend aus der direkten Umgebung kommen.

Der Bahnhofsvorplatz in Ampfing, derzeit noch im Umbau. (hra)

Die Anfahrtswege seien in der Regel unter 20 Kilometer. Am Bahnhof müsse also nicht zwingend aufgeladen geladen werden.

E-Tankstellen werden oft als Sonder-Parkplatz missbraucht

Auch zwei Ladepunkte an der Schweppermannstraße verfügen noch über freie Kapazitäten. Zentral gelegene E-Tankstellen würden oftmals als Sonder-Parkplatz für Elektrofahrzeuge missbraucht, ohne dass ein wirklicher Energiebedarf bestehe, so die Stellungnahme der Verwaltung.

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Ladesäulen verursachten dazu neben den Herstellungskosten auch jährliche Wartungskosten, die dauerhaft die Gemeinde bezahlen müsste. Die Energieversorger, deren eigentliche Aufgabe das Bereitstellen solcher Ladesäulen sei, haben kein Interesse als Anbieter zu fungieren. Und: Wenn die Gemeinde die Ladesäulen betreibe, müsse sie auch die Abrechnung übernehmen.

Falls die vorhandenen Kapazitäten doch nicht ausreichen, könnten gegebenenfalls beim geplanten P+R Parkplatz am „Kreisverkehr Münchner Straße“ zusätzliche Ladesäulen errichtet werden.

Die Ratsmitglieder der Grünen, Andrea Weiner, Rainer Stöger und Christian Ott, stimmten für die Errichtung der Ladesäulen. Alle anderen Gemeinderäte lehnten den Antrag ab. hra

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