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Voll Jauchzen und Fröhlichkeit

André Philipp Gold dirigiert, die Salzburger Barockmusik-Konzertmeisterin spielt ihr Solo, der Chor pausiert und drei vom Solistenquartett sind im Einsatz bei Johann Sebastian Bachs „Weihnachtsoratorium“. Hans Gärtner

Mühldorf/Burghausen. – Johann Sebastian Bachs „Weihnachtsoratorium“ gehört, folgte man seinem Komponisten und dessen Leipziger Aufführungspraxis ab 1734/35, in die Zeit zwischen dem ersten Feiertag und Dreikönig.

Das sechsteilige Werk war für zwei Kirchen und keine Schulaula vorgesehen, die akustisch wie architektonisch jedem Sakralraum nachstehen muss. Da macht auch Burghausens Kurfürst Maximilian-Gymnasialsaal keine Ausnahme. Zweifellos kann Dirigent André Philipp Gold hier seinen neu gegründeten, in Mühldorf ansässigen Kammerchor „Cantus Aurumque“ samt Solisten und Barockorchester Salzburg um einiges ansehnlicher als etwa in St. Jakobus präsentieren.

Auch wenn, wie in Burghausen, der Profi-Anteil der Mitwirkenden überwog, garantierte das noch lange keine glückende Aufführung. Gefährdet sind die Naturtrompeten. Das virtuose barocke Blech erfüllte aber von Anfang an, namentlich im Schlussteil, die voll besetzte Aula mit „Jauchzen und Fröhlichkeit“. Wofür wesentlich der spannungsgeladene, hier auf Genauigkeit, dort auf Nonchalance achtende Dirigent sorgte. Er hatte sich für die Auswahl der Teile 1, 5 und 6 entschieden.

In der „kurzen Einführung“ im Programmheft mit ein paar „Gold-Körnern“ zu Verständnis und persönlicher Auslegung des Kantaten-Werks sucht man vergeblich nach einer Begründung. Eine mögliche: die Berücksichtigung der historischen Barockinstrumente. Die versiert gespielte Oboe d’amore nützte kühn ihr Solo im Zusammenspiel mit dem kernigen Bass des Heyuun Choi. Dem mutigen Chor, der mit drei bewegten, stark fordernden Einleitungen und dem Schlusschoral festlich stimmte und sich nicht eine Minute sitzend ausruhen durfte, gelang „Ich steh an deiner Krippen hier“ so innig wie zart. Bewundernswert: der schmal besetzte Chor-Tenor hinsichtlich Kompaktheit der Tongebung und Präsenz. Die Handvoll ausgesuchter Soprane für den vom Solo-Bass kommentierend ergänzten Choral „Er ist auf Erden kommen arm“ überzeugte, auch wenn weniger Körperbewegung mehr gewesen wäre.

In seinem Element: der paradiesvogelgleiche Erzähler Eric Price. Er verdeutlichte mit klug geführtem Tenor die Texte der Evangelisten Lukas und Matthäus und kam gut über fast alle Klippen seiner Arie „Nun mögt ihr stolzen Feinde schrecken“ hinweg. Der hell leuchtende Sopran der fein gestaltenden Sieglinde Zehetbauer kontrastierte den grundierenden Mezzo der Kerstin Drescher, die für ihre erste Arie „Bereite dich, Zion“ zu viel Walküren-Dramatik aufgeboten hatte. Im großen Terzett Nr. 51, füllig begleitet von der Solo-Violine, war sie dann eher berechtigt.

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