Die "Ungarische Kammerphilharmonie" wird in der Kantine unter der Leitung von Antal Barnás den Erwartungen voll gerecht

Mit überschäumender Lebensfreude

Alles steht zum Applaus: die "Ungarische Kammerphilharmonie" in der Töginger Kantine. Fotos kis
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Alles steht zum Applaus: die "Ungarische Kammerphilharmonie" in der Töginger Kantine. Fotos kis

In Töging ist es feste Tradition, das neue Jahr mit Musik zu begrüßen. Das Neujahrskonzert ist deshalb nicht nur ein gesellschaftliches Ereignis, sondern längst auch ein fester Bestandteil im Jahreslauf des Konzertpublikums. Kein Wunder also, dass der Saal des Kulturzentrums Kantine am Sonntagvormittag mit 370 Besuchern bis auf den letzten Platz gefüllt war. Einmal mehr zu Gast war das Johann-Strauß-Orchester "Ungarische Kammerphilharmonie" mit Dirigent Antal Barnás.

Zur Eröffnung stand die Ouvertüre "Der Barbier von Sevilla" von Gioacchino Rossini auf dem Programm. Das Orchester präsentierte sich dabei nicht nur als wunderbarer Klangkörper, sondern interpretierte auch das abwechslungsreich eingesetzte Klangkolorit gut heraus. So geriet die Ouvertüre zu einem gelungenen Einstand.

Aus der schier unerschöpflichen Schatzkammer Wiener Melodien von Johann Strauß wurden die Zuhörer mit den Schnell-Polkas "Vom Donaustrande", "Ohne Sorgen" und "Éljen a Magyar" in heiter-beschwingte Stimmung versetzt.

Den nachfolgenden Strauß-Walzer "Rosen aus dem Süden" spielte das Orchester in Wiener Eleganzund machte den Wechsel zwischen den lyrischen und tänzerischen Passagen sowie das abwechslungsreich Klangkolorit hörbar.

Antal Barnas, der die "Ungarische Kammerphilharmonie" im Laufe der Jahre zu einem renommierten Ensemble geformt hat, ließ diese Werke zum Hörgenuss werden.

Mit Kálmáns "Ouvertüre zur Gräfin Mariza", die ebenso spritzig, dynamisch und mit einem Schuss Melancholie erklang, stimmten Orchester und Dirigent auf den zweiten Programmteil ein.

Den "Frühlingsstimmen- Walzer" von Johann Strauß spielte das Orchester in einer glasklaren Leichtigkeit. Dazu trug auch das auffällig differenzierte Klangbild von Streichern, Holz- und Blechbläsern bei. In der nachfolgenden schnellen Polka "Auf Ferienreisen", mit überschäumender Lebensfreude gespielt, glänzten die Blechbläser mit Fanfarenklängen.

Es folgte mit dem Walzer "An der schönen blauen Donau" von Johann Strauß die heimliche Nationalhymne Österreichs, die mit orchestralem Wohlklang und leidenschaftlicher Hingabe zum Ausdruck gebracht wurde. Auch hier verstand es Antal Barnas mit sicherem Dirigat die ganze Bandbreite walzerischer Klangkunst zu einer harmonischen Einheit zu verbinden.

Zum Abschluss erklang natürlich der obligatorische "Radetzky-Marsch". Das Publikum bedankte sich mit langanhaltendem Applaus und wurde mit zwei Zugaben belohnt: von Johann Strauß mit der Polka "Unter Donner und Blitz" und mit dem "Czardas von Vittorio Monti", bei dem der Konzertmeister Istvan Baranyai in höchst virtuosen Violinsoli zu glänzen verstand.

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