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Umjubeltes Heimspiel

Waldkraiburg - Um fünf nach acht ist Peter Maffay wieder zu Hause. 21 Jahre hat Waldkraiburg auf diesen Moment gewartet, da fallen ein paar Minuten Verspätung nicht ins Gewicht.

Was zählt, ist das Hier und Jetzt, die Heimkehr des großen Stars, die erst einmal alles andere als ein Spektakel ist. Kein Blitzlichtgewitter, kein Feuerwerk, kein Nebel empfängt den 59-Jährigen auf der Bühne im Haus der Kultur in Waldkraiburg. Maffay schlüpft einfach durch einen Spalt im Bühnenvorhang, hebt die Hand und genießt den frenetischen Willkommensapplaus.«Ich glaube, so haben wir noch nie angefangen», grinst er ins Publikum. «Es ist einfach ein schönes Gefühl wieder hier zu sein.» Und spätestens jetzt ist klar, dass diese Generalprobe für den Auftakt zur Deutschlandtournee etwas ganz Besonderes ist - für ihn genauso wie für die über 600 Besucher im Saal.

Die lauschen andächtig dem Opener, der zugleich auch das erste Lied auf der neuen CD «Ewig» ist, dem ersten Studioalbum seit drei Jahren. «Schnee, der auf Rosen fällt» kommt noch etwas schwer daher, ein seichter Einstieg in ein später sehr abwechslungsreiches Programm, das sogar Platz für Soloeinlagen der Mitstreiter hat. Und natürlich bleibt es nicht so ruhig. Wenn Maffay laut und rockig über die «Scherben unserer Welt» nachdenkt, steht und klatscht das Publikum.

Höflich bittet der Meister schließlich wieder Platz zu nehmen, es sei Zeit für eine Ballade. Wie gesagt, es ist eben alles ein wenig anders an diesem Abend, der bald mehr ist als nur ein historisches Ereignis für die heimischen Fans. Denn zusammen mit seiner Band liefert Maffay ein richtig gutes Konzert ab - mit einer soliden Mischung aus Alt und Neu, aus Ruhe und Rock. Die Musik rückt so manchen Text ohne Tiefgang erfolgreich in den Hintergrund, aber das war bei Maffay schon immer so.

Als Sänger, Liedtexter, Schauspieler, Gitarrist und Musikproduzent steht er seit 40 Jahren auf den Bühnen der Republik, jedes seiner Alben landete in den vergangenen drei Jahrzehnten in den Top Ten der deutschen Charts. Maffay ist Vollprofi, der spürt, wann er gefordert ist, wann die Stimmung einen Schub braucht; der aber auch weiß, wann er das Rampenlicht anderen überlassen darf, zumal seine Band für diese Tour außergewöhnlich gut besetzt ist.

Nicht weniger als zehn Musiker hat Maffay im Gepäck, einige sind seit Jahrzehnten dabei. Bertram Engel am Schlagzeug zum Beispiel oder Jean-Jacques Kravetz am Keyboard. Dessen Sohn Pascal, der solo ebenfalls eine gute Figur abgibt, ist neben Peter Keller einer von zwischendurch fünf Gitarristen auf der Bühne, allen voran der kaum zu bremsende Songschreiber und Produzent Carl Carlton.

Für ein paar E-Gitarren-Soli holt Maffay sogar Urgestein Frank Dietz nach vorne, einst Gründungsmitglied der Peter-Maffay-Band und ein ganz Großer im deutschen Rockzirkus. Und an den Percussions zelebriert kein geringerer als der legendäre Ray Cooper seine Kunst.

John Smith am Saxofon, Eva Letticia Padilla (Gesang) und Ken Taylor am Bass machen die Mannschaft komplett, die spür- und hörbar Spaß an dem Auftritt hat. Doch bei aller musikalischen Qualität, die sich dort oben tummelt: es ist und bleibt die Maffay-Show. Zweieinhalb Stunden lang. Die Generalprobe gelingt, und an Höhepunkten mangelt es natürlich nicht. «Über sieben Brücken musst Du geh'n» ist einer davon, «Eiszeit» ein anderer. Hits wie «Und es war Sommer» oder «Sonne in der Nacht» lässt Maffay im Schrank, dafür erinnert er mit «Die Zeiten sind hart» (1992) und «Ich will bei Dir sein» (1991) vor allem an die beiden letzten Jahrzehnte seiner unbeschreiblichen Karriere, die 1968 in Waldkraiburg ihren Anfang nahm.

Maffay selbst wird von diesem Abend vor allem eine Szene in Erinnerung bleiben. Arm in Arm steht er am Ende zusammen mit seinem Vater auf der Bühne, sichtlich gerührt. «Natürlich gab es Momente vor 40 Jahren, in denen ich nicht an ihn geglaubt habe», ruft Willi Makkay dem Publikum zu. An diesem Abend bleiben keine Zweifel: Peter Maffay ist ein richtig großer Star - und im Herzen ein Waldkraiburger.

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