Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


MÜHLDORFER KULTURSOMMER

Von wegen farblos: „Blues Ain‘t Colourful“ rockt den Haberkasten-Innenhof

„Blues Ain‘t Coulurful“ begeisterte im Haberkasten-Innenhof mit einer gelungenen Mischung von Klassikern aus Funk, Rock und Hard-Rock sowie jeder Mege eigener Nummern. Von links: Holger Brüssel, Klaus Bruckmeier, Simon Schubert und Max Pascoe.
+
„Blues Ain‘t Coulurful“ begeisterte im Haberkasten-Innenhof mit einer gelungenen Mischung von Klassikern aus Funk, Rock und Hard-Rock sowie jeder Mege eigener Nummern. Von links: Holger Brüssel, Klaus Bruckmeier, Simon Schubert und Max Pascoe.
  • Josef Enzinger
    VonJosef Enzinger
    schließen

Band aus Mühldorf und Altötting trumpft mit Klassikern aus 50 Jahren Musikgeschichte auf und präsentiert auch einige Songs aus ihren beiden Alben. Deren Texte sind mitten aus dem Leben gegriffen.

Mühldorf – Kein Backenbart, keine langen Haare, kein Südstaatenhut und auch kein Warzengebirge im Gesicht – auch die Devotionalien fehlen, mit denen sich Lenny Kilmister, der Frontmann von Motörhead gerne geschmückt hatte. Doch ansonsten ist es nah am Original, was Simon Schubert, Sänger und Rhythmusgitarrist von „Blues Ain‘t Colourful“ bei „Ace of Spades“ auf die Bühne bringt. Im Rahmen des Mühldorfer Musiksommers spielte das Quartett aus den Landkreisen Mühldorf und Altötting im gut besuchten Haberkasten-Innenhof. Es ist es eine ausgewogene Mischung aus bekannten Cover-Songs quer durch die Rock- und Pop-Geschichte seit den 1970er-Jahren und eigenen Titeln.

In klassischer Rockbesetzung quer durch den Gemüsegarten

In klassicher Rockbesetzung – Schlagzeug, Bass, Rhythmus- und Lead-Gitarre – sind es Blues, Funk und eben der gute alte Rock‘n‘Roll, mal etwas seichter, mal betont erdig, den die Vier spielten. „Back in the USSR“ von den Beatles bekommt da ebenso eine eigene Note wie „Oh Beautiful“ von Blues-Legende Joe Bonamassa. Fast perfekt ist ihre Performance beim Steve-Ray-Vaughn-Klassiker „Mary Had A Little Lamb“ oder beim Cover von „Superstition“, bei dem Gitarrist Holger Brüssel zeigt, dass Stevie Wonder auch ohne Bläsersätze funktionieren kann, wenn man nur virtuos seine Gitarre beherrscht.

Rockgeschichte komprimiert auf zwei Stunden

Es ist eine Zeitreise quer durch die Rockgeschichte, wenn Jimi Hendrix, die Black Crowes, The Doors oder auch Bryan Adams mal im Haberkasten vorbeischauen. Und die vierköpfige Band mag augenscheinlich Lenny Kravitz, daran zu erkennen, dass sich ein leidenschaftlicher Holger Brüssel bei „Always On The Run“ oder „Are You Gonna Go My Way“ im Funk verlustiert. Auch AC/DC darf nicht fehlen, wobei Sänger Simon Schubert nach dem Konzert zugibt, dass ihm „Touch Too much“ stimmlich nahezu alles abverlangt hatte. „Das war vielleicht ein bisschen too much“, sagt er und grinst.

Das könnte Sie auch interessieren: „Dicht & Ergreifend“ gegen Söder, Afd und Co - Hygiene-Festspiele mit erhobenem Stinkefinger

Klangewaltige Rock-Balladen

Zwischendrin streut die Gruppe um Songwriter Simon Schubert immer wieder eigene Songs aus bislang zwei Alben, zum größten Teil klanggewaltige Balladen und Rocknummern, denen Holger Brüssel durch raffinierte Riffs und Max Pascoe am treibenden Bass den Stempel aufdrücken. Es sind teilweise biografische Inhalte, Lebenserfahrungen oder der Fokus auf die Konflikte dieser Welt, wenn Schubert „Sounds Of Yesterday“, oder „Enemy In Sight“ anstimmt. „Two Single Hearts“, „Keeping Me Down“ oder „My Heart Is Bleeding“ gehen sehr in die Tiefe. Die Frage „Where Are You Going Now?“, beschäftigt Schubert zum Beispiel bei der Frage, was nach dem Tod sein wird.

Schlagzeuger zurückhaltend, aber makellos

Unauffällig im Hintergrund, aber makellos in seinem Spiel Schlagzeuger Klaus Bruckmeier, der dann und wann auch als zweite Stimme Schubert unterstützt. Blitzsauber und detailverliebt spielt er, etwa als eine Nummer von Led Zeppelin auf der Liste steht. „Whole Lotta Love“. Die einzige Nummer, bei der „Blues Ain‘t Colourful“ die analogen Wege verlässt. Brüssel mischt einen Synthi-Sound über Smartphone dazu, mit dem er den Tonabnehmer seiner Gitarre traktiert. Untypisch, aber es funktioniertt. Das zeigten die lauten Beifallsbekundungen.

Es ist anstrengend, nicht tanzen zu dürfen

Wegen Corona ist die Bewegungsfreiheit zwar eingeschränkt. Doch viele können sich am Ende nicht mehr auf den Sitzen halten. Es bewegen sich die Hüften – wenn auch nur am zugewiesenen Platz, aber doch mit ausreichendem Abstand zu den anderen.

Mehr zum Thema

Kommentare