Über das Alter und pubertierende Töchter

Aus dem Leben gegriffen, albern und doch mit einer Botschaft:Michael Dietmayr, Roland Hefter und Stephan Keller (von links) bei ihrem Auftritt. In Jeans und T-Shirt reden und singen sie über Unsagbares. Von Ahn

Mühldorf. – Vor ausverkauftem Publikum sangen, sprachen und alberten „Die drei Männer nur mit Gitarre“.

Michael Dietmayr, Roland Hefter und Stephan Keller sorgten im Haberkasten rasch für Wirtshausstimmung. Die Rhythmen luden zum Klatschen ein, die Refrains zum Mitsingen. Schallend lachten die Gäste über die Scherze der Liedermacher.

„Nehmt Euch so an, wie Ihr seid. Steht zu Euren Falten und Rundungen“, so lautet die Botschaft der drei Männer. Durchschnittlich sehen sie aus, eher unsportlich. Bauchansätze zeigen sich. Dafür können sie aber für gute Stimmung sorgen und gleichzeitig zum Nachdenken anregen. Das Publikum ist im Nu begeistert.

Elitepartner müsse eigentlich Zellulitepartner heißen, stellt Hefter fest und spricht über das Älterwerden. Eine behindertengerechte Toilette wird ab einem Alter von 50 Jahren schon recht bequem. Dass es jedoch immer noch schlimmer geht, stellt der Löwenfan bei einer Recherche in der Therme Erding fest. Man werde oft erst glücklich, wenn man merke, wie schlecht es anderen gehe.

Hefter erhält anerkennenden Applaus für den Hinweis, dass Urlaub machen – beispielsweise auf den Malediven – angesichts des Klimawandels Quatsch ist. Einzig sinnvoll sei, nach Afrika zu reisen, einen gescheiten Durchfall mitzubringen. Dann freute man sich, dass daheim das Wasser aus dem Hahn zum Trinken geeignet ist. Recht schnell rattert der Künstler seinen Monolog herunter. Doch seine Mischung zwischen Denkanregungen und Humor gefällt den Gästen.

Zwar sind die drei Männer auf der Bühne nicht nackt, jedoch in ihren Berichten und Liedtexten: Hefter berichtet vom Nacktschwimmen und Dietmayr über einen misslungenen Quickie mit einer Sächsin. Dietmayr berichtet über das Leben mit seinen pubertierenden Töchtern und dem Gebaren von Müttern am Spielfeldrand ihrer Fußball spielenden Zöglinge. Manch einer im Publikum erkennt die Situationen wieder.

Stephan Keller gibt sich prüde und sperrt sich daheim in sein altes Kinderzimmer ein. Innerhalb einiger Wochen komponiert er ein „hocherotisches“ Lied, das er nun unverständlich mit viel Mimik und Gestik vorträgt. Er berichtet von seinen Versuchen, sich im Berufsleben zu etablieren: Die Loipen in Ruhpolding salzte er. Sein Vater wäscht ihm danach den Kopf – wortwörtlich. Die Frisur ist hinüber, sein Plektrum in den Haaren verschwunden. Zwar sind die Themen der drei Männer sehr unterschiedlich, doch stets greifen sie Situationen aus dem Leben auf und überspitzen. Dem Mühldorfer Publikum hat dies außerordentlich gefallen.

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