"Cara" im Haus der Kultur in Waldkraiburg

Für den Tierarzt in der Band

Ein Hauch von Frühling mitten im Winter: "Cara" im Haus der Kultur. Foto olb
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Ein Hauch von Frühling mitten im Winter: "Cara" im Haus der Kultur. Foto olb

Manche gehen in ein Solarium, andere erwärmen sich im Winter bei Faschingsbällen - und wieder andere gehen auf ein erfrischendes Konzert. Genau ein solches Konzertvergnügen stand mit der Band "Cara" im Haus der Kultur in Waldkraiburg auf dem Programm.

"Cara" machen Irish Folk Music. Und das machen sie sehr gut. Sehr authentisch und mit spürbarer Begeisterung. Im Zentrum der Bühne steht Sängerin Gudrun Walther, die nicht nur mit einer tollen Stimme sofort die richtigen Akzente setzt, sondern auch auf der Geige oder dem Knopfakkordeon überzeugt. Melodiös wie virtuos.

Links von ihr spielt der Ire Ryan Murphy verschiedene Flöten und den irischen Dudelsack. Dieser klingt nicht nur geschmeidiger und lieblicher als der schottische Bruder. Er wird auch nicht geblasen, sondern unter der Achsel mit Armeskraft aufgepumpt. Murphys tonale Ausbeute ist unglaublich.

Jürgen Treyz an der Gitarre sorgt für das harmonische Fundament, besticht aber auch solistisch. Für den Rhythmus der Band zeichnet Rolf Wagels verantwortlich, der auf der Bodhran zeigt, dass dieses Instrument, mit einem kleinen Stöckchen geschlagen und mit der linken Hand in verschiedene Fellspannungen versetzt, richtige Melodien hervorbringen kann - vorausgesetzt natürlich, man beherrscht es wie Wagels.

Bleibt Jeana Leslie auf der anderen Bühnenseite. Ihre Stimme ist fast noch etwas ausdrucksstärker als die von Walther, leichter und frischer. Auch sie spielt Geige und Klavier.

Die Band klingt anfangs etwas dünn, was sich aber im Verlauf des Konzertes ändert. Wunderbare Balladen wie "Snowmoon" wechseln sich mit atemberaubend schnellen und zugleich trotzdem melodiösen Jigs und Reels ab. Titel wie "The arm in the cow", das dem Tierarzt der Band, Trommler Rolf Wagels, gewidmet ist, oder "Flying Sofa", in dem es um den misslungenen Heimtransport eines Sitzmöbels auf dem Dach eines Autos geht.

Die Band ist perfekt eingespielt und das Gemisch der Klänge macht einen ganz besonderen Klang. Die Kombination aus Flöte und Akkordeon, zwei Geigen, Geige mit Dudelsack, oder mehrere Gesangsstimmen im Satz, ist zwar nicht neu, wird aber hier in be- und verzaubernder Weise dargeboten.

Um mehrere Zugaben kommt die Band nicht rum, und am Ende verabschieden sich "Cara" mit "The Loon and his Quine" - und es weht ein Hauch von Frühling durch den Saal.

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