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SOMMERFESTIVAL IN MÜHLDORF

Wortreich, witzig, stimmungsvoll - Willy Astor geht im Mühldorfer Haberkasten auf eine musikalische Weltreise

Zeit für einen Flamenco: Willy Astor, Nick Flade, Marcio Tubino und Ferdi Kirner (von links).
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Zeit für einen Flamenco: Willy Astor, Nick Flade, Marcio Tubino und Ferdi Kirner (von links).
  • Nicole Sutherland
    VonNicole Sutherland
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Es sollte eine musikalische Weltreise werden: Bei seinem Auftritt in Mühldorf zog Willy Astor musikalisch hinaus in die Welt. Den Ausflug garnierte er mit Wortwitz und manch kritischer Anmerkung.

Mühldorf – Ein kühler Sommerabend. Die raren Plätze im überdachten Hof des Haberkastens waren schnell vergeben. Die Zuhörer stehen in langer Schlange vor dem Eingang. Bestückt mit dicken Jacken und Decken. Sie wollen Willy Astor hören. Der Commedian ist außer komisch auch noch ein großer Musiker. Und an diesem Abend wird er zwischen den einzelnen Stücken mit Wortspielen moderieren.

Exzellente Musiker an allen Instrumenten

Doch die Hauptsache ist die Musik und sind die Musiker, die er mitgebracht hat. Er beginnt allein, in intimer Atmosphäre. Mit seinem „Höhenflug“ nimmt er die Leute mit auf eine Reise. Das leise, feine, von ihm komponierte Stück, ist in Griechenland entstanden.

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„The Sound of Islands“ heißt das Programm mit einer facettenreichen Weltmusik, das einen entführt in ferne Länder und an Sehnsuchtsorte. Ferdi Kirner, der am Konservatorium in München Gitarre studiert hat, tritt auf und ein Ragtime hüpft ihm und Willy Astor fröhlich aus den Fingern. Mit Nick Flade wird aus dem Duo ein Trio. Flade spielt Keyboard und Bass, hat Jazz-Klavier in Würzburg studiert und ist der Arrangeur bei „Sound of Islands“.

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„Siracusa“ spielen die Drei und nehmen ihr Publikum mit in das Flair des Südens. Mit dem Brasilianer Marcio Tubino ist die Band komplett. Er spielt Schlagzeug, Percussion und Saxofon. Aus dem verträumten Sound zu Beginn des Abends ist ein stimmiger, voller Groove geworden, der sein Publikum mit einem Bossa Nova zu Ehren von Caterina Valente begeistert.

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Immer wieder nachdenkliche, bisweilen kritische Anmerkungen mischen sich in Willy Astors Moderation. „Morgenstimmung am Kilimandscharo“ soll an die Zerstörung der Erde erinnern. Die schneebedeckte Spitze, die eine ganze Region mit Schmelzwasser versorgt, wird bald nicht mehr da sein, erzählt Astor. Das Stück ist filigran, der Schlagzeuger spielt jetzt Querflöte, leise, etwas traurig, Bühnennebel liegt in der Luft. Wie mit ersten Sonnenstrahlen flackert das Piano auf, die beiden

Gitarristen spielen ruhig, besinnlich.

Willy Astor gelingt es, mit jedem Lied eine andere, eigene Stimmung zu schaffen. Ein Flamenco, schnell und mitreissend gespielt, von Ferdi Kirner an der Gitarre kunstvoll umgesetzt, lockt Begeisterungsrufe und viel Applaus hervor. Auch das Klezmer-Stück bleibt im Gedächtnis. Mit jauchzendem Sopran-Saxofon statt Klarinette von Marcio Tubino gespielt, variiert es im Tempo, melancholisch und lebenslustig zugleich, anrührend und wirbelnd mit Piano und zwei Gitarren.

Jaulende E-Gitarren wie beim Rockkonzert

Wortreich und witzig moderiert Willy Astor, der das „Welthits-Medley“ ankündigt. Es macht einfach Spaß, den instrumental gespielten Versatzstücken zuzuhören und die Titel zu erraten. „September“, „Dreamer“ oder „Thriller“, in schneller Abfolge gespielt enden mit jaulender E-Gitarre und verstärkter Akustikgitarre wie in einem Rockkonzert.

Riesenapplaus und stehende Ovationen sind die Folge. Neu ist, dass ohne Pause durchgespielt wurde. Nach der mageren Zeit ist das Konzert ein Genuß für Zuhörer und Musiker gleichermaßen.das Willy-Astor-Konzert gestern im Haberkasten-Innenhof war ein voller Erfolg.

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