Sanfter Blues trifft feurigen Salsa

CaboCubaJazz mit (von links) Carlos Matos, Yerman Aponte, Armando Vidal, Poliana Vieira, Nils Fischer und Effe Erdem. Sutherland

Waldkraiburg – „Jazz ist wie eine Katze – klettert hinauf, fällt hinunter und landet immer wieder auf den Pfoten“, heißt es.

Gemeinsam haben die Katze und der Jazz sicher auch den Freiheitssinn. Den präsentiert die internationale Band CaboCubaJazz mit ihrer Melange aus kapverdischen Klängen und kubanischen Rhythmen, vereint im Jazz. Eine Brücke zwischen den beiden Kulturen und deren Musikstilen wollen sie mit ihrer Musik schaffen. Die Musik der Kapverden ist die „Morna“, ein melancholisch, verträumter Blues, der oft mit dem portugiesischen Fado verglichen wird. „Das stimmt auch“, sagte die Sängerin Poliana Vieira, die von den Kapverden stammt, „nur ist Morna viel schöner.“ Das erste Lied, das sie mit dunkler Stimme und zunächst nur in Begleitung des Pianisten Carlos Matos, der auch von den Kapverden stammt, sang, war ein perfektes Beispiel für den Stil. Langsam mischten sich die weiteren Instrumente in ihren Gesang: Die Posaune, besetzt mit Effe Erdem aus der Türkei, spielte eine gefühlvolle Improvisation. Der Percussionist Nils Fischer aus Deutschland fügte den hellen Klang der Chimes hinzu, der Bassist Yerman Aponte aus Venezuela nur ein paar dunkle Töne und Schlagzeuger Armando Vidal aus Kuba spielte leise die Becken.

So ruhig blieb es nicht lange, denn schon im nächsten Stück mischte sich die pulsierende, lebensfreudige Musik Kubas mit der Musik der Kapverden. Conga-Trommeln und ein treibender Rhythmus des Schlagzeugs, feurige Salsa-Klänge und der Salsa-Tanz der Sängerin rissen das Publikum mit. Jeder der hervorragenden Musiker konnte während des abwechslungsreich gestalteten Konzertabends mit spannenden Soli hervortreten. „Wir leben alle im multikulturellen Rotterdam,“ erzählte Fischer. „Dort haben wir uns umgehört und die Besten aus der Szene zusammengeholt, um eine Band daraus zu machen.“ Der kleine Saal im Haus der Kultur war voll und das Publikum reagierte mit Begeisterung und Bewegung. Einige Zuschauer sprangen sogar auf die Bühne um dort zu tanzen. Der Abend endete in lang andauerndem Applaus.

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