Zurück auf der Bühne: Michael Altinger im Mühldorfer Haberkasten

Im Haberkasten laufen die ersten Veranstaltungen wieder an. Michael Altinger mit dem Bluemood-Duo machte den Anfang.
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Im Haberkasten laufen die ersten Veranstaltungen wieder an. Michael Altinger mit dem Bluemood-Duo machte den Anfang.

Der Anfang ist gemacht: Michael Altinger lud zum ersten Kabarettabend nach dem Lockdown in den Haberkasten. In seinem Programm „Rampensau ohne Bühne“ las Altinger aus seinem Corona-Tagebuch. Damit sucht er seinen ganz persönlichen Weg aus der Kultur-Krise

Von Jessica von Ahn

Mühldorf – Aus der Alltagslangeweile im Lockdown sprudelt Altingers Phantasie immer wieder über. Trostlos scheint seine Situation – zunächst. Altinger berichtet von Einkäufen beim Aldi, das Leben mit seiner Frau und die Hochbeete seiner Nachbarn. Ein Nachbar stalkt ihn am Altglascontainer.

Nur nichtgeschlagen geben

Doch Altinger gibt sich dem neuen Alltag nicht geschlagen. Immer wieder phantasiert er: Überglücklich nimmt im Supermarkt einen Publikumspreis entgegen, sieht Fans seinen Garten stürmen.

Dann sitzt der Star doch wieder in seiner Küche, Ostereier und Masken signierend. Bata Ilic oder Annegret Kramp-Karrenbauer liest er daraus. Ohne Bühne und Zuschauer scheint der Kabarettist nichts zu sein. Auch Altingers Frau nimmt ihn nicht ernst. Die genähten Masken hat sie aus dem Stoff alter Bühnenhemden genäht. Ungetragene und damit seelenlose T-Shirts hätte sie nehmen sollen. Endlich kommen die Anrufe der Agentin wieder. Altinger sieht sich zurück auf der Bühne. Star-Allüren überkommen ihn: Champagner, Sushi und Masseur erwartet er in der Garderobe.

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Der Kontakt zum Publikum gelingt, wenn auch etwas mühsam. Das übliche Treiben in der Pause, die Geselligkeit eines solchen Abends, es fehlt. Für Auflockerung des Lockdown-Dramas des Stars, sorgen Sarah Wiegand und der Gitarrist Andreas Rother. Als Bluemood-Duo spielen sie Pop und Jazz, bekannte wie unbekannte Stücke. Sanft entführt Wiegands Stimme in eine sorglose Welt. Ein vertrautes Dreierteam befindet sich auf der Bühne. Und die Musiker gleichen die Gesangesversuche Altingers aus. Happy Birthday stimmt er an – Die erotische Version von Merylin Monroe habe er beim Händewaschen stets geträllert. Nachbarn hätten ihn mit dem Original verwechseln. Doch keiner im Publikum glaubt es.

Keine Kritk anden Maßnahmen

Die Zuschauer waren angemeldet, ihre Daten erfasst. Am Tisch durfte die Maske abgenommen werden. Getränke wurden serviert. Sorgfältig tastete sich der Veranstalter an den Abend heran. Vorsichtig wagte sich auch Altinger an das Corona-Thema. Keine Kritik an den Maßnahmen, kein Scherz über Verweigerer. Und doch, mit dieser Art der auflockernden Schilderungen der vergangenen Monate lässt sich Kabarett machen: Eine Mischung aus privaten Berichten, phantastischen Übertreibungen und Alltagserfahrungen.

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