Zauberhafte Zigeunermusik

Unterhielten temperamentvoll: Adelina Oprean, Violine, Gerard Wyss, Klavier, Andrei Harabagiu, Viola und Monika Gaggia, Violoncello (von links). Sutherland

Zangberg – Ein ganz besonderes Konzert war das Benefizkonzert des Anna Hospizvereins im Ahnensaal des Klosters Zangberg.

Unter dem Titel „Zigeunermusik“ waren Stücke von Joseph Haydn, David Popper, Maurice Ravel und Johannes Brahms in meisterlicher Spielweise zu hören. Eine Herausforderung stellte sich den Musikern. Anja Bartos an der Violine war wegen einer Handverletzung ausgefallen, sodass das Programm umgestellt werden musste.

Der reich an Wandmalereien und Stuckverzierung geschmückte Ahnensaal des Klosters war die perfekte Umgebung für das Konzert. Er ließ das Publikum in der Zeit reisen und sich in höfischer Atmosphäre wiederfinden. So war der Auftakt des Konzertes mit dem Trio für Klavier, Violine und Violoncello von Joseph Haydn ein duftig leichtes Andante, ein Poco Adagio, das sanft schwingend begann und mit einem Anflug von Melancholie spielend endete. Das Rondo all´ Ongarese hingegen war ein feuriges, von überfließender Lebenslust zeugendes Fest, das die Zuhörer mitnahm und die Zigeunermelodien zum Leuchten brachte.

Dabei war es schön zu sehen, wie die Musiker, Adelina Oprean, Violine, Monika Gaggia, Violoncello und Gérard Wyss, Klavier, ganz in ihrer Musik aufgingen. Ein Höhepunkt des Konzertes war die Ungarische Rhapsodie für Violoncello und Klavier. Monika Gaggia am Violoncello spielte hier mit technischer Brillanz und vollendetem Ausdruck die schwirrenden, leidenschaftlichen und schnellen ungarischen Melodien. Hüpfend und tanzend schwebten die Töne im Raum und wurden dem Titel „Zigeunermusik“ sehr gerecht.

Das Publikum reagierte mit hingerissenem Trappeln und großem Applaus. Ein spontaner Einschub von Andrei Harabagiu mit der Viola, sorgte für zusätzliche Begeisterung. Virtuos spielte er den „Landgeiger“ von George Enescu. In dem Stück schildert Enescu das Leben der armen Landgeiger, die dahinfiddeln, mal schräg und mal gekonnt. In der „Tzigane“ von Maurice Ravel zeigten Adelina Oprean, Violine und Gérard Wyss am Klavier einzigartiges Zusammenspiel.

Die Melodien hat Ravel Zigeunerweisen entlehnt. Sie waren die typischsten Zigeunermelodien des Konzertes. Mit einem großartigen Quartett für Klavier, Violine, Viola und Violoncello von Johannes Brahms endete bravourös das Konzert. Zunächst war es der Auftritt von Adelina Oprean an der Violine, der das Geschehen bestimmte. Dann übernahm Andrei Harabagiu an der Viola. Atemberaubend schnell gespielt, mit dem Feuer ungarischer Tänze, steigerte sich das Quartett noch einmal im Schlussabschnitt. Prasselnder Applaus beendete den Abend.

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