Rauschende "Fledermaus"-Aufführung im ausverkauften großen Saal im Haus der Kultur in Waldkraiburg

Tosender Applaus

Die Bilder des Abends: Adele (Heidi Manser) ...
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Die Bilder des Abends: Adele (Heidi Manser) ...

Die Fledermaus-Operette von Johann Strauß Sohn hat sich mit der Zeit als unverzichtbares Neujahrsritual etabliert. So sind auch alle Ensembles, die dieses Champagnerstück im Repertoire haben, in den ersten Januartagen restlos ausgebucht. Trotzdem ist es dem Waldkraiburger Kulturamt auch diesmal gelungen, das humorvolle Meisterwerk pünktlich zu Neujahr auf die große Bühne im Haus der Kultur zu bringen: In der temperamentvollen Aufführung des Thalia Theaters Wien, in Koproduktion mit dem Opernhaus Liberec. Für Inszenierung und Regie zeichnete Professor Wilhelm Schupp verantwortlich.

Versteht man unter Ritual ein vertrautes, definiertes Brauchtum, dann dürfte man bei der Fledermaus-Neujahrsgala nichts Wesentliches ändern und modernisieren, vor allem nicht im Ungeist des Regietheaters, wobei der ganze Charme der legeren Komödie einer bitteren Sozialkritik zum Opfer fallen würde. Andererseits verhindern ein paar neue Farbtupfer und aktualisierende Akzente eine Verknöcherung des gewohnt Hergebrachten.

Die Entscheidung, die Rolle des Prinzen Orlofsky anstatt einem schmächtigen Mezzosopran dem gestandenen Bariton Ivaylo Guberov zu übertragen, dürfte vor allem bei jenen Besuchern uneingeschränkten Anklang gefunden haben, denen alle Hosenrollen als gegen "die Stimme der Natur" gerichtet suspekt erscheinen. In diesem Fall passt die Figur einer Sängerin ohnehin nicht zu den derben Sprüchen aus dem Credo des Prinzen.

Der witzige Monolog des Gefängniswärters Frosch wurde mit Gegenwartsanspielungen aufgefrischt, mit liebenswerter Komik, ohne jemals in Klamauk zu verfallen (Richerd Maynau). Dies gilt auch für alle anderen Protagonisten, die niemals aus der Rolle fielen und stets dezente Eleganz bewahrten: Michael Kurz als Gabriel von Eisenstein, Frauke Schäfer als Rosalinde, Wilhelm Schupp als Gefängnisdirektor, Robert Remeselnir als Gesangslehrer Alfred, Georg Lehner als Notar Dr. Falke, Thomas Malik als Advokat Dr. Blind, Heidi Manser als Stubenmädchen Adele und Salpi Lemke als deren Schwester Ida.

Alle Darsteller waren in bester schauspielerischer Laune und Kondition, stimmlich gut disponiert, die Damen begeisterten immer wieder mit makellosen Spitzentönen. Das Bühnenbild (Jan Zavarsky) war der Epoche stilgerecht und der Handlung angemessen hell und freundlich; farbenprächtig und zeitlos elegant geriet die Kostümierung (Dana Svobodova).

Chor und Ballett, perfekt eingespielt, harmonierten erstklassig mit dem blendend aufgelegten Orchester, das präzise den Anweisungen des alles im Griff habenden, einfühlsamen Dirigenten Frantisek Babicky folgte.

Ein Operettenneujahrsabend, der den Zuschauern im ausverkauften großen Saal viel unbeschwerte Freude bereitet hat. Das Publikum bedankte sich bei den Künstlern mit tosendem Applaus.

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