Ein stimmungsvoller Abend im Haberkasten

Der Egger Dreiviertelgsang aus dem Pinzgau.

Mühldorf.  – Musik und Brauchtum im alpenländischen Herbst in Mühldorf: Paula Ott und Tochter Angela Schneider hatten wieder vier musikalische Spitzengruppen aus dem Alpenland vom Schliersee über den Chiemgau und Pinzgau bis in den Pongau für ihr „Alpenländisches Singen und Musizieren“ in Mühldorfs Haberkasten gewinnen können.

Hansi Auer aus Hammer au, Fachmann für Volkslied und Gesang, Rundfunksprecher, Musikant und Ansager ungezählter Veranstaltungen, führte sehr unterhaltsam durchs Programm. Von den Heiligen des Oktobers und Novembers erzählte er, von ihren Eigenheiten und Eigenschaften und erklärte Bräuche und Festlichkeiten dieser Jahreszeit.

Indes erklangen von den Gruppen gesungen und gespielt echte Volkslieder und Stücke, die schon Ludwig Thoma und Kiem Pauli sammelten, aber auch solche, die erst in den letzten Jahren entstanden sind. Den Anfang machten die Hohen aschauer Musikanten, die mit Flügelhörnern und Tuba, Akkordeon und Harfe Tänze und Weisen ihrer Heimat zum Klingen brachten.

Die vier reschen jungen Egger-Dirndl aus dem Pinzgau trugen als „Dreiviertelgsang“ dreistimmig Lieder von der Liebe, von Jägern und Wildschützen aus dem Pinzgau vor. Wobei sie sich an der Gitarre begleiteten. Eine ruhige Runde zur Marienverehrung sagte Hansi Auer an zum Gedenken an Benedikt Ott, den Marienverehrer und Begründer dieser Traditionsveranstaltung. Tanzlmusik erklang, als die vier Burschen der Wengerbach Musi aus dem Pongau mit Gitarren, Zither, Kontrabass und „Ziach“ aufspielten. Wie auch die anderen erhielten sie immer wieder Gelegenheit, das typisch Nachdenkliche und auch Heitere der Herbstzeit musikalisch zu unterstreichen, das Hansi Auer zuvor erläutert hatte. Vier „g´stande Männer“ bilden den Haushamer Bergwachtgsang.

Mit großem Stimmumfang nach oben und unten und dazu mit größter Freude sangen sie „almerisch, jagerisch“ auch von schwarzbraune Rapperl oder von am Lindenbam. Die unterschiedlichen Dialekte und Musikdarbietungen des Abends bezeichnete Hansi Auer als „eine Bereicherung unseres heimatlichen Klanges“. Das Publikum im vollen Saal entließ die Vortragenden nach zwei Stunden erst, nachdem die Singgruppen noch je einen typischen Jodler und die Musikgruppen je eine Weis zugegeben hatten. nz

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