Weihnachten wie in den 1950er-Jahren

Martin GartenmaierReischach Das Konzert war super. Vor 19 Jahren haben wir sie schon einmal in Salzburg gehört und wir wollten immer noch einmal hin. Meine Frau war so aufmerksam und hat mir den Abend heute zum Geburtstag geschenkt. Wir lieben diese Musik und tanzen dazu.
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Martin GartenmaierReischach Das Konzert war super. Vor 19 Jahren haben wir sie schon einmal in Salzburg gehört und wir wollten immer noch einmal hin. Meine Frau war so aufmerksam und hat mir den Abend heute zum Geburtstag geschenkt. Wir lieben diese Musik und tanzen dazu.

Mühldorf. – Der Mühldorfer Stadtsaal war gut gefüllt beim Auftritt vom Glenn Miller Orchestra.

Weihnachtsstimmung mit Swing und Jazz des frühen 20. Jahrhunderts entströmten der Big-Band um Will Salden. 16 Musiker und eine Sängerin gehören zu dem Ensemble.

In schwarzen Anzügen mit Fliege und Einstecktuch – zunächst grau, später in knallrot – treten sie auf. Auch Sängerin Eva Buchmann wechselt ihr Kleid von dunkelblau-glitzernd zu rot-glänzend. Eine mit Lichtern übersäte Tanne ziert die Bühne. Ansonsten dominieren schwarz und weiß den Abend. Schwarze Aufsteller nennen in weißer Schrift das Ensemble und verdecken die Beine der Musiker. Zwei alte, den 1950ern entnommenen Mikrofone, stehen vorne. Das eigentliche Mikro hängt unauffällig und schwarz unter den nostalgischen Geräten.

Swing der 130er- und 50er-Jahre spielen sie, welche unter anderem auch Bandleader Glenn Miller mit seiner Big-Band gespielt hat. Jukebox Saturday Night heißt das aktuelle Programm der Glenn-Miller-Gedächtnisband und erinnert an die Anfänge im Jahr 1939. Damals konnten Jugendliche endlich ihre eigene Musik auf Partys bestimmen, berichtet Salden.

Während die erste Hälfte das Publikum zögerlich klatschte, fast mehr aus Höflichkeit und weil es sein musste, war die Begeisterung nach der Pause sehr viel ausgelassener. Die Lieder waren bekannter und auch die Zahl berühmter Weihnachtlieder stieg. Jingle Bells, Let it Snow und Rudoph, the Red Nose Raindeer durften dabei nicht fehlen. Und auch „Chattanooga Choo Choo“, manch einem als „Sonderzug nach Pankow bekannt“, sorgte für gute Stimmung.

Vor der Pause zeigt sich eine nicht immer gelungene Mischung aus ruhigen und flinken Stücken. War das eine Stück schon zu rasch gespielt, folgte das nächste zu langsam. Doch dann fanden die Musiker ihr Tempo.

Salden spielt Piano und singt. Er bittet immer wieder Solisten nach vorne, die er mit Applaus würdigen lässt. Zu fünft singen Buchmann, Salden und weitere Musiker. Dezent, dem Geist der musikalischen Zeit folgend, albern die Musiker: Sie stehen immer einmal auf. Die Posaunisten richten ihre Instrumente in alle Richtungen. Gelegentlich steht eine Musikerreihe auf, sie fächern sich Luft zu, wischen sich Schweiß von der Stirn. Schließlich ist die Entführung in die alten Zeiten gelungen.

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