Sonne, Mond und Sterne in einer Kantate

Solistin Erika Peldszus-Mohr glänzte bei ihren Partien besonders. Jäensch

Mühldorf. – Der Komponist Peter Schindler vertonte in seinem Werk „Sonne, Mond und Sterne“ Gedichte aus fünf Jahrhunderten, um deren Aussagen und Gefühle musikalisch noch zu verstärken.

Die Chorgemeinschaft mit der Vokalabteilung der Musikschule Burghausen und das Camerata-Orchester Calw brachten diese zweiaktige Kantate in Mühldorfs Stadtsaal unter Leitung ihrer Dirigentin Sigrid Weigl zur Aufführung.

Der goldene Oktobernachmittag am vergangenen Sonntag verleitete zum Verweilen in der Natur, sonst wären noch mehr von dieser musikalischen Darbietung begeistert gewesen, die die Dirigentin Sigrid Weigl mit Sängern und Orchester zur Aufführung brachte.

In Gedichten von Hoffmanswaldau, Schiller, Goethe oder Möricke, um nur einige zu nennen, über das Leben, Liebe, Leidenschaft, über die Zeit und Vergänglichkeit, über Wunder und den Sternenhimmel, eigentlich über alle Bereiche der Natur entstehen beim Leser und Hörer Gefühle, die der Komponist mit nahezu allen Stilmitteln der Musik verstärken will.

Und das gelang der Dirigentin und ihren Klangkörpern und den Solisten am Sonntagnachmittag im Mühldorfer Stadtsaal in trefflichster Weise.

Der Anfang klang ganz kurz ein wenig nach Carl Orff. Aber bald kamen nach und nach fast alle Stilmittel der Musik und des Rhythmus zum Einsatz. Nach über zwei Stunden ergab alles ein stimmiges Ganzes, das reich an bunten Klängen und Harmonie war.

Die Texte des Chores drangen im Fortissimo oder Piano, besonders bei beschwörenden Rezitativen klar verständlich aus der Tiefe der Bühne über das Orchester in den Saal. In hervorragender Abstimmung erklang das gewaltige Orchester begleitend und lautmalerisch nie stärker als der Gesang. Die Dirigentin gab ihre Einsätze und Anweisungen durchaus deutlich und engagiert, was die disziplinierten Chöre und Musiker perfekt umsetzten. Angenehm empfand der Besucher das Aufbauen einer Spannung in jedem der beiden Akte. Während der Lieder wäre Applaus zwar angebracht gewesen, er unterblieb, und die Spannung fiel nicht ab.

Die flott wechselnden Rhythmen waren mal europäisch, lateinamerikanisch, jazzig, schreitend, wild und ruhig. Ebenso war auch die Musik an keine feste Stilrichtung gebunden und häufig wechselnd. Die Harmonie ging jedoch nie verloren.

Die Solisten Thomas Hamberger, Bassbariton, und Erika Peldszus-Mohr, Sopran, konnten sich nicht nur bei vielen Liedern aus „Des Knaben Wunderhorn“ auszeichnen. Auch hier war das Zusammenspiel aller Beteiligten von Gefühlsreichtum geprägt. Neben ihrer lockeren Art, ihre glockenhelle Stimme einzusetzen, überzeugte die Sopranistin auch mit schauspielerischem Talent.

Es war lang anhaltender, stehender Applaus am Ende des zweiten Aktes, der von den Künstlern nach zwei Stunden Vortragens noch eine Zugabe verlangte. Aber sie gaben sie mit derselben Begeisterung und Hingabe, wie sie es das gesamte Konzert hindurch getan hatten.

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