Tangata verzauberte mit Tango

Brachten lateinamerikanisches Lebensgefühl nach Neumarkt-St. Veit: Birgitta Zamastil (Violine), Marta Kucbora (Klavier), Hana Kovalcikova am Akkordeon, Viktor Toralcello an der Gitarre und Christiane Haselbeck am Kontrabass, die aber auch mit beachtlichem Sopran ein französisches Lied im Tangorhythmus vortrug. nz

Neumarkt-St. Veit – Es war ein überschaubares Publikum, das in den Kulturbahnhof Neumarkt-St.

Veit kam, um Tangoweisen zu hören. Seit sechs Jahren besteht das – auch mit regionalen Berufsmusikern besetzte – Tangoquintett Tangata, das erstmals in Neumarkt-St. Veit auf sich aufmerksam machte.

Die aus Klavier, E-Gitarre, Kontrabass, Geige und Akkordeon bestehende Formation widmet sich ganz diesem argentinischen Tanz, was eigentlich mehr als Musikrichtung verstanden wird. Besucher, die vielleicht bisher hinter Tango einen spanischen Tanz vermuteten, erfuhren an diesem Abend, wie vielseitig und aussagekräftig Instrumente in diesem Rhythmus und den Melodien Situationen beschreiben und Stimmungen erzeugen können.

Birgitta Zamastil an der Geige gab dem Publikum wertvolle Informationen, ehe das Quintett Tangos hauptsächlich argentinischer Komponisten darbot. Es waren Melodien, die weich und zart ins Ohr gingen, abrupt abbrachen und plötzlich hart und abweichend wirkten. Der Rhythmus ging in die Beine, die Melodie ins Ohr. Vor allem die Instrumentalisten selbst schienen in ihrem Spiel mit dem Stück zu verschmelzen. Ihre Gestik und Mimik zeigten, dass sie ganz hinter ihrer Darbietung standen.

Jedes der fünf Instrumente war zuständig für Rhythmus und Melodie. Da wechselte einmal die Melodie fast unmerklich von der Geige zum Klavier, wurde vom Akkordeon aufgenommen und verlief sich im Spiel der Gitarre oder Kontrabass. Ein andermal wurde die Melodie mit feinem Zwischenspiel „weitergereicht“, was einfach weich und schmeichelnd geschah.

Aber schon im nächsten Takt kamen fetzig und eckig Pausen und Akkorde, die im Publikum Zucken in den Muskeln auslösten. Von der Stimmung glaubte man den Stadtkern von Buenos Aires zu spüren, ein andermal litt man mit dem einsamen Gaucho in der Pampa am Gran Chaco.

Diese Musik erzeugt Spannung, sie drückt Sex und Erotik aus. Und sie kann Anlehnung und Liebe erzeugen. Die Musiker vermittelten diese Gefühle meisterlich in ihrem Vortrag. So wie die fünf Künstler die Tangomusik darboten, ist sie geeignet für Ballsaal oder Tanzcafé, für Filmmusik, zur Unterhaltung oder einfach zum Träumen. Und für den Kulturbahnhof in Neumarkt-St. Veit, wo das begeisterte Publikum mit etlichen Zugaben verwöhnt wurde.

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