Kurs für Pfützensucher – Ehrenamtliche in Mühldorf zur Rettung der Gelbbauunke ausgebildet

Auch die Maskenpflicht konnte die Teilnehmer des Gelbbauchunken-Betreuungskurs in Ampfing nicht abschrecken: Die zehn neuen Unkenpaten nach erfolgreichem Bestehen der Prüfung. (Fotos: Dr. Andreas Zahn)tzt werden. xJudith Jabs-Ingenhaag, Dirk Alfermann, Dr. Andreas Zahn, Markus Michlbauer,Anna Schweiger, Stefan Jäger, Ute Kuntz, Adolf Baumeister, Ruth Dries, Fabian Hellwasser, Kerstin Bär, Corinna Lieberth, Martin Rader. Zahn
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Auch die Maskenpflicht konnte die Teilnehmer des Gelbbauchunken-Betreuungskurs in Ampfing nicht abschrecken: Die zehn neuen Unkenpaten nach erfolgreichem Bestehen der Prüfung. (Fotos: Dr. Andreas Zahn)tzt werden. xJudith Jabs-Ingenhaag, Dirk Alfermann, Dr. Andreas Zahn, Markus Michlbauer,Anna Schweiger, Stefan Jäger, Ute Kuntz, Adolf Baumeister, Ruth Dries, Fabian Hellwasser, Kerstin Bär, Corinna Lieberth, Martin Rader. Zahn

Im Landkreis Mühldorf gibt es neue Betreuer für die stark gefährdete Gelbbauchunke. Bei einem Kurs in Ampfing lernten die Ehrenamtliche alles über das bedrohte Tier, dem sie jetzt landkreisweit Lebensräume sichern wollen. Das ist nicht einfach, weil diese Lebensräume sehr vergänglich sind.

Mühldorf/Ampfing – Es sind die kleinen, besonderen Lebensräume, die die Gelbbauchunke braucht: Eine Pfütze, ein Loch in einer Kiesgrube, kurzlebige Gewässer, in denen es keine Feinde gibt. Weil diese Lebensräume selten und gefährdet sind, sind es auch die Unken. Sie zu schützen, haben sich jetzt zehn Menschen aus der Region ausbilden lassen.

„Zehn neue Unkenpatinnen und Unkenpaten – allen Coronaviren zum Trotz!“ Judith Jabs-Ingenhaag, Projektmanagerin von „Allen Unkenrufen zum Trotz“. Sechs Landkreis aus Oberbayern nehmen an dem Prgoramm teil, darunter der Landkreis Mühldorf. Zehn Teilnehmer lernten bei einem Kurs in Ampfing durch Vorträge und Exkursionen alles über die Betreuung von Gelbbauchunken. Das Projekt, in dessen Rahmen der Kurs angeboten wurde, läuft seit 2016 im Bundesprogramm Biologische Vielfalt.

Viel Wissen nötig

Dr. Andreas Zahn war einer der Teilnehmer: „Man braucht spezielles Wissen über die speziellen Ansprüche der Gelbbauchunken, um ihnen helfen zu können“, sagt er. Deren Aufgabe sei es, sich um diese Lebensräume zu kümmern. „Das kann bedeuten: einen Landwirt bitten, mal wieder durch ein Loch im Feldweg zufahren, um es zu verdichten.“ Denn dort, dass weiß Zahn, kann sich Wasser für die Kröten sammeln. Die Betreuer könnten auch Kiesgrubenbesitzer bitten, Löcher erst aufzufüllen, wenn sie ausgetrocknet sind.

Laichgewässer trocknen aus

Durch Trockenlegungen, Straßenbauten und die trockenen Sommer der letzten Jahre seien diese Laichgewässer immer weniger geworden, sagt Projektmanagerin Jabs-Ingenhaag. Und in der Folge auch die Tiere. „Ziel ist es nun, neue Lebensräume zu schaffen, Biotope aufzubessern und zu vernetzen, um die Unkenwanderung wieder zu ermöglichen.“ Dazu brauche man engagierte Grundeigentümerinnen und Grundeigentümer und Kiesabbauunternehmen sowie Privatpersonen, die die Laichgewässer freiwillig erhalten und pflegen. Forst-, Land- und Wasserwirtschaft sind ebenso angesprochen wie Gemeinden und Schulen.

Zusammenarbeit mit Behörden und Landwirten nötig

Lange war nicht klar, ob der Gelbbauchunken-Betreuungskurs überhaupt stattfinden würde. Zumindest für zehn der ursprünglich 30 Interessierten gab es am Ende grünes Licht. Das war wichtig, denn für die Gelbbauchunke steht die Ampel gewissermaßen schon auf Rot, erklärt Jabs-Ingenhaag. „Auf der Roten Liste der gefährdeten Arten Bayerns wird der kleine Froschlurch als stark gefährdet geführt. Das liegt daran, dass geeignete Lebensräume der Unke immer öfter verloren gehen und dadurch auch die Tiere immer seltener werden.“

Gelbbauchunkenbetreuer wollen Ansprechpartner sein

In Theorie und Praxis erfuhren die Teilnehmer, was zu tun ist, um günstige Lebensbedingungen zu schaffen, in denen sich die Tiere sich vermehren können, Kaulquappen nicht austrocknen und die Fressfeinde nicht überhand nehmen. Wir die idealen Lebensräume aussehen, erkundeten die Kursteilnehmer in der Kiesgrube des Bund Naturschutzes.

Dazu ist laut Teilnehmer Andreas Zahn die enge Zusammenarbeit mit den Unteren Naturschutzbehörden in den Landratsämtern und den Naturschutzverbänden notwendig. „Die Unkenbetreuer sollten sich bei Behörden und Verbänden vorstellen, damit die Ansprechpartner kennen und sie bei Problemen ansprechen könnten.“

Das Unken-Projekt

Sechs oberbayerische Landkreise beteiligen sich mit dem Projekt „Allen Unkenrufen zum Trotz“ am Erhalt der Gelbbauchunke. Gefördert wird das Projekt im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN). Träger des Projektes „Allen Unkenrufen zum Trotz“ sind die Landkreise Altötting, Freising und Neuburg-Schrobenhausen, der Bund Naturschutz mit seinen Kreisgruppen Altötting, Erding, Freising, Mühldorf, Neuburg-Schrobenhausen und Pfaffenhofen. Insgesamt fließen in fünf Jahren 670 000 Euro in verschiedene Maßnahmen, damit sich die Bestände der Gelbbauchunke bis zum Ende der Laufzeit am 30. Juni 2021 erhöhen können. Da ein großer Teil der Weltpopulation der „Bombina variegata“ in Deutschland vorkommt, hat Deutschland für dieses Tier eine ganz besondere Verantwortung. Mit im Boot sind auch das Wissenschaftszentrum Weihenstephan mit der TU München und der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf.

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